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Start-up deluxe: In den vergangenen neun Jahren hat der erfolgreiche Braunschweiger IT-Großhändler KOSATEC seinen Umsatz noch einmal verzehnfacht. Wie schaffen es Firmengründer Andreas Sander und sein Team, das Unternehmen
immer weiter über sich hinauswachsen zu lassen?
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Alle Welt spricht heute von Start-ups, vom Gründen und von Unternehmertum – vom Traum, aus einer ersten zündenden Idee ein riesen Geschäft aufzubauen. Will man sehen, wie‘s richtig gemacht wird – und das noch mit Coolness und Style –, sollte man sich die sagenhafte Erfolgsgeschichte des IT-Großhändlers KOSATEC und dessen Gründers Andreas Sander ansehen.
KOSATEC wächst und wächst, insbesondere auch durch Sanders Willen, seine Fähigkeiten und seinen Biss, das hochpotente Unternehmen immer wieder voranzubringen, weiterzuentwickeln und wenn nötig auch neu zu erfinden. Dieser scharfe Unternehmerwillen hat die Firma weit gebracht: Aus 3 000 DM Garagen-Firmen-Budget wurden 57 Millionen Euro Jahresumsatz in 2013 und schließlich zuletzt sagenhafte 522 Millionen Umsatz europaweit in 2021. Als Nächstes soll Milliarde geknackt werden.
Heute arbeiten an acht KOSATEC-Standorten rund 300 Mitarbeiter in 12 Abteilungen und helfen dabei, rund drei bis vier Millionen Euro täglich umzusetzen. Jahr für Jahr gehen mehr als 4 000 Bewerbungen für das Erfolgsunternehmen ein, davon etwa 800 auf die zehn bis zwölf zu vergebenen Ausbildungsplätze.
Was ist Andreas Sander für ein Typ und was für ein Team muss er um sich scharen, um all das zu schaffen? „Man arbeitet an – nicht in – seinem Unternehmen“, verrät uns der kernige 58-Jährige im SUBWAY-Zoom-Interview. Die richtige Zukunftsorientierung und die richtigen Mitarbeiter sind für ihn der Schlüssel zum Erfolg. Und das hat bei KOSATEC in fast 30 Jahren voller Höhen und mancher Tiefen Schule gemacht. „Seien Sie fleißig und verlässlich. Alles andere bringen wir Ihnen bei“, fasst Sander zusammen. Nur den Willen und den Ehrgeiz, mitzuleisten, müsse man mitbringen. Was Sander bei der Auswahl neuer Mitarbeiter außerdem wichtig ist und warum jeder, der wirklich motiviert und leistungsbereit ist, mitmachen und persönlich vom außergewöhnlichen Erfolg KOSATECs profitieren kann, verrät Andreas Sander im Interview.

Herr Sander, nach der 500-Millionen-Euro-Marke ist Ihr nächstes Umsatzziel die Milliarde. Ist das Motivation nach dem Motto „Think big“ oder ein realistisches Ziel?
Wir setzen uns nie unrealistische Ziele. Alles, was wir uns in den letzten sechs Jahren vorgenommen haben, ist auch eingetroffen oder sogar übertroffen worden. Da sind wir sehr realistisch. Jetzt haben wir nochmal einen Zacken draufgelegt, um zu zeigen: Wir kommen an unser Ziel. Trotzdem hat das natürlich auch Symbolkraft und Ausstrahlung und soll Zuversicht in die eigene Schaffenskraft geben. Dass wir dazu in der Lage sind und unser Ziel erreichen, wissen wir. Aber wie schnell schaffen wir das? Man muss so etwas sehr genau vorbereiten. Wir trauen uns das zu, sind hochperformant und wollen hochperformante Leute bei uns an Bord haben. Das sichert uns letztendlich auch unsere Beschäftigung für die nächsten Jahre.

