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Grillmaster Flash & Lässing

19. Januar | Eulenglück (BS)

Norddeutsche Gelassenheit trifft Landshuter Wortakrobatik: Auf ihrer „Zwei Slacker geben Stoff“-Tour reisen Grillmaster Flash und Ibrahim Lässing durch die Republik und landen für ein Konzert in der Eule.
KF Eule GRILLMASTER FLASH c Alain Sussex art
In seinen Songs sinniert er darüber, was wäre, wenn eines Morgens alles Geld verschwände, warum Sottrum die Hauptstadt des Heavy Metal ist oder weshalb man einfach mal mit den Jungs abhängen muss. Christian Wesemann alias Grillmaster Flash veröffentlichte Ende letzten Jahres sein zweites Album „Stadion“, auf dem der selbsternannte Slacker und Werder-Bremen-Fan ehrlichen Rock mit Punk und 80s-Vibes verbindet. Wir haben Grilli zum Interview getroffen und über die Platte, Altersvorsorge und Braunkohl geschnackt.
Dein zweites Album „Stadion“ kam zum Jahresende raus. Wie viel hat das tatsächlich mit Fußball zu tun?
Gar nichts. Ich habe das Album so genannt, weil ich immer mal eine Stadion-Tour machen wollte. Dann dachte ich, ich verbinde das Praktische mit diesem klangvollen Wort. Ich mag vor allem das Stadion-Feeling. Dieses besondere und extrem große Flair hat man natürlich, wenn man zum Fußball geht, aber eben auch bei Konzerten. Es ist bombastisch. Die Platte ist überhaupt nicht bombastisch (lacht). Darauf sind eher kleine Songs, Rocksongs. Vielleicht funktionieren sie auch im Stadion, wir werden es möglicherweise irgendwann herausfinden.

Kommen dir dann Clubkonzerte in kleinen Locations wie dem Eulenglück trotzdem gelegen?
Auf jeden Fall. Das ist das, wo wir herkommen und wo die Nähe zu den Leuten größer ist als irgendwo anders. Da kann es auch mal sein, dass plötzlich jemand auf der Bühne steht und rumhampelt. Das wird gut. Wir fahren zusammen mit Lässing, es wird quasi eine Doppel-Headliner-Tour, die „Zwei Slacker geben Stoff“ heißt. Ibrahim Lässing hat auf meinem Album bei „Pleite gehen“ ein Gitarrensolo gespielt . Wir würfeln dann aus, wer auf Tour anfängt (lacht). Das wird eine gute Zeit.
Warst du schon mal in Braunschweig?
Da war ich schon zwei Mal, glaube ich. Ich habe ja mal viel Solo gespielt, das mit der Band wird ja jetzt erst ein bisschen mehr. Damals war ich viel in kleinen Kneipen unterwegs und habe in der KaufBar gespielt. Das war gut.

Was macht für dich einen Slacker aus?
Das ist für mich dieser klassische 80er-Jahre-Loser. So ein Marty McFly. Ein Wort, was ein bisschen aus der Mode gekommen ist. Wir haben es einfach mal wieder ausgegraben, weil wir es schön finden. Es hört sich nicht ganz so heftig an wie Loser oder Versager und ist irgendwie cool. Und es bezeichnet uns und die Leute, mit denen wir abhängen, wahrscheinlich am ehesten.

Worüber singst du in „Pleite gehen“?
Ich stelle mir das so vor, dass man morgens aufwacht und es kein Geld mehr gibt. Der Song fängt an mit Briefträgern, die in ihrer Hängematte liegen, Cocktails trinken und Pause machen, weil keiner mehr Rechnungen schreibt und sie keine Arbeit mehr haben. Das finde ich eigentlich ganz gut, ich bekomme nämlich immer nur Post von Leuten, die Geld von mir wollen (lacht). Keine richtigen Briefe oder so was, das ist ein bisschen schade, aber so ist es ja leider meistens.
Was ist dein Tipp für Altersvorsorge?
(lacht) Ich weiß gar nicht, was man da machen kann. Ich selber kann das gerade nicht, deswegen habe ich keine Ratschläge, was da der richtige Weg wäre. Vielleicht ein Haus kaufen? Keine Ahnung. Die Frage ist, wie alt man überhaupt wird. Vielleicht werde ich auch gar kein Rentner, weil ich ja jetzt selbstständig bin.

