Deichbrand-Geschäftsführer Daniel Schneider im Interview

Vier Tage feinster Rock am Meer: Das Deichbrand-Festival lockt seit dreizehn Jahren nach Cuxhaven. Waren es 2005 noch 500 Besucher, so sind es im vergangenen Jahr 50.000 gewesen – eine hundertfache Steigerung innerhalb von elf Jahren. Wir sprachen mit Daniel Schneider, dem Geschäftsführer des Festivals, über Sicherheit, Festival-Erstis und die Planung.

Hi Daniel, bitte stell dich doch einmal kurz vor.
Moin, liebe SUBWAY-Leser! Zusammen mit meinem Kollegen Marc Engelke und einer Bande engagierter junger Leute habe ich 2005, also vor gut dreizehn Jahren, das Deichbrand-Festival gegründet. Wie schon damals bin ich als einer der Geschäftsführer für Programm, Booking und Marketing verantwortlich. Ich bin in Cuxhaven geboren, habe im Ruhrgebiet studiert, anschließend unter anderem in München gearbeitet und bin dann wieder in den Norden, um mich auf das Festival zu konzentrieren. Heute lebe ich in Hamburg – so wie auch der Rest der Deichbrand-Crew. Wir haben aber auch ein Büro in Cuxhaven.

Ihr seid nun nach über zehn Jahren wohl erprobt, das Ganze zu organisieren. Womit beginnt die erste Phase der Planung?
Wir sind mittlerweile eine relativ große Crew, sodass die vielen Aufgaben auch gut verteilt sind. Grundsätzlich befassen wir uns direkt nach dem Festival natürlich mit dem Feedback der Gäste, mit den jüngsten Erfahrungen und stets fragen wir uns, wie wir das vergangene Festival im Folgejahr nochmal toppen können. Natürlich gucken wir dann auch direkt auf die Verfügbarkeiten der Bands. Es gibt schließlich auch nichts, das die Fans mehr interessiert, als welche Bands zum nächsten Festival kommen.
Daniel Schneider c Privat neu 02
Was war die bekloppteste Anfrage in Bezug auf Catering oder Backstage-Bereich?
Unsere Bands sind alle sehr bodenständig. Ich kann aus 13 Jahren Deichbrand-Historie hier keine echte Anekdote liefern. Die wahnsinnigen oder eben „bekloppten“ Anforderungen kommen wohl eher aus anderen Genres oder auch aus einer anderen Zeit. Unsere Künstler sind alles echte Typen, die es kaum nötig haben, zu protzen. Wir haben uns auch schon vor Jahren gegen übertriebene Extrawünsche beispielsweise von irgendwelchen EDM-DJs entschieden, indem wir zu dem Entschluss kamen, Künstler mit solchen übertriebenen Extrawünschen gar nicht erst bei uns zu präsentieren. Und dass die Künstler ihre speziellen Wünsche hinsichtlich des Caterings haben, ist ja alles nachvollziehbar. Die Künstler und ihre teils sehr großen Crews sind ja auch voll auf unseren Service im Backstage angewiesen.

Wie würdest du das Deichbrand heute beschreiben – auch im Gegensatz zu den Anfangsjahren?
Im Vergleich zur Festivalpremiere 2005 mit rund 500 Besuchern ist das Deichbrand heute mit 50.000 Besuchern quasi hundertmal so groß. Also ist es wohl so, dass es weit und breit kein anderes Festival gibt, das so kontinuierlich und organisch gewachsen ist. In den Anfangsjahren waren wir als Veranstalter jahrelang hoch verschuldet, konnten also oft nicht so, wie wir wollten. Und dann kamen noch die verhältnismäßig großen Wachstumsschritte und Wetterkapriolen dazu. Bevor wir 2009 auf der heutigen Location am Seeflughafen Cuxhaven landeten, mussten wir auch jedes Jahr ein neues Veranstaltungsgelände erschließen, weil sich die Offshore-Industrie hinter dem Deich immer breiter machte. Wir haben uns also immer großen Herausforderungen gestellt, waren immer überaus fleißig und höchst engagiert. So sind wir da angekommen, wo wir heute sind. Im Gegensatz zu den Anfangsjahren sind wir schlicht und einfach sehr erfolgreich. Aber wir ruhen uns da nicht drauf aus und investieren viel in die Zufriedenheit der Gäste und in die Zukunft des Festivals.

