Eins A

4. Mai | Flavour Jam VOL. X
Sauna-Klub (WOB)

Rapper Eins A hat mit uns über sein frisch herausgebrachtes Album „Muutu“,
seine musikalische Entwicklung und positive Lebenseinstellung gesprochen.
KF EinsA Pressebild 3 Foto v. Ole Plonnigs Art
Eine Ansage auf Sizilianisch: „Ich mach‘ mein Ding, also sei leise!“ Andreas Bucklisch aka Eins A knüpft mit seinem im März releasten zweiten Album „Muutu“ (sizilianisch für „Sei leise!“) da an, wo er 2014 mit „Soziale Intelligenz“ aufgehört hat. Die Message ist: „Do your thing!“ Nach seiner smoothen Intermezzo-EP „Orizzonte“, 2017 mit dem Braunschweiger Wllet aufgenommen, kommt die neue Platte, wie die erste mit dem Sizilianer Akmebeats produziert, wieder deutlich härter daher. „Es ist ‚Ruff, Rugged & Raw‘. Ich liebe auch die smootheren Beats, aber mein Rapstil passt besser auf die roughen“, erzählt uns der Halbsizilianer. „Akme und ich funktionieren auch einfach zusammen. Wir sind jahrelange Freunde und musikalisch immer auf einer Wellenlänge.“ Einige der Songs waren schon Anfang 2017 fertig, da war das Album noch nicht geplant und Andreas steckte mitten in der „Orizzonte“-Produktion. Nach der EP ging die Arbeit an „Muutu“ aber ganz schnell und intuitiv voran. „Leidenschaft und Liebe gepaart mit Ehrgeiz ergeben einen wundervollen kreativen Cocktail. Wenn Akme mir Beatpakete schickt, ist da echt total verrücktes Zeug dabei. Manchmal muss ich sie erst ein paar Tage auf mich wirken lassen, bevor ich überhaupt realisiere, wie dope die sind. Wenn der Funke bei einem Beat dann überschlägt, agiert einfach der MC in mir: Ich überlege nicht lange, sondern weiß schon instinktiv, wie ich es rüberbringen möchte, obwohl der Text noch gar nicht steht.“
Sein statt Schein
Das Feedback auf die bisherigen drei Videoauskopplungen war durchweg positiv, berichtet er, sogar große Szene-Medien wie MZEE oder Backspin haben supportet. „Wobei die Reichweite ruhig hätte höher sein können. Als Künstler braucht man die und will auch wahrgenommen werden. Ich denke aber, in Zukunft geht da noch mehr und bin zufrieden.“ Nach der ersten Auskopplung „HG-90“ mit Cuts des „It’s all good“-Organisators Kid Kapone, in der Eins A auf den Facebook-Vorwurf reagiert, er sei „hängengeblieben in den 90ern“, gab es die Videopremiere von „Mafia, oder was?“ bei MZEE. Nun ist „Duft der Begierde“ erschienen: „Definitiv mein Favourite. Nicht nur wegen des unfassbar dopen Beats, es sind auch meine zwei Lieblingsstrophen auf dem Album“. Eins A spricht in seinen Songs gewohnt offen über seine Lebensansichten und die Beschränktheit einiger Leute, wie Rapper, die einen Pseudo-Lifestyle mit Waffen und Drogen propagieren: „Viele von denen sind erwachsene Männer. Deren Wertesystem und wie sie sich selbst präsentieren finde ich einfach mehr als peinlich. Scheinbar starke Attitüden entpuppen sich sehr schnell als schwache Geistesentwicklungen. Kommerziell gesehen funktioniert es ja anscheinend und hochgelobt wird es auch. Mir war es aber immer wichtig, authentisch zu sein. Hätte ich beispielweise gewaltverherrlichende Texte geschrieben, um cooler oder härter zu wirken, hätte ich mich und die Zuhörer doch die ganze Zeit belogen.“
Liebe statt Hass
Dem Broistedter, der auch schon als Fliesenleger auf dem Bau gearbeitet hat, geht es stattdessen darum, den Menschen etwas Sinnvolles mitzugeben. Nicht nur durch seine Texte, sondern auch mit persönlichem Engagement wie mit dem bundesweiten Workshop-Projekt für Jugendliche Rapflektion, bei dem er seit 2015 mitmacht. Dort sollen die Kids nicht nur im Rap richtig aufblühen und ihr Selbstwertgefühl stärken, sondern auch ihre Lebens- und Gefühlswelt ehrlich reflektieren, Respekt und Gemeinschaftsgefühl entwickeln und natürlich Spaß haben, berichtet er uns. „Egal welches Geschlecht, welche Ethnie oder Hautfarbe, wir sind alle gleich und jeder hat das Bedürfnis nach Liebe. Das sind so unsere Grundpfeiler. Ich glaube, es fehlt in unserer Gesellschaft vielfach an Kommunikation. Es wird alles immer sofort abgestempelt, ohne sich wirklich darüber Gedanken gemacht zu haben. Man hinterfragt nicht mehr, weil wir zu bequem geworden sind.“ Der 30-Jährige bleibt dennoch optimistisch: „Wir sollten uns deshalb aber nicht spalten lassen, sondern dem Hass Liebe entgegnen und uns um mehr Aufklärung bemühen. Da ein Großteil der Jugendlichen einen Bezug zu Rap hat, sollten gerade Rapper ein höheres Bewusstsein dafür entwickeln und mehr Verantwortung übernehmen, anstatt Gleichgültigkeit und Egoismus zu propagieren.“
KF Eins A Akmebeats Pressebild Art

