Hi Claudia, danke für deine Zeit! Stell dich doch bitte einmal kurz vor.
Ich bin Claudy Sonntag, auch bekannt als DJ Soundschwester – und das seit 1996. Ostkind, aufgewachsen in Schwaben, zu Hause in Braunschweig. Ich arbeite außerdem als Medienpädagogin bei einem regionalen Radiosender, bin diplomierte Kulturwissenschaftlerin, staatlich geprüfte Erzieherin und ausgebildete Musiktherapeutin.
Der Name bleibt sofort hängen. Wie ist „Soundschwester“ entstanden?
Der Name verbindet zwei Dinge, die mir wichtig sind: Sounds – also Töne und Musik, klar. Und „Schwester“, weil mich das Aufwachsen in einer Familie mit Geschwistern sehr geprägt hat. Erst jüngere Schwester von zwei älteren Brüdern, dann selbst große Schwester. In manchen Kulturen bezeichnen sich alle als Geschwister – und das zeigt für mich, dass wir alle zu derselben Menschenfamilie gehören. Musik verbindet uns dabei.
Wann wurde aus der Begeisterung für Musik der Wunsch, damit nach außen zu gehen?
Mit 16 habe ich auf einer WG-Party aufgelegt und direkt begeisterte Rufe nach mehr gehört. Später habe ich eine ältere Kommilitonin erlebt, die bei Uni-Partys auflegte, was in mir denselben Wunsch geweckt hat. Meine ersten öffentlichen DJ-Erfahrungen habe ich dann in der queeren Szene Braunschweigs gesammelt – und nach und nach wurden daraus immer mehr Aufträge, auch für Privatfeiern.
Was zeichnet deine Arbeit aus?
Mir geht es darum, meine Songs so gut zu kennen wie meine liebsten Menschen. Ich liebe eine gute Musikauswahl aus fast allen Jahrzehnten, gern von den 1920ern bis heute, und aus aller Welt. Und manchmal fliegen eben auch weiche Dinge in die Menge: Es gibt Ahoi-Brause, Knicklichter, Luftballons, Kuscheltiere, Bonbons, Mützen oder Masken. That’s Entertainment.
Und wie würdest du deinen Sound beschreiben?
Vielfalt. Ich spanne den Bogen von Soul, Pop und Elektro bis zu 90er-Indie, Folk, Psy Trance, Country oder Rock. Dazu kommen deutschsprachiger Indie, Oriental- und Balkanbeats, Swing, Afrobeats, ungewöhnliche Cover, Mash-ups und Fusionen von gestern und heute, von hier und aus anderen Kulturkreisen. Alles mit drin.
Was macht für dich einen echt guten Abend aus?
Eine gute, respektvolle Atmosphäre untereinander. Leute, die früh loslegen und einfach tanzen wollen. Musikalisch wünsche ich mir mehrere Höhepunkte, einen bebenden Tanzboden und, ja, ganz ehrlich: Polonaisen und Kreistänze. Ich mag es, wenn durch den Musikflow Gemeinschaft entsteht und Menschen aus sich herausgehen können. Frei nach dem Motto: Tanz so, als ob Soundschwester wohlwollend zuschaut und dich dafür liebt.
Wie erlebst du die Braunschweiger Kulturszene – und wo ist dein Platz darin?
Ich bekomme mit, dass sich viel bewegt. Ich mag die kleinen Initiativen und stehe auf Soziokultur. Immer wieder entsteht Neues mit frischen Ideen. Mein Platz ist im KULT und in der Brunsviga, und ich bediene ein Ü30-Publikum. Zum Teil erlebe ich die Kulturszene aber auch als konservativ, kommerziell und von denselben männlichen Netzwerken geprägt.
Wenn Soundschwester kein Name, sondern ein Ort wäre – wie würde dieser Ort sich anfühlen?
Warm und sicher für alle. Es würde nach gutem Essen duften, später nachts vielleicht nach Kaffee mit Vanille. Eine Dorfkneipe mitten in der Stadt, in der sich alle kennen. Konfetti aus Blütenblättern, Gespräche bei Kerzenschein. Auf der Tanzfläche grölen Frauen ihre Lieblingslieder mit, Männer zeigen Gefühle und tanzen gern. Und bei all der Freude liegt immer auch eine Prise Melancholie in der Luft.
Was dürfen wir in nächster Zeit von dir erwarten?
Künftig wird es wohl mehr musiktherapeutische Einzel- und Tanzangebote am Tag geben. Außerdem dürft ihr euch darauf freuen, dass ich weiterhin im KULT und in der Brunsviga oder auch mal in Wolfsburg und Wolfenbüttel auflege – und immer wieder neue Musik finde, die uns begeistert.
Mehr dazu findet ihr auf Instagram und Facebook unter @soundschwester oder unter www.soundschwester.de






