Sicherheit ist ein wichtiges Thema bei Großveranstaltungen. Wird es in diesem Jahr neue Maßnahmen geben?
Ja natürlich! Wir haben ein sehr umfassendes Sicherheitskonzept zusammen mit den Behörden entwickelt, das wir jedes Jahr auf die aktuelle Lage anpassen. In den letzten Jahren haben hier einige Themen massiv an Bedeutung gewonnen. Eines der Top-Themen ist natürlich das Wetter! Gerade das letzte Jahr hat das auf nationaler Ebene eindrucksvoll gezeigt, als die großen Festivals wie Hurricane, Southside oder Rock am Ring abgesagt beziehungsweise unterbrochen werden mussten, weil die Sicherheit der Festivalbesucher bei Gewitter, starkem Wind und viel Regen nicht mehr garantiert war. Wir sind an der Nordseeküste schon immer besonders auf Wind und Wetter eingestellt und haben hier auch mehr Erfahrungen im Umgang damit. So sind wir am Deichbrand-Standort auch in der Windlastzone Vier, also haben auch per Gesetz die höchsten Anforderungen in Deutschland. Aber gerade in den letzten Jahren, als das Wetter global immer weniger kalkulierbar wurde, schien bei uns konstant die Sonne! Karma. (lacht)

Musik ist das Wichtigste auf einem Festival – aber es wird mittlerweile auch viel „Drumherum“ angeboten. Warum denn eigentlich?
Wie sollen sich 50.000 Besucher sonst vier Tage lang in einer temporären Festivalstadt wohlfühlen? Ein Headliner-Konzert dauert in der Regel nur 90 Minuten. Aber für die Zufriedenheit und das Wohlgefühl der Besucher müssen wir uns 24 Stunden am Tag kümmern. Die Besucher brauchen Abwechslung, Inspiration, gutes Essen, kühles Bier, zahlreiche erlebnisorientierte Aktionsbereiche und noch viel mehr.

Was macht euch „Nordisch by Nature“?
Das Deichbrand-Festival an der Nordsee ist von Menschen aus der Region für Menschen aus der Region und Besucher aus der ganzen Republik. Damit sind wir auch ein echtes Kulturfestival, also tatsächlich können die Besucher von außerhalb auch Land und Leute kennenlernen, wenn sie denn wollen. Die gesamte Crew und die Machart des Festivals sind „Nordisch by Nature“ und dieses besondere Prädikat haben wir uns spätestens mit der Fettes-Brot-Show 2015 erarbeitet.
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Matsch gehört einfach zum Festival dazu. Was sind deine Tipps für kritische Festival-Erstis?
Ganz einfach: Gummistiefel und regenfeste Kleidung! Im Norden sagt man ja schon immer, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt. Außerdem bieten wir auch alternative Unterkunftsarten an, von Holzhütten bis Iglus und es gibt zahlreiche Hotels und Pensionen in der Nähe des Festivals, falls Festivalcamping für den einen oder anderen Besucher nicht das Richtige ist.

Rain or Shine?
In den letzten Jahren hat sich das Wetter wirklich von der allerbesten Seite gezeigt. Wir hatten fast vier Jahre lang Sonnenschein. Aber unser Publikum hat schon in frühen Jahren gezeigt, dass es extrem wetterfest ist. Also auch bei Wind und Wetter rockt das-Festival. Wir wünschen es uns heiter bis wolkig, lieben blauen Himmel und genießen die Sonne am liebsten bei einer leichten bis mäßigen Brise!

Infos zum Deichbrand finden sich unter www.deichbrand.de

Interview: Lisa Matschinsky, Kathleen Kalle
Fotos: Ulf Duda

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