Dieser große Ansporn und so hohe Ziele bergen ja auch viel Verantwortung. Können Sie denn nachts ruhig schlafen?
Wir nehmen das schon ernst, aber wir gehen damit locker um. Es kommt darauf an, wie emotional Sie ein Thema angehen. Man muss einfach alles planen, das man sich vorgenommen hat. Wir haben zum Beispiel eine neue 3 000-Quadratmeter-Logistikhalle an der Hansestraße 47 aufgebaut. Das müssen Sie im Mai vorbereiten, damit es im November online gehen kann – eine riesige Investition ... diese ganzen Gewerke, Instrumente, Regale, Gabelstapler, Mitarbeiter, Software-Prozesse und so weiter. Das ist sehr, sehr komplex. Man nimmt sich das vor, durchläuft die Prozesse und trifft strategische Entscheidungen. Letztendlich ist das Mathematik. Unruhig schläft man da nicht.

Man muss sich dabei doch auch viel trauen. Das hat auch immer mit Risiko zu tun …
Das ist ja das, was ein Unternehmer hat. Er hat Arsch in der Hose! Wir in der freien Wirtschaft erzeugen Arbeitsplätze und unser Hintern fährt auf ganz dünnem Eis Schlittschuh, während wir versuchen, das Richtige zu machen, unsere Arbeitsplätze zu sichern. Das wird mir von der Politik manchmal zu wenig gewertschätzt.

Denken Sie eigentlich auch manchmal schon über das Thema Ruhestand nach? Oder sind Sie eher der Typ „Arbeiten bis nichts mehr geht“?
Da habe ich drüber nachgedacht und ich versuche mein Leben so einzurichten, dass ich jetzt schon das machen kann, was mir am meisten Spaß macht. Aber man kann sich natürlich nicht aus der Verantwortung nehmen. Ich habe eine Verantwortung für dieses Unternehmen und das macht mir Spaß. Es ist natürlich auch ein riesiger Vorteil, wenn man für sich so eine Infrastruktur zur Verfügung hat – 300 Menschen arbeiten einem zu und ich habe die obere Verantwortung.