hätten wir uns damals gegenseitig mehr unterstützt, wären wir auch überregional relevant

Community statt Kopie
Als Jugendlicher hat auch Andreas viel Rap gehört und war fasziniert davon, wie Rapper Wörter einsetzen und sie reimen lassen, so ist Hip-Hop Teil seiner Identität geworden, erklärt er. Zuerst belächelt und nicht ernstgenommen, hat er hart an seinem Stil gearbeitet: „Ich bin kein Nas. Ich wusste, dass ich nicht mit Talent gesegnet wurde. Rap, wie ich ihn jetzt mache, musste ich über Jahre erlernen. Es war ein langer Kampf.“ Er wollte nie eine Kopie sein und sich von gängigen Rapstilen beeinflussen lassen. In der Anfangszeit hat ihn vor allem sein Freund und Rapflektion-Gründer Carlos Zamora beeinflusst: „Ich hatte immer meinen eigenen Kopf, der mir aber gerade deswegen auch allzu oft im Weg stand.
Carlos war der erste, der mich motivierte, ein wenig anders an die Sachen heranzugehen und mir mit seiner Kritik half, meine Musik besser umzusetzen. Heute gibt es so viele talentierte Künstler hier in Braunschweig, die ich sehr schätze, wie Disa, Kid Kapone, die Jungs von air.port, Jonny S, Das Vorläufige Synonym und viele andere. Ich hatte immer den Community-Gedanken und glaube fest daran, dass wenn wir uns damals gegenseitig mehr unterstützt hätten, wir auch überregional relevant gewesen wären, oder auch immer noch sein können, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“
Auch heute, nach Auftritten mit Szene-Größen wie Retrogott und Hulk Hodn, MC Rene und Schaufel und Spaten und dem Erfolg bei Kool Savas‘ regionalem Rap-Contest „Rap4good“ bleibt Eins A noch selbstkritisch und will weiter daran arbeiten, jede einzelne Zeile wie eine Punchline klingen zu lassen, egal ob selbstreflexiv oder sozialkritisch. Zudem hat er angefangen, selbst zu produzieren und auf „Orizzonte“ schon drei eigene Remixe veröffentlicht. „Beim Produzieren bin ich noch in meiner Selbstfindungs- und Lernphase. Ich weiß, in welche Richtung ich gehen möchte, aber mir fehlt noch das Know-how.“ Sein nächstes Projekt möchte er dann selbst produzieren: „Alles selber machen ist schon ein Traum. Es ergeben sich dadurch viel mehr Möglichkeiten.“
KF Eins A Live in Catania 1 Art

Interview Evelyn Waldt
Fotos Ole Plönnigs

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