Aktionskünstler Max Linus Metzger stellt mahnende Art-Experience vor.
PK Subway April Sven art
 
Dass sich unser blauer Planet nicht in der besten Verfassung befindet, dürfte allgemein bekannt sein. Ebenso die Tatsache, dass der Mensch in erheblichem Maße dafür verantwortlich ist und noch immer nicht genug getan wird, der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen Einhalt zu gebieten. Das ist schlimm, schwer zu verstehen und geht vielen Menschen gehörig auf den Senkel. So auch dem Aktionskünstler Max Linus Metzger. Er ist ob des sträflichen Umgangs seiner Artgenossen mit Mutter Erde erbost und fassungslos.
Der 27-jährige Berliner hat mit der Kunst ein Ventil für seinen Zorn gefunden. Aktiv sein und Missstände anprangern, lautet die Devise. Max Linus ist Teil des Künstlerkollektivs Crazy Frogs, das für spektakuläre Kunstaktionen bekannt ist. Seine aktuelle Schau „Free the Earth“ sorgt hierzulande nun auch außerhalb der Szene für Furore! Das Setting der Performance, mit der Metzger zurzeit in Braunschweig gastiert, besteht lediglich aus einem 40-Liter- Sack torffreier Blumenerde der Marke Plantasia sowie dem Künstler selbst. Mit einem silbernen Löffel bewaffnet macht sich der selbstbewusste Performer in rabiater Art und Weise über den Plastiksack her und öffnet die Verpackung mit gezielten Stechbewegungen. Den Rezipient:innen wird schnell klar, worauf hier angespielt wird: Das Öffnen des Pakets soll als eine Metapher auf die Befreiung der Erde vom Plastiksack Menschheit gelesen werden. Metzger erlöst das unserem Heimatplaneten namensgebende Element aus den synthetischen Fängen seiner Bewohner:innen! Doch dabei bleibt es nicht. Im zweiten Teil, der einen Akt der Versöhnung und des um Vergebung Bittens symbolisiert, verleibt sich der Protagonist den Inhalt des Erdsacks mithilfe seines Löffels ein. Das ist der Punkt, an dem das zurückhaltende Gemurmel im Publikum in blankes Entsetzen umschlägt. Lautes Stirnrunzeln und Zwischenrufe sind zu vernehmen: „Das ist doch obszön!“ Mehrere Personen verlassen die Szenerie. Für Metzger ist das kein Ärgernis, ganz im Gegenteil, wie er uns im Anschluss verrät: Die Reaktionen zeigen, dass sich etwas regt in den Menschen. Ziel sei es, einen Denkprozess anzustoßen. Die Menschen aufrütteln möchte er mit seiner zugegeben nicht leicht verdaulichen Kunst, aber auch versöhnen, was die eigentlichen Beweggründe des Künstlers deutlich macht: Er fühlt sich schuldig und will sich mit dieser Aktion stellvertretend für seine Spezies bei Mutter Erde entschuldigen. Bleibt zu hoffen, dass diese sich als so gütig erweist, diese auch anzunehmen. Denn der Fortbestand unserer Spezies ist nur im Einklang mit einem uns freundlich gesinnten Planeten möglich. Wenn es Max Linus Metzger zudem gelingt, mit seiner Performance einen Gedanken in den Köpfen der Zuschauenden gedeihen zu lassen, ist schon viel gewonnen!

Text & Grafik Sven Gebauer

25. März 2022

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