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Kennen Sie eigentlich jeden Ihrer 300 Mitarbeiter persönlich?
Ja, da habe ich natürlich meine Tricks! (lacht) Ich habe ein Organigramm. Da ist jeder Mitarbeiter aus jeder Abteilung mit einem Bild drauf. Wir haben aber auch 80 Aushilfen von Universitäten. Die kommen und gehen natürlich – da kann ich mir nicht jeden einzelnen merken. Aber ich gehe regelmäßig durch, gucke, wer ist der Mensch, wie heißt der und spreche mit dem. Wir haben mittlerweile Leute aus allen möglichen unterschiedlichen Nationalitäten bei uns. Herkunft, Hautfarbe oder sexuelle Ausrichtung spielen bei uns überhaupt keine Rolle. Auch welche Partei gewählt wird, ob man geimpft ist – das alles ist mir scheißegal. Bei uns darf jeder arbeiten, man muss nur gut performen. Und bei uns herrscht eine pluralistische, menschliche, sehr gute Arbeitsatmosphäre. Aber du musst halt richtig ackern.
Was würden Sie sagen, welche der zwölf Abteilungen bei KOSATEC liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ich leite die Finance, das ist klar. Und ich bin sehr eng mit dem Marketing, aber auch besonders eng mit der Personalabteilung – Human Ressources. Immer dienstags haben wir unseren Führungskreis mit allen Abteilungsleitern. Mit denen führe ich dann Reflexionsgespräche und wir definieren zusammen ihre Rolle und ihre Verantwortlichkeit. Ich treffe keine Entscheidung alleine – darum sind wir auch so erfolgreich. Aber ich treffe die letzte Entscheidung, die vorher durch viele Köpfe gegangen ist. Das macht unser Unternehmen so wertvoll. Wir sind junggeblieben, wir haben keine Star-Allüren, wir wissen, wo wir herkommen. Das ist bei mir auf jeden Fall so. Ich dulde keine Egomanie – auch bei mir selbst nicht. Auch möchte ich die Lernkurve jedes Mitarbeiters voranbringen. Bei uns gibts nicht nur Englischunterricht für jeden, sondern auch Seminare, und ich möchte auch, dass jeder sich aufrafft und da mitmacht. Das muss man manchmal aber auch in die Köpfe kriegen, wenn sie denken, sie wissen schon alles. Das Leben ist eine permanente Weiterbildung. Je höher Sie die Lernkurve aller ihrer Mitarbeiter kriegen, desto höher ist natürlich auch der Erfolg Ihres Unternehmens. Das ist einfach klar. Und manchen muss man das erklären. Ich sage immer: Du kannst mir hinterher erklären, dass dir das Seminar nichts gebracht hat, aber nicht davor.
Muss man seine Mitarbeiter also auch ein bisschen zu ihrem Glück zwingen?
Letztendlich ist meine Hauptaufgabe eigentlich, meine Mitarbeiter zu erfolgreichen Menschen zu machen, sodass sie einen sicheren Arbeitsplatz haben und selbstverständlich auch mehr Geld verdienen. Das gelingt aber nicht in jeder Abteilung. Wenn jemand kündigt und sagt: Das ist mir hier zu monoton, ich habe keine Gleitzeit, die Arbeitsatmosphäre gefällt mir nicht, dann sage ich: Das ist deine freie Entscheidung. Ich zwinge dich doch nicht, hier zu arbeiten. Ich kann viel bieten – eine ordentliche, fortschrittliche Arbeitsatmosphäre – aber nicht jedes Unternehmen passt zu jedem Mitarbeiter. Das ist ganz, ganz wichtig! Deswegen ist KOSATEC nicht gleich blöd. Man muss das alles sportlich sehen. Die Menschen sagen immer viel zu schnell, dass jemand anders Schuld ist. Das stimmt aber nicht. Der Typ im Spiegel ist verantwortlich für das eigene Leben, sonst niemand. Und das ist auch keine Phrase oder so. Solche Weisheiten und Zitate sind wirklich wichtig für mich. „Du bekommst, was du duldest“, das sind alles enorm wichtige Erkenntnisse. „Es gibt viele Wege, die Dinge falsch zu machen, aber nur einen Weg, Dinge richtig zu machen.“ Sowas wird mir immer klarer, je älter und erfahrener ich werde. Man ist selbst für sein Leben verantwortlich und muss etwas daraus machen. Diese Chance geben wir unseren Mitarbeitern.

Sind die Ansprüche an Ihre Mitarbeiter und Bewerber denn besonders hoch?
Unsere Anforderungen sind genauso hoch wie vor zehn Jahren. Da hat sich nichts geändert. Wir werden uns beim Qualitätsanspruch auch nicht herunterschrauben. Wenn du die Standards runterschraubst, wirst du damit kentern. Wir haben bei KOSATEC eine Leistungskultur und wir brauchen Leute, die von sich aus mitmachen wollen. Wir wollen keinen zwingen. Die Hauptsache ist: Wenn du was machst, machs richtig. Die zukünftigen, wichtigen Fragen, die ein Unternehmen zu facen hat, sind: Bekomme ich genug Mitarbeiter? Bekomme ich Mitarbeiter in einer gewissen Qualität – gerade auch junge Leute? Wir stellen jedes Jahr zehn bis zwölf Auszubildende ein. Wir wollen alle übernehmen und sind damit sehr erfolgreich. Den ganzen Werbeaufwand, den wir in Braunschweig betreiben, den kann der Tischler von nebenan aber nicht betreiben. Oder der Bäckermeister. Oder der Mittelständler. Was sollen die dann machen? Die brauchen auch Auszubildende. Und dann kommen die Jungen an und sagen: Ich will Influencer werden. Das ist nicht gut für unsere Wirtschaft. Ich sehe das äußerst kritisch.
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Wie kriegen Sie das hin, auch jungen Menschen zu motivieren, strebsam und ehrgeizig zu sein?
Wir haben einen dreijährigen Erziehungsauftrag und der gelingt uns auch. Wenn die mit Ausbildung fertig sind, sind sie erwachsen. Ausbildung ist das eine Ding, Schule das andere. Dass die jungen Leute motiviert werden, fleißig zu sein, ist Aufgabe der Schule oder der Gesellschaft – nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist es, mein Unternehmen erfolgreich zu führen und dafür suche ich die Leute, die mitmachen wollen und reinpassen. Wir zählen sehr auf die Jugend, aber die Jugend muss sich wieder darauf besinnen, dass nichts umsonst ist. Ich komme immer wieder zu der Erkenntnis: Schlechte Zeiten erzeugen gute Leute, gute Zeiten erzeugen nicht so gute Leute. Das ist ein Zyklus. Wir ruhen uns immer noch auf unserem Erfolg von gestern aus. Wir sind kein reiches Land mehr. Ein weiteres Problem, gute junge Leute zu finden, ist auch, dass wir in der Region einen großen Wettbewerb um Bewerber haben – viele erstklassige Arbeitgeber, die sozusagen alle dieses junge Gut Azubi brauchen.
Wie halten Sie da mit? Was bieten Sie, was die anderen nicht haben?
Wir bieten nichts, was die andern nicht auch haben. Wir bieten genauso gute Ausbildungsmöglichkeiten an wie die anderen. Aber wir machen uns cool und schick und wir sind erfolgreich. Man muss viel Werbung machen, seine Omnipräsenz erhöhen und sagen: Hey, wir suchen auch euch! Wir sind cool und jung – fang bei uns an! Wir bieten ein überdurchschnittliches Ausbildungsgehalt, bei uns kriegt man 30 Tage Urlaub. Da wird schon viel Honig ums Maul geschmiert, damit wir neben unseren Mitbewerbern bestehen können.

