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Die Braunschweiger Lady Lions demonstrieren erfolgreich,
wie viel Frau im American Football steckt.
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Ohne Teamwork gibts kein Dreamwork. Sie halten immer zusammen, haben ein gemeinsames Ziel und verbünden sich gegen ihre Gegnerinnen – eben genau wie eine echte Löwenfamilie. Bereits seit 1995 gibt es in Braunschweig ein Frauen-Football-Team. Auch wenn der ein oder andere noch nie etwas von den Lady Lions gehört hat, beweist die Damen-Mannschaft seit über zwanzig Jahren, dass American Football kein reiner Männersport ist.
Die Lady Lions spielen seit 2012 erfolgreich in der 2. Damenbundesliga. Im Jahr 2017 gewannen sie in ihrer Division, sodass sie als beste Mannschaft im Norden der Liga das Viertelfinale der Playoffs erreichten. Trotz anderer favorisierter Mannschaften konnten die Braunschweiger Mädels ihren Gegnerinnen bis zum Schluss trotzen. Seit jeher schreiben sie ihre Erfolgsgeschichte unaufhaltsam weiter und schafften es mit jeder Menge Spaß und Teamgeist bis an die Tabellenspitze: Erst 2019 durften die Lady Lions ihren bisher größten Erfolg als Meisterinnen der 2. Bundesliga feiern. „Plötzlich steht man dann im großen Finale und kann es gar nicht richtig glauben“, berichtet Janina Blaumeiser stolz im SUBWAY-Interview. „Wir haben an diesem Tag nicht gewonnen, weil wir überragend gespielt haben, sondern weil wir einfach als Team unser Ding durchgezogen haben“, freut sich die Löwin, die seit fünf Jahren als Fullback für die Lady Lions spielt. Diese Position vereint ihre Stärken und Leidenschaft: „Ich liebe es ganz einfach, Menschen zu schubsen – auf eine faire und bewusste Art und Weise“, lacht sie.
Auch wenn es in Deutschland über 400 Vereine gibt und American Football jährlich, beispielsweise durch die Fernsehübertragung des Superbowls, zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt, zählt er hierzulande nicht zu den favorisierten Sportarten. Wieso begeistert der Teamsport nicht mehr Menschen? „Viele wissen einfach gar nicht, wodurch sich American Football auszeichnet und von anderen Sportarten abhebt“, leitet Janina ein. Eine maßgebliche Grundsäule des Rasenschachs sind die Codes of Conducts. Die Regeln und Maßnahmen des Verhaltenskodex prägen einerseits die Repräsentation der Sportart und schaffen andererseits einen fairen Umgang sowie eine angenehme Grundstimmung auf und neben dem Feld. Außerdem wahren sie den guten Charakter und die Integrität der Disziplin.
Darüber hinaus spielt Wohltätigkeit im Football eine bemerkenswerte Rolle: Mit dem Walter Payton Award werden in den USA jährlich jene American Footballer geehrt, die zum einen auf dem Feld eine starke Leistung und zum anderen außerhalb des Stadions ein hohes soziales Engagement erbringen. Ein weiteres Happening in jedem Oktober ist der Breast-Cancer-Awareness-Month, in dem die Footballspieler mit pinken Trikots auf die Krankheit und die Brustkrebs-Vorsorge aufmerksam machen.

Buntes Rudel

Das Damen-Team ist ein bunt gemischtes Rudel, das sich aus erfahrener Sicherheit und jeder Menge frischem Wind zusammensetzt. „Bei uns liegen zwischen den Mädels auch schon mal 20 Jahre Erfahrung und genau die ist gerade beim Football unfassbar wichtig“, eröffnet Janina. „Wir sind der Beweis, dass es grundsätzlich egal ist, ob man mit 16, 25 oder 34 anfängt zu spielen. Der Altersunterschied ist so irrelevant, weil wir diese eine große Gemeinsamkeit haben: die Liebe und das Feuer für den American Football“, schwärmt die 39-Jährige im Gespräch.
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Zurzeit besteht die Löwenfamilie aus über 40 Mitgliedern und das Rudel wächst immer weiter. „Wir freuen uns immer, wenn Mädels zum Training kommen, den Sport einfach ausprobieren und dann so viel Spaß haben, dass sie dabei bleiben. Ein großer Vorteil – Football ist für alle: Größen, Formen, Längen und Breiten. Denn für jede Körperform gibt es eine Position, für die man genau gemacht ist“, freut sich die Spielerin. Bei unserem entspannten SUBWAY-Plausch wird schnell klar: Das Besondere bei den Lady Lions ist ganz eindeutig der Teamgeist und Zusammenhalt. „Wir sind eine große Familie, die über das Feld hinaus verbunden ist“, bestätigt Janina. Neben den wöchentlichen Trainingseinheiten festigt sich die Verbindung auch im Trainingslager vor jeder Saison: „Es sind eben auch die Trainer, die so herzlich sind und einem trotzdem in den Arsch treten, weil sie jede einzelne Spielerin fördern und für den Erfolg des Teams brennen. Sie geben einem die Freiheit, sich zu entwickeln und bringen gleichzeitig Ideen ein. Diese Mischung holt das Beste aus dem Team raus“, erklärt die Offense-Spielerin, die ebenfalls eine Trainerausbildung absolviert hat.

