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Commercial Suicide

25. Januar/ Spunk und
8. Februar/ B58 (BS)
mit Niru und Elephanta


Die Braunschweiger Hardcore-Punk-Institution Commercial Suicide gibt sich am
25. Januar im neuen Spunk die Ehre.
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Man könnte sagen, die Jungs von Commercial Suicide sind in doppelter Hinsicht Teil des ganz harten Kerns der Braunschweiger Musiklandschaft. Zum einen natürlich, weil sie Hardcore machen; zum anderen, weil es sie schon sage und schreibe 17 Jahre gibt. Vier der fünf Bandmember sind seit Ursprungsbesetzung teil der Crew. „Auf der zweiten Gitarristenstelle gab es personelle Wechsel, aber Steffen ist ja jetzt auch schon seit 2008 dabei“, so Stefan, seines Zeichens erster Gitarrist. „Damals war ich noch der jüngste, jetzt hole ich langsam auf“, lacht besagter Steffen, während wir uns in die Sitzecke ihres Proberaums bequemen. Wenn eine Band Einschätzungen zur hiesigen Musikszene und ihrer Entwicklung geben kann, dann wohl diese.
Neue musikalische Anlaufstellen
„Mega, dass hier neue Zentren entstehen“, meint Stefan in Bezugnahme auf ihr anstehendes Konzert im Spunk. „Es war eine lange Zeit ziemlich tot hier in Braunschweig, jetzt sprießt überall was Neues.“ Am 25. Januar bläst man zum Hardcore- und Punkgeballer auf neuem Terrain. Gerade für solche kleinen, vertraut-verschwitzten Shows fehlte es in den letzten Jahren an guten Lokalitäten in Braunschweig.

Micha, Bassist und Mann für die Backing Vocals, ist einer, der davon praktisch ein Lied singen kann. Als Tontechniker verschafft er Bands auf den Bühnen der Stadt Gehör und erinnert sich: „Es gab lange nicht viel. Die letzten die zugemacht haben, waren Hansa, Meiers und Tegtmeyer.“ Die netten kleinen Läden seien es, die nach und nach verschwanden, sagt auch Stefan. Umso größer die Freude, dass mit Spunk, KufA und Westand neue Plattformen zur Verfügung stehen. „Jeder neue Club ist für uns Gold wert“, resümiert Steffen. „Wir spielen sonst von unseren acht Konzerten im Jahr fünf im B58 und drei im Nexus.“ Das Spunk ist Café und Bar in Lokalunion und existiert seit Ende 2019 am Ringgleis, Ecke Hugo-Luther-Straße. „Wild Music For Wild People“, so das Versprechen des neuen Venues.
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Braunschweig kommt wieder
Braunschweig wurde wieder Leben eingehaucht. „Die Qualität der Audioproduktionen, die hier auf den Markt kommen, ist beachtlich. Alleine wenn man sich die neuen Sachen der Forkupines und GR:MM mal anschaut, aber auch von Newcomern wie Torch. Das kommt echt dick rüber“, meint Steffen, der nebenbei auch bei Niru an der Gitarre aktiv ist. „Du brauchst Leute, die was auf die Beine stellen“, meint Drummer Nils und schiebt hinterher: „Das war im Hardcore vor fünf bis zehn Jahren vielleicht etwas forcierter, mit Aushängeschildern wie A Traitor Like Judas. Aber auch jetzt passiert viel, gerade in der Metalabteilung.“ Commercial Suicide haben ihrerseits bislang zwei Platten released, für 2020 stehen endlich neue Aufnahmen auf dem Plan.

Szeneinterne Sinnfragen
„Sind wir Hardcore oder sind wir Punk? Was sind wir eigentlich?“, fragt Boris, die Stimme der Band. „Irgendein Veranstalter hat bei uns mal ‚Skatepunk/Hardcore‘ aufs Plakat geschrieben“, erzählt Micha, „und da fanden‘s alle cool und seitdem steht das bei uns drunter.“ Genres bedeuten für Commercial Suicide aber generell nicht die Welt. „Wir wollen nicht mehr in die Szene“, so der interne Konsens einer Gruppe, die schon da war, als das alles mal wirklich etwas gezählt hatte. „Das kriegst du alles nicht mehr mit, ab einem Punkt, wo dir so was scheißegal ist“, konstatiert Nils trocken. „Wenn ich auf ein Konzert gehe, ob Jazz, Grindcore oder was auch immer, dann weil ich da Bock drauf habe. Das alles relativiert sich einfach irgendwann, wenn du im Job stehst, sich deine Ansprüche und Verpflichtungen im Leben verändern.“ Als Jugendlicher identifiziere man sich eben nochmal anders mit Musik. „Dieses ‚wir sind wir, ihr seid nichts‘ – solche groben Haltungen legen sich mit dem Alter ...“

„Geht lieber auf ein scheiß Konzert, als euch einen auf euer Musikstreaming zu wichsen“

Geht auf Konzerte!
Was man so im Studio ausproduziert ist nicht unwichtig, doch das Erlebnis einer Liveshow sehen sie nach wie vor als Essenz des Musikerdaseins: „Klar, entweder dick auffahren, oder du spielst halt wirklich kleine Läden wie das Spunk. Das ist back to the roots: Du, deine Verstärker, ein Schlagzeug und dann geht‘s los“, sagt Micha, der selbst auch schon auf großen Open-Air-Bühnen gestanden hat und beiden Dimensionen etwas abgewinnen kann. „Wenn du ebenerdig einen halben Meter vorm Publikum stehst, musst du dein Handwerk schon beherrschen.“ Die Intimität und Unmittelbarkeit solcher Shows schätzt auch Nils: „Du kannst dich hier einfach nicht hinter deinem Sound verstecken.“ Schade findet es das Quintett dann nur, wenn die Leute letztlich zu schnarchig werden und den Shows zunehmend fern bleiben. „Am Jahresende sieht man dann auf Instagram, wie sich alle aufgeilen an ihren Spotify-Streaming-Minuten.“ Steffen ist genervt: „Dann steh ich da wochenends auf einem Konzert im B58 und da sind dann vielleicht höchstens zehn andere zahlende Gäste und du fragst dich, wo sind die Leute? Alter, geht lieber auf ein scheiß Konzert, als euch einen auf euer Musikstreaming zu wichsen.“ Egal, ob es jetzt um den nischigen Underground oder um professionelle Bands geht: Musik sollte live stattfinden können und dafür braucht es eben ein Publikum und ein Venue, das sich nicht zu bequem ist für Shows, egal ob klein oder groß.
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Text Simon Henke
Fotos Frank Tobian, Simon Henke

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