Christiane Mielke, Brunsviga-Leiterin
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Die nackte Wahrheit: Christiane Mielke

Kennt ihr eigentlich schon…

… Christiane Mielke, Brunsviga-Leiterin?

Seit 2021 ist Christiane Mielke die alleinige Geschäftsführerin des Kultur- und Kommunikationszentrums Brunsviga im östlichen Ringgebiet Braunschweigs. Die Brunsviga ist bereits seit den 80er-Jahren eine feste Kulturinstanz u.a. für Kabarett, Lesungen und Konzerte sowie Workshops und Vorträge. Mit ihren jährlich über 150.000 Besuchenden gehört die Einrichtung zu einem der größten Soziokulturellen Zentren Norddeutschlands. Wie sieht die Arbeit als Kulturmanagerin hier aus? Was sind Pläne für die Zukunft? Christiane Mielke stand uns Rede und Antwort.

 

Hallo Christiane! Was macht die Brunsviga aus, in drei Worten?
Kultur, Kinder, Kantine

Wie wird man Kulturmanagerin?
Ein passendes Studium oder eine Berufsausbildung schaden nicht. Grundlage ist aber Interesse an Kultur und viel praktische Erfahrung.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei dir aus?
Mails lesen und beantworten. An Besprechungen teilnehmen. Telefonieren. Letztendlich im Kontakt mit dem gesamten Team sein, gucken, ob irgendwo Probleme auftauchen und dafür Lösungen finden. Anträge für Fördermittel schreiben oder abrechnen. Ein Blick aufs Bankkonto. Ideen weiterverfolgen und auf Umsetzung prüfen.

Nebenbei bist du noch als Regionalberaterin des Landesverbands Soziokultur Niedersachsen tätig. Was machst du da ganz konkret?
Ich unterstütze Kulturschaffende aller Sparten. Von der Vereinsgründung bis zur Organisationsentwicklung. Qualifiziere in den Fragen der Mittelakquise, Buchhaltung,
Vereinssteuerrecht.

Auf welche kommende Veranstaltung fieberst du so richtig hin? Was waren einige deiner all time Highlights bisher?
Ich freue mich auf „Alte Mädchen“ am 29. September. Die sind wirklich gut! Und auf viele der anderen Comedy- und Kabarettkünstler:innen. Besonderes Highlight der Vergangenheit war Gardi Hutter mit der „Tapferen Hanna“ im Januar. Großartige Clownin.

Du warst davor in der Musa in Göttingen. Wie Braunschweig ist Göttingen eine Studentenstadt. Was bedeutet studentische Prägung heute für Kulturräume?
Göttingen ist im Vergleich zu Braunschweig kleiner. Das Verhältnis von Studierenden zu Einwohner:innen ist deutlicher. Als Kulturberaterin des Landesverbandes begegnen mir in Göttingen und in Braunschweig aber viel junge Kulturaktivist:innen. Zum Teil haben die jungen Menschen ganz neue Ansätze an Kultur. Ein Beispiel für Braunschweig: Haltestelle Fensterklang. Großartige kulturelle Initiative. Die jungen Leute wollen ihren Platz in der Kulturszene der jeweiligen Stadt. Sie definieren auch die Soziokultur neu. Während meine Generation in den 80er-Jahren Alternativen zum bestehenden Kulturkanon suchte und damit die Geburtsstunde der Soziokultur einläutete, ist für die junge Generation nun auch die Soziokultur bestehender Kulturkanon.

Was wünscht du dir in Zukunft für die Brunsviga?
Ich wünsche mir, dass die Brunsviga sich wandelbar zeigt. Wir werden immer ein Ort für Kinder und Kleinkunst bleiben. Aber auch wir forschen an neuen Veranstaltungsformaten. Wir möchten stärker in den Stadtteil hineinwirken. Hier leben viele Familien, aber es gibt auch überdurchschnittlich viele Singlehaushalte. Wir möchten einen Beitrag leisten gegen die Vereinzelung, hin zu mehr „Wir-Gefühl“.

Was entgegnest du Menschen, die Musik, Theater und Co. für brotlose Kunst halten?
Der Mensch lebt nicht von Brot allein. Auch die Seele muss ernährt werden. Das schafft Kultur. Egal welche Sparte ich mir angucke. Kultur ist die Tunke, in die ich mein Brot eintauchen kann, damit es einen würzigen Geschmack bekommt. Trotzdem gehören Kulturschaffende zu den Menschen mit den schlechtesten Gehaltsgruppen oder Einkommen und somit zu einer Gruppe, die von Altersarmut betroffen ist. Forderungen nach Mindestlöhnen für Kulturschaffende sind mehr als berechtigt. Ich persönlich zerbreche mir lieber den Kopf über ein gutes Buch oder einen intensiven Song, als bei der Frage, wo ich meine Goldbarren verstecken soll.

Foto Annika Klaus

 

 

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Simon Henke

Geschrieben von Simon Henke

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