Female Power

„In Braunschweig gibt es ja eine ziemlich bekannte und erfolgreiche Männer-Football-Mannschaft – die New Yorker Lions. Deswegen gehen die Lady Lions auch etwas unter. Wir stehen immer so ein bisschen in deren Schatten. Natürlich spielen die Männer konkret in Braunschweig auch sportlich eine ganz andere Liga. In der German Football League geht es schon richtig um was. Dabei spielen eben unter anderem Zuschauer:innenzahlen und Geld eine Rolle. Auch wenn dadurch weniger Menschen von den Ladys wissen, ermöglicht uns dieses erfolgreiche Team nichtsdestotrotz auch einiges. Nach unserem Meistertitel durften wir beim Spiel der Lions einlaufen, was wirklich ein ganz besonderer Moment für uns war“, offenbart die Vollblut-Löwin und gesteht gleichzeitig: „Für Frauenmannschaften ist es einfach nicht ganz leicht. Es gibt diejenigen, die uns unterstützen und feiern, und jene, die der Meinung sind, Frauen haben auf dem Football-Feld nichts zu suchen.“
Trotz Damen-Teams, die seit Jahren bestehen und die Disziplin bereichern, ist eben nicht nur eine gesteigerte, mediale Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Wahrnehmung bedeutsam, sondern vor allem die wachsende Etablierung der weiblichen Spielerinnen und Vereine innerhalb dieses fortwährend stereotypisiert männlichen Sports. Es ist wichtig, Frauen in stabiler Football-Kluft zu sehen, die sich gegenseitig kraftgeladen wegtackeln und somit zeigen, dass Frauen alles sein können, was sie möchten – ebenso wie Männer.

Football fürs Feeling

Teamgeist, Fairness und Nächstenliebe sind wichtige Werte für ein gesellschaftliches Miteinander – wäre eine Vermittlung folglich nicht auch für Schüler:innen bereichernd? Als Lehrerin hat Janina eine klare Meinung zur Förderung der Sportart an deutschen Schulen: „Ich denke, wenn es da andere Förderungen geben würde und ein bisschen von diesem amerikanischen Football-Spirit beispielsweise durch AGs an unsere Schulen gebracht würde, könnte dadurch die Identifikation mit der Schule über das Sportteam gefördert und die Zugehörigkeit vieler Schüler:innen verstärkt werden“, betont die Pädagogin. „Natürlich muss es dafür auch Leute geben. Deshalb finde ich Initiativen wie die der New Yorker Lions wirklich wichtig und bereichernd“, fügt sie hinzu. Unter dem Motto „Lions at School“ geben Spieler der Lions an Schulen in der Region fortwährend Unterricht in kontaktlosem Flag Football und begeistern somit viele Kinder und Jugendliche jeden Geschlechts für die wenig eingebundene Breitensportart.
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„Wenn man Football nicht einmal ausprobiert hat, wird man nie wissen, was einem entgeht“, beteuert Janina. „Wir freuen uns über jede, die beim Training vorbeischaut und es versucht. Dafür braucht man eigentlich nichts, abgesehen von Spaß, Teamgeist und bestenfalls die Motivation, etwas zu reißen“, freut sich die 39-Jährige. „Football ist bereichernd und der optimale Ausgleich, um Alltagsstress loszuwerden“, stellt sie zum Gesprächsende klar.
Aufgrund der Pandemie spielen die Lady Lions eine stark verkürzte Saison. Dennoch findet glücklicherweise am 26. September ein Heimspiel gegen die Oldenburg Outlaws Coyotes auf der Roten Wiese in Braunschweig statt. „Wir wollen Spaß haben und natürlich mit dem besten Spiel, das wir zeigen können, gewinnen“, erklärt die erfahrene Football-Spielerin und ergänzt als Sprachrohr des Teams: „Insgesamt freuen wir uns einfach alle, überhaupt wieder spielen zu können und die Möglichkeiten auszutesten. Football hat uns so lange gefehlt, jetzt kehren wir geladen und voller Motivation auf den Platz zurück.“

Interview Michelle Abdul-Malak
Fotos Lady Lions

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