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Toxic is out

Die Off-Campus-Stars zeigen, wie es geht

Ein Eishockey-Team, eine College-Romanze, große Gefühle und jede Menge Leidenschaft – mit Off Campus wurde nun die erfolgreiche Buchreihe von Elle Kennedy verfilmt. Was zunächst nach einer typischen New-Adult-Geschichte klingt, schafft etwas, das vielen Genrevertretern nicht gelingt: Die Serie verzichtet weitgehend auf künstliches Drama und erzählt stattdessen von Beziehungen, die auf Respekt, Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung basieren. Aber ist sie den Hype wirklich wert?

Ein vorhersehbarer Plot?
Garrett Graham ist der Star der Briar University: beliebt, attraktiv und Kapitän des Eishockey-Teams. Hannah Wells dagegen hält sich lieber im Hintergrund. Neben ihrem Musikstudium hat die talentierte Stipendiatin hat nur Augen für Sänger Justin. Als Garrett ihre Hilfe beim Lernen braucht, schließen die beiden einen Deal: Er spielt ihren Freund, um Justins Aufmerksamkeit zu wecken und sie gibt ihm Nachhilfe, damit seine Noten seine Sportkarriere nicht gefährden. Was zunächst nach einem vorhersehbaren Romance-Plot klingt, entwickelt überraschend viel Tiefgang. Die Serie verzichtet auf unnötige Umwege und Missverständnisse, die Zuschauende sonst oft an den Rand der Verzweiflung treiben.

Hotness in der Hauptrolle
Garrett verkörpert eine Figur, die man im echten Leben eher selten trifft: attraktiv, selbstbewusst und gleichzeitig emotional reflektiert. Trotz seiner Beliebtheit spielt er keine Spielchen und begegnet anderen mit Ehrlichkeit und Respekt. Besonders die schwierige Beziehung zu seinem Vater verleiht der Figur zusätzliche Tiefe. Anstatt selbst rücksichtslos zu werden, hat ihn diese Erfahrung sensibler für Ungerechtigkeit gemacht. Garrett wird damit zum Vorbild für eine Form von Männlichkeit, die in vielen Liebesgeschichten noch immer zu selten vorkommt. Die Art, wie er Hannah behandelt sowie gegenseitige Unterstützung und Wertschätzung, machen einen großen Teil des Charmes der Serie aus.

Freundschaft im Fokus
Neben der Liebesgeschichte spielt auch Freundschaft eine zentrale Rolle. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Freundschaften werden wertgeschätzt und tragen wesentlich zur Entwicklung der einzelnen Persönlichkeiten bei. Im Verlauf der Serie lernen die Protagonist:innen, sich zu öffnen und Hilfe anzunehmen. Gerade die Dynamik innerhalb des Eishockey-Teams überrascht positiv: Statt toxischer Männlichkeit und Machogehabe dominieren Respekt, Loyalität und gegenseitige Unterstützung. Damit bricht Off Campus mit vielen klassischen College-Klischees.

Female Empowerment
Auch die Frauenfiguren profitieren von diesem Ansatz. Statt Rivalinnen zu sein, stehen sie einander zur Seite. Während viele Highschool- und College-Dramen weibliche Charaktere gegeneinander ausspielen, sobald romantische Gefühle ins Spiel kommen, wird auf Solidarität statt Konkurrenz gesetzt. Beide müssen sich nicht ständig gegen Intrigen, Neid oder Missgunst behaupten und genau das fühlt sich erfrischend anders an.

Alte Klischees bleiben trotzdem
Ganz ohne bekannte Muster kommt allerdings auch Off Campus nicht aus. Das Klischee des unerreichbaren Mannes, der durch die „richtige“ Frau verändert wird, taucht mehrfach auf. Die Serie zeichnet eine Welt, in der jede Figur einen verborgenen Kern besitzt, der nur durch die passende Person freigelegt werden muss. Auch die Idee, dass die Frau den Mann gewissermaßen rettet und ihm Zugang zu seinen Gefühlen verschafft, schwingt in der Beziehung zwischen Hannah und Garrett mit. Das ist romantisch und macht Spaß beim Zuschauen, sollte aber durchaus mit einem kritischen Blick betrachtet werden. Ebenso fragwürdig ist der Ausgangspunkt der Geschichte: Hannah soll erst dann interessant erscheinen, wenn Justin Eifersucht entwickelt. Kein besonders vernünftiger Gedanke, aber innerhalb einer romantischen College-Fantasie lässt sich darüber noch hinwegsehen.

Mehr Herz als Drama
Mit einer ordentlichen Portion Herz, Charme und Mut zum Träumen lädt die Serie in eine Welt ein, in der Freundschaft, Liebe und Vertrauen wichtiger sind als toxisches Drama. Jede einzelne Folge bietet große Gefühle, sympathische Figuren und genau die richtige Menge Spice, ohne dabei ständig auf künstliche Konflikte zurückzugreifen. Off Campus ist eindeutig eine Serie zum Verlieben, aber Vorsicht: Nach dem Abspann kann die Realität umso enttäuschender sein. Ein Lichtblick ist, dass wir uns schon jetzt auf die zweite Staffel freuen können!

Vergiss nicht, abzustimmen.
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Lina Tauscher

Geschrieben von Lina Tauscher

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