Was spricht noch für KOSATEC?
Wir sind wirklich ein cooles Unternehmen. Bei uns bestimmen unsere Leute den Erfolg und wir sind echt eine tolle Truppe aus verschiedensten individuellen Persönlichkeiten. Jeder kann so sein, wie er will. Alle sind fleißig und fokussiert. Und es macht natürlich Spaß, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die wissen, worum es geht, die keine ideologischen Ansätze haben, sondern intelligent Probleme lösen. Das ist die tolle Mischung in unserem Unternehmen. It’s all about Performance! Nicht mit einem Leistungsdruck, sondern wir holen das Maximale raus. Und wir nehmen uns unseren Marktanteil.
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Was macht diese Coolness bei Ihnen aus, die es woanders nicht gibt?
Gucken Sie sich unsere Partys an. Da ist alles drin, was wir machen. Auch wenn wir ne Party machen, machen wirs richtig – wir haben jetzt auch noch eine Rooftop-Bar auf dem Dach. Meine DNA ist in diesem Unternehmen – es hat alles viel mit Musik zu tun, mit Feiern, Belohnung, Anerkennung. Aber auch einer Karrierechance. Man kann sich einbringen und Geld verdienen. Und Geld ist wichtig! Ohne Geld könnten wir nicht bestehen, nicht investieren, nicht wachsen. Und wenn Sie gute Mitarbeiter haben wollen, müssen Sie denen gutes Geld abgeben.

Wie sieht der ideale für Sie Bewerber aus?
Natürlich super! (lacht) Nein, Spaß. Der ideale Auszubildende ist erstmal verlässlich und fleißig. Sie können bei uns sein, was sie wollen. Seien Sie bloß fleißig und verlässlich. Alles andere bringen wir den jungen Leuten bei.


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Nächstes Jahr feiern Sie 30 Jahre KOSATEC. Was hat das für eine Bedeutung für Sie?
Bei uns wird jedes Jahr gefeiert – und auch zwischendurch mal. Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Der Termin für die 30-Jahre-Party steht schon. Wir werden wieder dasselbe Format haben bei uns aufm Hof und werden fünf gerade sein lassen und das Leben genießen. Wir werden so oft feiern, wie wir können. Dass wir uns das aber leisten können, dafür müssen wir fleißig sein.

Herr Sander, Ihr Schlusswort?
Die Welt ist immer viel besser, als die meisten denken. Es wird auch wieder gute Zeiten geben, denn alles ist ein Zyklus.

Interview Benyamin Bahri
Fotos KOSATEC

1. April 2022

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