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Geht das auch in grün?

Über die Nachhaltigkeitspotenziale von Kulturveranstaltungen

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, ploppen in den meisten Köpfen wohl erstmal Themen wie Ernährung oder Mobilität auf. Aber auch andere Bereiche sind durchaus nicht zu vernachlässigen, wenn es darum geht, unsere Umwelt mit ein wenig mehr Respekt zu behandeln. Dazu gehören beispielsweise auch größere kulturelle Veranstaltungen. Konzerte, Kino- und Theaterbesuche oder Festivals sind für die meisten Menschen Teil des alltäglichen Lebens, aber in der Regel nicht sonderlich nachhaltig.

Ressourcenmanagement
Open-Air-Konzerte, mit tausenden von Menschen gefüllte Hallen und große, prunkvolle Bühnen verbrauchen eine ganze Menge Ressourcen. Gerade Wasser und Strom werden hier in Mengen verpulvert, von denen sich die meisten Menschen überhaupt keine Vorstellung machen und auch riesige Müllberge sammeln sich bei solchen Massenveranstaltungen regelmäßig an. Von den vielen tausend Litern Benzin, die bei der Anreise des Publikums verfahren werden mal ganz zu schweigen. Dabei wäre es doch großartig, wenn man das ausgelassene Zelebrieren lauer Sommernächte mit einer guten Tat fürs Klima verbinden könnte, oder? Es ist als Endverbraucher:in allerdings gar nicht so leicht, sich um einen kleineren ökologischen Fußabdruck in puncto Kultur zu kümmern, wenn es erst gar kein entsprechendes Angebot gibt. Mehr und mehr gerät jedoch auch dieses Themenfeld in den Fokus der nationalen und internationalen Nachhaltigkeitsstrategien.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt
Wie so oft, sind es die berühmten ersten Schritte ins Unbekannte, für die es Mut und Willen braucht. Pionierarbeit, an der sich in Zukunft andere ein Beispiel nehmen können. Weil sich ein State-of-the-Art, wie Kulturveranstaltungen auszusehen haben, eben wandeln kann – und muss, wenn gesamtgesellschaftlich nachhaltig gewirtschaftet werden soll. Dafür stellt zum Beispiel das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) selbst einen Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen bereit. Die Wissenschaftlerin Dr. Annett Baumast ist Autorin und Dozentin für Nachhaltigkeitsthemen im Kulturbetrieb. Ihr 2013 Mitherausgegebens Buch „Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement“ gilt in Praxis und Lehre als Standartwerk. Unter dem Namen „baumast. kultur & nachhaltigkeit“ berät sie beispielsweise Universitäten, (Staats-)Theater, Opernhäuser und andere Gruppen. Auch hält der Webauftritt best practice Berichte sowie Leitfäden bereit.

Fließende Grenzen
Nachhaltigkeit hört eben nicht bei bestimmten Themenbereichen auf, sondern sollte im Idealfall ganzheitlich gedacht werden. Gerade weil Kulturveranstaltungen Events sind, die eine große Menge an Menschen zusammenbringen, sollte sich auch in diesem Bereich gerne mal öfter gefragt werden: Kann ich das nicht vielleicht ein bisschen ökologischer umsetzen?

Foto vlntn-stock.abode.com

Vergiss nicht, abzustimmen.
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Simon Henke

Geschrieben von Simon Henke

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