kafvka

7. Juni | Eulenglück (BS)
Support: Megazwei

Mit dem neuen Album „2084“ teilen die Berliner Kafvka wieder ordentlich aus. Ihre Release-Tour führt sie auch in die Eule.
Wir haben schon reingehört und mit Sänger Jonas gequatscht.
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Neokolonialismus, Konsumismus, (Selbst-)Digitalisierung, Verantwortungslosigkeit und Geschichtsvergessenheit – zu kritisieren haben Kafvka auch auf der gerade erschienenen Platte „2084“ jedenfalls genug: „Es ist 2018, bleibt alles scheiße.“ In unseren schönen neuen orwellsch-kafkaesken Zeiten bleibt nur noch die Flucht nach vorn. Einfach einen Chip in den Kopf einsetzen lassen und lässig von klugen Algorithmen regiert werden. Problem gelöst.


Was erwartet ihr vom Auftritt in der Eule?
Wir erwarten eine geile energetische Verbindung mit den Menschen. Und wir hoffen wie immer auch auf viele neue Gesichter, da wir ja planen, die Weltfrauschafft an uns zu reißen und das Geheimnis zu lüften, dass Trump nur ein Hoax war.

Torsten von den Beatsteaks hat uns gesagt, er findet Berlin fast voller von Braunschweigern als „Schwaben“. Findet ihr das auch?
Wir kennen wissentlich keine. Vielleicht fragen wir auch zu selten nach der Herkunft der Menschen, die wir kennenlernen. Vermutlich sind alle hier Braunschweiger außer den paar Schwaben.


Ihr seid auch fast alle zugezogen. Warum nach Berlin wie alle?
Als wir vor sechs bis zehn Jahren hergezogen sind, haben das wirklich alle gemacht. Aber der Hype ist durch, alle gehen jetzt nach Leipzig: Leipzig ist Hypezig! Aber nee, uns hat wahrscheinlich der Wunsch nach Freiheit in der großen Stadt hergeführt. Stephan hat damals Wien verlassen, weil es in Berlin richtig abgeht mit der Rockmusik ... kurz danach kamen Bilderbuch, Wanda und Yung Hurn (lacht). Jetzt in Berlin nervt ihn der krasse
Wien-Hype ein bisschen!

Worum geht’s auf eurem neuen Album?
Ich schreibe immer über die Themen, die mich persönlich bewegen. Texte von Songs wie „Hallo Welt“ und „Zukunftsmusik“ thematisieren die eigene Positionierung und mögliche Einflussnahme in unserer Gesellschaft beziehungsweise den Ausblick auf diese in der Zukunft. „Chip im Kopf“ und „Wi-Fi“ sind ein bisschen easier inhaltlich, aber auch sie haben ernstgemeinte Anteile. Der politische Fokus ist natürlich auch auf dem neuen Album stark vertreten mit Songs wie „2018“ und „Fick dein Volk“.


Viel Digitalisierungs-Themen. Seid ihr auch richtige Techies?
Die Antwort gibt zum Beispiel „Chip im Kopf“: „Ich will im Internet lebeeeeen ...“ (lacht). Nee, komplett jede digitale Neuerung gehen wir nicht sofort mit, schauen aber immer auch, welche Möglichkeiten zur persönlichen, positiven gesellschaftlichen Einflussnahme neue Techniken bieten.

Wie kamt ihr auf die skurrile Skibrille im Video dazu?
Wir hatten für das Video kein Budget mehr übrig, darum mussten wir uns ein Konzept überlegen, was nix kostet, aber trotzdem irgendwie den Inhalt des Songs abbildet (lacht).

Lieblingssong des Albums und warum?
Ich liebe vor allem den Opener „Hallo Welt“ sehr. Die Power und die Kritik, die da drinsteckt, sehe und erlebe ich in jeder positiven Form von gemeinsamer Gegenwehr gegen alle rechten Idioten, die ja derzeit sehr sichtbar sind.

Habt ihr auch an einen Hit zum Mitsingen für die Kids gedacht?
Ah shit, nee, schon wieder nicht (lacht).

Wie seid ihr auf Suzannah Karenina als Support gekommen?
Da leider, wie so oft in der Musikwelt, auch bei uns fast nur Männer involviert sind, war es für uns naheliegend, keinen Mann zu featuren. Suzannah ist eine langjährige Freundin, deren eigene Mucke krass gut ist. Ihr Projekt „rausz“ ist sehr zu empfehlen.

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Wie habt ihr euch seit dem letzten Album weiterentwickelt?
Dieses Mal haben wir uns mehr Zeit genommen, auch wenn uns das selber nicht so vorkam. Den Großteil der Songs haben wir Ende 2016 bis Mitte 2017 geschrieben und Ende 2017 gingen wir dann gleich ins Studio. Wir haben unser Repertoire erweitert und unser Sound ist jetzt fresher. Durch den unfassbar geilen Beatproduzenten Salomon aka 7apes hatten wir erstmals die Möglichkeit, unseren bewusst roughen Crossover-Sound ein bisschen zu modernisieren und durch elektronische Beats und Synthieflächen zu ergänzen.

Der Albumtitel erinnert an Orwells und Boualem Sansals Bücher?
Tatsächlich ist es mehr eine Hommage an „1984“ und an „Schöne neue Welt“ von Huxley. Das Buch von Boualem Sansal haben wir nur beim googlen gefunden, als wir das Album geplant haben, kennen es aber nicht. Du?

Nö. Aber ist bestimmt gut. Was ist euer Lieblingstext von Kafka?
Eigentlich kennen wir von ihm nur „Die Verwandlung“ (lacht). Das Buch ist jedenfalls richtig gut.

Ich liebe vor allem den Opener „Hallo Welt“ sehr.

Und die Lieblingssendung von Kavka?
Ich glaube von uns hat niemand einen Fernseher ... Aber ansonsten guckt jeder schon mal was auf Netflix oder so.

In der Eule habt ihr Megazwei dabei. Woher kennt ihr euch?
Wir sind immer froh, neue Bands kennenzulernen. Oft schlägt einfach jemand aus dem Team eine Band als Support vor. So war es auch bei Megazwei. Wir haben die uns dann angehört, fanden sie gut und freuen uns auf die Tour.

Mit wem hattet ihr als Supporter am meisten Spaß bisher?
Die Toten Hosen waren schon sehr nice im Umgang mit uns. Die sind wirklich übelst korrekt. Wunderbar war es auch mit Jennifer Gegenläufer, der einfach ein sehr cooler Dude ist. Deshalb supportet er uns auch bei unserer Berlinshow. Mit Turbostaat und Radio Havanna waren es auch sehr geile Shows. Limp Bizkit dagegen waren eher strange drauf und haben sich grundlos 50 junge Frauen auf die Bühne geholt, die einfach dumm im Hintergrund rumtanzen sollten und danach so halb aus dem Backstage befördert wurden. Komische Aktion auf jeden Fall.

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Album-Tipp
„2084“

Es ist 2018, Kafvka bleiben sich treu. Wieder allerhand Ernstes, Spaßiges, Geistreiches und rhetorisch Ausgeklügeltes dabei, einige Songs sind smoother, aber der Nu-Metal-Crossover-Touch ist geblieben, einige Parts sind sogar härter, schneller und treibender geworden. Geil!

Interview Evelyn Waldt
Fotos Kafvka

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