In deinen Liedern singst du über Alltägliches, über dich und Rock ‘n‘ Roll. Wie vieles von deinen Songs hast du wirklich erlebt?
Es ist nicht alles so autobiografisch. Alles, was mich betrifft und was mich interessiert, bringe ich ein. Ich will schon eine Nähe herstellen aber nicht unbedingt zu mir persönlich. Das einzige, was ich erlebt habe, ist ein Song von unserer neuen 7". Die haben wir zum Album dazu gemacht und sie ist auf 500 Stück limitiert. Im Song „Pommes“ geht es darum, dass ich mit einem rechtsradikalen Typen in einer Pommesbude saß. Das wusste ich aber nicht und er hat sich dann mit mir unterhalten. Irgendwann fing er an, ganz eklige, krasse Sachen zu erzählen. Die weiße Rasse retten und Bevölkerungsaustausch und dieser ganze Unsinn. Für den habe ich diesen Song geschrieben (lacht). Das ist die Quintessenz: Pommes sind nicht das Volk. Der Song geht 17 Sekunden. In der Zeit ist quasi alles gesagt.
Was waren frühe Berührungspunkte zum Rock? Hast du zu Hause Beatles, Stones oder eher Punk gehört?
Ich habe eigentlich zuerst Punk gehört. Der klassische Einstieg Mitte der 90er mit den Bands, die da eben am Start waren. Greenday oder Die Ärzte. Mein erstes richtiges Rockkonzert war tatsächlich von den Scorpions in Bremerhaven. Da war ich zwölf oder 13 und hatte einen Gitarrenlehrer, der so ein Metal-Typ war und mich mitgenommen hat. Dann habe ich tatsächlich eine Zeit lang relativ viel Scorpions gehört (lacht). In dem Bandkatalog kenne ich mich sehr gut aus. Metal oder Hardrock habe ich eigentlich nie viel gehört, wenn dann Maiden oder Metallica. Aber sonst eigentlich mehr Punk. Als ich schon Ende 20 war, habe ich mich dem Rock ein bisschen geöffnet und fand das dann ganz geil. Vorher war das verpönt, Rockbands waren vielen zu lasch.

Dein Namensgeber ist DJ- und Hip-Hop-Legende Grandmaster Flash. Warum der Name, ist das nicht verwirrend?
Das ist ein blöder Zufall, weil ich mir den Namen gar nicht selber ausgedacht habe. Seit ich 14 oder 15 bin, nennen mich meine Freunde Grilli. Das kommt auch tatsächlich von Grillen, ist also so flach, wie es klingt. Der Name Grillmaster Flash fiel dann irgendwann und es wurde nicht viel drüber nachgedacht. Jetzt benutze ich den schon seit zehn Jahren, was am Anfang noch ganz lustig war. Inzwischen ist es überhaupt nicht mehr lustig, aber ich kann jetzt auch nichts mehr machen (lacht).
Welche Frage bekommst du nie gestellt?
Was ich davon halte, dass es Grünkohl nicht im ganzen Bundesgebiet gibt. Bei euch heißt es Braunkohl, teilweise im Bremer Raum auch. Da würde ich drauf antworten: Ich weiß es nicht. Ich will es auch nicht verstehen können, aber ich möchte, dass es sich verändert. Das ist eine wichtige Frage. Wir haben auch schon überlegt, uns auf unserer Tour vom Catering immer Grünkohl liefern zu lassen. Dann müssten alle Veranstalter versuchen, das irgendwie anzukarren (lacht). Es muss auch immer gleich zubereitet sein. Gerne mit Kassler, Bregenwurst und Pinkel. Das letzte ist eine Grützwurst, sieht ekelhaft aus, ist aber lecker. Das sind Themen, mit denen ich mich beschäftige, wenn ich Zeit habe.

Interview Katharina Holzberger
Fotos Alain Sussex

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