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Mit den Braunschweiger Schriftstellern Till Burgwächter und Hardy Crueger kurios und fast unblutig durch die Adventszeit

Whynachten 05 Braunschweigsche Weihnacht Hardy Crueger und Till Burgwaechter Foto von Andreas Reiffer 1 art

Till Burgwächter und Hardy Crueger

Eigentlich schreibt Hardy Crueger Krimis, Thriller und Romane zu geschichtlichen Themen, Till Burgwächter befasst sich mit skurrilen Themen und schreibt beispielsweise rund um das Thema Heavy Metal. Pünktlich zum Start der Supermarkt-Lebkuchen-Saison trumpfen die beiden Braunschweiger Kultautoren nun mit ihrem Gemeinschaftswerk „Braunschweig’sche Weihnacht“ auf. In 24 Episoden begleiten die beiden Schriftsteller den Leser durch die Adventszeit und zeigen dabei die vielfältigen Möglichkeiten auf, wie man das Weihnachtsfest in der Löwenstadt stilvoll begehen kann und dabei geht es amüsant zur Sache: Von den alle Jahre wiederkehrenden Ausschweifungen bei geistigen Getränken auf Weihnachtsfeiern, über das allseits beliebte Schrottwichteln, das Kennenlernen fremder Menschen auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt bis hin zum Job als Baumschmückbeauftragter verspricht der literarische Adventskalender jede Menge Weihnachtsfreude. Wir unterhielten uns mit Hardy Crueger und Till Burgwächter über eine der schönsten Jahreszeiten und wie die beiden selbst zum Thema Weihnachten stehen.
Hardy, Till, ihr veröffentlicht im September ein gemeinsames Buch, in dem sich alles um das Thema „Weihnachten in der Löwenstadt“ dreht. Was erwartet die Leser und worin unterscheiden sich eure Weihnachtsgeschichten von denen anderer Autoren?
Hardy Spaß, Spannung und gute Unterhaltung, würde ich sagen. Eine kleine Portion Rührseligkeit ist in meinen Stories auch dabei, aber die ist eben nicht so groß wie bei herkömmlichen Geschichten.
Till Unser Schreibstil unterscheidet sich deutlich von dem anderer, deshalb bekommen die Leser traurige, alberne, gruselige und eine witzige Geschichte geliefert, immer im steten Wechsel. Außerdem gab es wohl noch nie eine Weihnachtsgeschichte, in der unser Basketballstar Dennis Schröder als einer der Heiligen Drei Könige auftaucht.

Hardy, sind deine Weihnachtsstories denn genauso blutrünstig und spannend wie deine Okergeschichten?
Hardy Es sind ja keine Krimis oder Thriller, also hält sich die Gewalt in Grenzen. Ich hatte mir vorgenommen, dass in den Stories niemand zu Tode kommt, ist ja Weihnachten. In elf von meinen zwölf Geschichten ist mir das auch gelungen. (lacht)
Till, worin liegt der Unterschied zwischen deinen Weihnachtsglossen und deinen legendären Heavy-Metal-Traktaten?
Till Du meinst bis auf die offensichtliche thematische Unterscheidung? In den einen Geschichten trinken dicke Männer mit Bärten Bier, in den anderen Glühwein.

Nach dem achten Bier auf dem Tisch tanzend Karaoke singen … in einer eurer Geschichten geht es um die allseits beliebte Weihnachtsfeier. Wie viele ausschweifende Festivitäten habt ihr schon hinter euch?
Hardy In den letzten Jahren waren das meist ruhige Feste. Als Freiberufler hat man ja kein Team, mit dem man feiern kann. Früher habe ich mich, nach dem Besuch bei den Eltern, mit der Clique getroffen. Bei irgendwem zuhause, dann ab ins Jolly oder ins Liro Dando.
Till Die eine oder andere habe ich wohl auf dem Buckel. Aber wer sich an Details einer Weihnachtsfeier erinnert, war nicht mit dem Herzen dabei. Wichtig ist in diesem Fall nur, dass die Feier an einem sehr unfeierlichen Ort endet. Das kann eine Tankstelle mit Nachtschalter sein, ein Kiosk oder ein Bushäuschen. Zu viel Besinnlichkeit ist schlecht für den Blutdruck.
In einer anderen Erzählung geht es ums Schrottwichteln. Habt ihr da eingehende Erfahrungen sammeln können?
Hardy Klar, mit der Clique eben, hihi ... Spaß beiseite, getrunken wurde dabei schon, aber nicht geschossen und auch ein Grillbesteck habe ich nie bekommen. Mein absoluter Schrott-Favorit ist der „Eierschalensollbruchstellenverursacher“.
Till Oh ja, ich bin zum Beispiel stolzer Besitzer eines Plastikschweins namens Eberhard. Es steht in einem mit Stroh ausgelegten Schuhkarton und gibt seltsame Geräusche von sich, wenn man ihm auf den Bauch drückt. Das habe ich bei einer solchen Gelegenheit, nun ja, gewonnen.

