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Die Initiative Cheer’s Kitchen versorgt systemrelevante Einsatzkräfte mit einer frischen Mahlzeit und unterstützt dabei hiesige Gastronomen.
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Wir kennen ihn alle – den Frust, wenn man nach einem langen, harten Tag nach Hause kommt und der Kühlschrank gähnend leer ist, man aber nicht mehr genügend Energie übrig hat, noch einzukaufen und sich was Feines auf den Teller zu bringen. Der Griff ins Tiefkühlfach oder der Anruf beim Lieferdienst bringt meist die schnellste Erlösung, wenn der Magen knurrt und der Tag sich dem Ende neigt. Wohltuend sind Fertiggerichte und Fast Food allerdings nicht gerade – weder für den Körper noch für die Seele. Wie muss es wohl für sämtliche Berufsgruppen sein, die in diesem Corona-Jahr besonders beansprucht werden; für all die Pflegekräfte, Ärzte oder Feuerwehrleute? Unter höchster Belastung setzen sie sich Tag für Tag für das Gemeinwohl ein und stellen die Bedürfnisse anderer voran. Eine gehaltvolle und frische Mahlzeit, verbunden mit einer Pause vom Stress kommt da meist zu kurz. Zusätzlich haben sämtliche Kantinen oder Restaurants, die sonst einen nahrhaften Snack für Zwischendurch offerieren, geschlossen.
Diesen frustrierenden Zustand sowohl für die Belegschaften als auch für die Gastronomen wollte Fabian Haars von den Braunschweiger StreetFoodBros nicht tatenlos hinnehmen, zumal er selbst mit Beginn des Lockdowns im April keine Einnahmen mehr hatte. Und so entstand die gemeinnützige Initiative Cheer’s Kitchen: „Zuerst hatten wir die Idee, uns mit unserem Foodtruck vor die Krankenhäuser zu stellen, um dort den Mitarbeitern Mittagessen zu verkaufen. Dann haben wir uns aber entschieden, dass ein kollektives Projekt doch wesentlich sinnvoller ist“, berichtet Fabian, Vorstandsvorsitzender des Vereins. „Unsere Idee war es, Gelder aus der Öffentlichkeit und von Unternehmen zu sammeln und uns sowie andere Gastronomen zu beauftragen, Essen an systemrelevante Menschen zu verschenken“, meint er weiter.

Gemeinsam mit dem Gastronomen Patrick Witte der Weinbrasserie Monkey Rosé nahm die Vision Form an und fand sofort viel Unterstützung – nicht nur bei Gastronomen, sondern auch bei einigen Braunschweiger Kreativ- und Kulturschaffenden. „Es ist echt spannend: Da haben sich ein paar Menschen gefunden, die in dieser Form vorher nichts miteinander zu tun hatten und nun haben sie so eine schöne und wertvolle Initiative auf die Beine gestellt. Und dann die Dankbarkeit der Menschen, denen wir etwas geben“, schwärmt der Foodtruck-Betreiber Fabian über die Arbeit im wohltätigen Cheer’s-Kitchen-Team.
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Kein Projekt auf Zeit
Das Prinzip des Vereins ist kinderleicht: Jeder kann mit einen kleinen Beitrag oder in Form von Sachspenden unterstützen. Cheer’s Kitchen sucht gleichzeitig nach Gastronomen und bezahlt diese mit dem Spendenerlös. Die Gastronomen kochen anschließend und liefern aus. Schlussendlich bekommen die Arbeitskräfte eine frische, leckere Mahlzeit als symbolische Anerkennung.
Während des Lockdowns im April ackerten die Initiatoren von Cheer’s Kitchen etwa sechs Wochen am Stück rund um die Uhr – vom Aufbau der Website sowie der Social-Media-Kommunikation bis zur Suche nach den passenden Gastronomen, dem Kochen und letztlich dem Verteilen der Mahlzeiten. Mit Erfolg: „Das Ganze ist wirklich der Wahnsinn. Zu Beginn dachten wir, dass wir vielleicht 1 000 Euro zusammenbekommen und schwupps waren es nach vier Wochen schon 12 000 Euro. Viel kam von privaten Leuten, die großen Summen aber vor allem von Unternehmen“, so Fabian. Mittlerweile hat sich leider insbesondere die Unterstützung privater Spender etwas gelegt, dabei trifft der erneute Lockdown die Gastronomen und weitere betroffene Berufsgruppen womöglich noch viel heftiger als die Zeit im Frühjahr. „Zum Glück haben wir beispielsweise die Braunschweigische Landessparkasse als konsequenten Partner gewonnen“, erklärt der Foodtrucker und Cheer’s Kitchen-Vorsitzende. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit zahlreichen jungen und motivierten Braunschweiger Cafés und Restaurants wie dem Knast, der Jokha Bar, dem Loré oder dem Fräulein Wunder.
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Etwa zwei Aktionen führt die Initiative Cheer’s Kitchen aktuell monatlich durch – mehr Geld steht im Moment nicht zur Verfügung. Zuletzt wurden die Pflegekräfte der Malteser mit selbstgebackenen Torten aus dem Ofen des Makery Cafés überrascht. „Die Auslieferungen sind teilweise echt herzzerreißend – manche haben Tränen in den Augen, wenn wir sie überraschen“, erzählt Fabian.
Rund 2 000 frisch zubereitete Speisen wurden bereits von Cheer’s Kitchen verteilt. „Einige konnten während des Lockdowns gar nicht bei der Aktion mitmachen, weil sie sonst Probleme mit der Bezuschussung bekommen hätten. Paradox sowas ...“, ärgert sich Fabian. Cheer’s Kitchen hilft jedoch nicht nur den Gastronomen durch diese schwere Zeit, sondern versorgt auch systemrelevante Berufsgruppen mit Nervennahrung – und das geht ebenso nach dem Lockdown. Deshalb will sich der Verein auch „nach Corona“ engagieren und weiterhin mit geschenktem Essen für Seelenbalsam sorgen. Auf weitere tolle Projekte und ein hoffnungsvolleres kommendes Jahr – cheers!
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Text Louisa Ferch
Fotos Gil Bartz, Niklas Skog

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