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Die nackte Wahrheit: Christian Mädler

Kennt ihr eigentlich schon…

… Dramaturg Christian Mädler?

Zum Leben von Christian Mädler gehörten Kunst und Kultur schon immer dazu. Der gebürtige Hannoveraner ist zwar in Hamburg aufgewachsen, kehrte zum Studium allerdings zurück in die Region; in Hildesheim standen für ihn Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation auf dem Lehrplan. Es folgte die Arbeit als Marketingreferent für die Gastspielorte am Theater für Niedersachsen. Vor zehn Jahren ist Mädler ans Scharoun Theater Wolfsburg gewechselt. Dort arbeitet er als Dramaturg und Leiter der Presseabteilung. Wir haben mit ihm über seine künstlerische Ader und die Bedeutung des Theaters gesprochen.

Christian, Du bist als Pianist, Sänger und Entertainer unterwegs— ab wann hattest Du den Wunsch, auf der Bühne zu stehen und andere zu unterhalten?
Die Wurzeln liegen in meiner Studienzeit der Kulturwissenschaften, als ich immer wieder gebeten wurde, Kommiliton:innen bei Prüfungen zu begleiten. Der Wunsch nach mehr kam aber erst durch die Lust am Ausprobieren, durch die Reaktionen des Publikums und durch den Spaß an der Interaktion! Neben dem Zweck der Unterhaltung ist für mich aber vor allem immer auch die Botschaft wichtig, die in meinen Programmen steckt.

Außerdem malst Du – hast Du einen bestimmten Stil?
Ja, meinen eigenen! Die kreative Beschäftigung beim Malen, Basteln oder auch Dichten ermöglicht mir – ebenso wie beim Musizieren – den Rückzug in mein Inneres, die Auseinandersetzung mit mir selbst, die Sortierung meiner Gedanken. Aus der jeweiligen Stimmung heraus entstehen so Landschaftsbilder, Portraits, Collagen und Abstraktes in Acryl, Aquarell oder Rötel.

Wie wurde Dein künstlerisches Talent entdeckt?
Vor allem meine Großmutter hat mein Klavierspiel gefördert und damit den Grundstein für meinen späteren Werdegang gelegt. Im Kunst-Leistungskurs wiederum kam ich mit den verschiedensten Techniken, Ausdrucksmitteln und deren kulturellen Hintergründen in Berührung. Am wichtigsten ist meiner eigenen Erfahrung nach das Erkennen jedweden Potentials, eine bestmögliche Förderung ohne Nachdruck, das eigene Selbstvertrauen und die Freude am eigenen Handeln!

Auf der Bühne widmest Du Dich auch dem Leben und Werk von Udo Jürgens. Woher kommt Deine Begeisterung für den Sänger?
„Schuld“ daran ist wohl die Plattensammlung meiner Eltern und meiner Großmutter! Das Werk von Udo Jürgens ist extrem vielseitig, die Melodien und Harmonik äußerst komplex und die Texte oft tiefgründiger, als man beim ersten Hören denkt. In all diesen Punkten finde ich mich selbst wieder. Nur der Zugang zur Musik, wenn ich von ihr in irgendeiner Art berührt werde, ermöglicht es mir auf authentische Weise, diese Musik bei der Wiedergabe auf der Bühne nachzuempfinden und dementsprechend zu transportieren. Ich liebe seine Musik und habe das große Privileg, diese Musik auf der Bühne weiterleben zu dürfen und meinem Publikum Unterhaltung mit Haltung zu bieten.

Du bist unter anderem als Pressesprecher und Dramaturg am Scharoun Theater. Wie sieht Deine Arbeit aus?
Mein Beruf am Theater ist zugleich meine Berufung, weil ich ihn mit großer Leidenschaft ausüben darf und sich dadurch die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem auflösen! Von gemeinsamer Spielplangestaltung über das Verfassen von Texten und Grafiken, das Entwickeln neuer Werbestrategien bis hin zur Netzwerkarbeit, Vorträge, Führungen, Abenddienste bei Vorstellungen ist man quasi das männliche „Mädchen für alles“.

Was kann Theater gesellschaftlich — gerade in diesen unruhigen Zeiten — bewirken?
Ein Teil des Schatzes dieser Region ist das Theater als ein sozialer und zentraler Ort der Begegnung, der mit seinem kulturellen Angebot nicht nur erheblich zur Lebensqualität in dieser Region beiträgt. Denn egal ob Trauer, Sehnsüchte, Ängste, Wünsche – Theater als Teil der Gesamtkultur ist zu jeder Zeit Ausdruck einer Gesellschaft, durch die sie sich definiert! Aber Theater erfüllt seinen Zweck erst im Zusammenspiel mit der Kunst und den Menschen und braucht deshalb auch die Beteiligung aller!

Welches Stück kannst Du „Theaterneulingen“ empfehlen?
Zum Glück haben wir ein so breitgefächertes Angebot, dass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Im April zeigen wir z.B. gleich zweimal das wunderbare Musical „Sugar – Manche mögen’s heiß“ – spätestens ab diesem Vorstellungsbesuch sollte es funken, sodass jede:r fortan für das Theater brennt!

Foto Christian Mädler

 

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Laura Schlottke

Geschrieben von Laura Schlottke

Geht das auch in grün?

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