Wenn ihr der Weihnachtsmann wärt, durch wessen Kamin würdet ihr gerne rutschen und reichlich beschenken?
Hardy Wenn die einen hätten, dann durch den der Straßenkinder von Ulan Bator, Aleppo oder irgendeiner anderen Stadt. Und schenken würde ich ihnen eine Zukunft.
Till Ich würde den Verantwortlichen, die der Meinung waren, es sei eine gute Idee, Eintracht Braunschweig 2018/19 mit Henrik Pedersen als Coach und einer besseren A-Jugend in die Spielzeit zu schicken, auch heute noch gerne einen (ein)schenken.

Wenn euer nächstes Weihnachtsgeschenk eine Superkraft wäre, die ihr euch selbst aussuchen dürftet, welche wäre das?
Hardy Ein Dummheitsvernichter wäre ich gern, damit es endlich Frieden gibt und ALLE Lebewesen auf der Erde koexistieren können.
Till Ich würde gerne die Zeit stoppen können, um endlich mal die Deadlines für meine Bücher einzuhalten. Und ich würde gerne wissen, was Ziegen denken.
Zum Fest der Liebe gehören nun mal auch Weihnachtsgeschenke … Was war das schlimmste Präsent, das ihr jemals geschenkt bekommen habt?
Hardy Das kann man in meiner Story „Weihnachten ´69“ nachlesen. An den Konsequenzen knabbere ich heute noch.
Till Es begab sich in einer bitterkalten Dezembernacht vor vielen Monden, da ich den ersten Videorekorder der Familie geschenkt bekommen sollte. Das schöne Gerät stand auch unter dem Baum, allerdings war es kaputt. Ich, der sich schon heimlich Streifen von Sam Raimi, Wes Craven und Co. konsumierend gesehen hatte, war wieder ohne Speichermedium. Es dauerte Wochen, bis der Rekorder repariert zurück kam. Es war die längste Zeit meines Lebens.

Zur Adventszeit gehört natürlich ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Was ist euer persönlicher Lieblingsort auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt?
Hardy Da gibt es für mich keinen. Ich bin dort überall zuhause.
Till Für mich gibt es gleich mehrere. Der Met-Stand, die Braunkohlbude und die Entenbräterei zur Sicherstellung des leiblichen Wohls. Der Stand mit finnischen Honigspezereien, um unkompliziert ein paar Geschenke für die Lieben abzugreifen.
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„Ich würde gerne wissen, was Ziegen denken“

Whynachten 03 Braunschweigsche Weihnacht Till Burgwaechter und Hardy Crueger Foto von Andreas Reiffer art


Im Buch gibt es einen Baumschmückbeauftragten. Stellt ihr selbst zuhause einen Weihnachtsbaum auf?
Hardy Nein, nein, kein Baum. Ein bisschen schmückt meine Süße die Wohnung mit Weihnachtsaccessoires, Lichterketten und einer riesigen Nikolaus-Socke. Außerdem haben wir immer mindestens zwei Adventskalender.
Till In den letzten Jahren habe ich mir das gespart. Aber ich besitze einen hölzernen Adventskranz mit Teelichtern – Stichwort Nachhaltigkeit – der jedes Jahr wieder lustig vor sich hin funkelt. Ein bisschen was fürs Herz muss ja sein.

Fazit: Warum sollte die Braunschweig’sche Weihnacht in keinem Haushalt fehlen?
Hardy Es berichtet spannend, überraschend und witzig über Begebenheiten in Braunschweig im weihnachtlichen Umfeld. Außerdem ist es ein schönes Zeugnis Braunschweig‘scher Literatur mit Cartoons von Karsten Weyershausen und einem Vorwort von Peter Schanz.
Till Und außerdem sieht es schick aus, nimmt wenig Platz weg und gibt keine Widerworte.

Till Burgwächter
schreibt unter seinem bürgerlichen Namen Marc Halupczok unter anderem für das deutsche Musikmagazin Metal Hammer. In seinen Büchern geht es um Musik, das Wacken Open Air, Fußball und die ganz alltäglichen Dinge.
Hardy Crueger
lebt als freiberuflicher Schriftsteller in Braunschweig und schreibt Romane zu geschichtlichen Themen, aber auch Krimis, Thriller und Suspense-Kurzgeschichten. Als Dozent für kreatives Schreiben leitet er die KrimiWerkstatt Braunschweig und ist außerdem im Vorstand des Verbands deutscher Schriftsteller*innen (VS) Niedersachsen aktiv. Mit bisher sechzehn veröffentlichten Titeln gilt der Autor als einer der produktivsten in der Region.

Interview Kerstin Lautenbach-Hsu
Fotos Andreas Reiffer

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