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Die Sauna

5. März/ Eulenglück (BS)

Das Münchner Sextett Die Sauna heizt am 5. März das Eulenglück ein.
KF DIE SAUNA Pressefoto c Susanne Steinmassl art
Treffen sich sechs knackige Mittzwanziger in Süddeutschland und fangen an, Rockmusik zu machen. Heraus kommt dabei ein feiner, deutschsprachiger Indiesound mit leicht alpinem Zungenschlag, wie man ihn bereits bei Wanda oder Bilderbuch kennen und lieben gelernt hat. Das Ganze nennt sich seit 2016 Die Sauna, die vor einem halben Jahr mit ihrem Debüt-Album „So schön wie jetzt war es noch nie“ an den Start gegangen sind. Die Scheibe klingt nach einem melancholisch-traumhaften Rausch, mit eingängigen Pop-Höhepunkten und ganz eigener rockiger Note. Bereits letztes Jahr spielten sich die Jungs durch die Republik und gerade packen sie die Koffer für die Fortsetzung ihrer Erfolgstour. Auf dem Weg nach oben macht Die Sauna auch Halt in der Braunschweiger Eule und Gitarrist Thomas hat mit uns über das bisherige Musikerleben der Band geplaudert.
Um was geht es auf „So schön wie jetzt war es noch nie“?
Das Album erzählt die Reise eines namenlosen Protagonisten raus aus der Abgeschiedenheit in ein glamouröseres Leben voller Verheißungen und Versuchungen. Eine Reise, die unweigerlich im Exzess und im Absturz endet. Vor dem eigentlichen Songwriting haben wir uns zusammengesetzt und diese Geschichte als Leitfaden für das Album ersponnen. Die Geschichte ergab sich gleichermaßen aus persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen. Gleichzeitig kann der Albumtitel natürlich auch als sarkastischer Kommentar auf das derzeitige Weltgeschehen verstanden werden.

Was ist für euch jetzt gerade so schön wie nie?
Auch wenn man zurzeit oft das Gefühl hat, dass eh alles den Bach runtergeht, gibt es immer noch zahlreiche Momente, die einen hoffnungsvoll auf die Zukunft blicken lassen. Vor allem die jüngere Generation, zu der wir uns auch gerade noch so dazuzählen, beschäftigt sich gefühlt in den letzten Jahren wieder stärker mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Dieses kollektive Unverständnis über das „Weiter so“ stimmt uns optimistisch, dass in Zukunft vielleicht doch nochmal alles gut wird.
Habt ihr euch tatsächlich in der Sauna kennengelernt?
Ehrlich gesagt war das gar nicht in der Sauna, sondern beim Angeln. Deswegen haben wir auch keine spezifischen Präferenzen beim Saunieren oder so. Beim Angeln fokussieren wir uns vor allem auf Kugelfische und Schwertwale. (lacht)

Euer Sound erinnert an die großen Indiebands der 2000er. Sind die 00er-Jahre euer Jahrzehnt?
Die 00er Jahre sind ja das erste Jahrzehnt, das wir aktiv miterleben durften, von daher wurden wir natürlich schon stark mit dieser Musik sozialisiert. Allerdings haben wir bei unserem aktuellen Album unsere Inspirationen mehr aus dem Post-Punk/New Wave der 80er Jahre gezogen. Wenn Indie-Rock aus den 00er Jahren, dann der New Yorker Sound, beispielsweise von The Strokes oder Interpol. Vom Feelgood-Indie-Discosound, der sich später etabliert hat, haben wir uns nach einer kurzen Liaison wieder schnell entfremdet.
Welche Modetrends und –sünden sind euch aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben?
Blondierte Haare, weite Baggy-Hosen, Hoodies mit überdimensionierten Logos – also eigentlich genau die Art von Mode, die heutzutage wieder bei Urban Outfitters und Co. ausliegt.

Wie würdet ihr euren Sound selbst beschreiben?
Mit einer konkreten Genre-Bezeichnung tun wir uns selber eher schwer. Generell versuchen wir, die eben genannten Einflüsse in ein modernes Gewand zu stecken und damit etwas Frisches im deutschsprachigen Musikraum zu schaffen. Beim letzten Album wollten wir uns auch ganz bewusst nicht auf eine bestimmte musikalische Richtung festlegen, deswegen fallen die einzelnen Songs auch teilweise sehr unterschiedlich aus. Für Freunde der elektronischen Gitarrenmusik ist aber bestimmt der ein oder andere Song dabei.

Mit welchen Musikern würdet ihr gerne mal zusammenarbeiten? Habt ihr musikalische Vorbilder?
Wenn wir uns intern auf unsere gemeinsamen Lieblingskünstler festlegen müssten, würden dabei wahrscheinlich The Voidz und The Strokes rauskommen. Sollte also Julian Casablancas mal bei uns anklopfen – eher unrealistisch –, würden wir sicher nicht nein sagen. Im deutschsprachigen Raum geht zurzeit eigentlich nichts an Max Rieger vorbei. Falls sich hier mal eine Kooperation auftun sollte, wären wir auch sehr happy!

Ihr standet schon als Support mit Tocotronic auf der Bühne. Wie war das für euch?
Wir hatten das große Glück, bei einem Auftritt von Tocotronic in Wien mit dabei sein zu dürfen. Da ging natürlich schon ein kleiner Traum für uns in Erfüllung. Im Zuge eines einzelnen Konzerts hat man dann aber gar nicht so viele Gelegenheiten, um über den üblichen Small Talk hinaus miteinander in Kontakt zu treten. Wir haben die vier Tocotronics aber als sehr freundliche, warmherzige Menschen in Erinnerung.
Wie habt ihr das Musikerdasein und Touren bisher erlebt? Sex, Drugs & Rock’n’Roll?
Für uns ist das Touren eigentlich wie Urlaub. Man fährt viel rum, lernt interessante Leute kennen und hat viel Spaß. Abends geht es dann auch mal gerne etwas turbulenter zu. Allerdings fehlt uns noch das finanzielle Polster für Sex und Drugs – deswegen überwiegt auf Tour vor allem der Rock’n’Roll. Wenn auf der nächsten Tour allerdings genügend Besucher auf unsere Konzerte kommen, kann sich das natürlich schnell ändern. (lacht)

Welche Themen inspirieren euch für eure Songs?
Die großen zwischenmenschlichen Themen. Liebe, Konflikte – alles schon hunderttausendmal besungen. Allerdings bieten sich doch immer wieder neue Facetten, neue Blickwinkel, die diese Themen einfach nie langweilig werden lassen. Ansonsten lohnt sich auch immer ein Blick auf ganz banale, alltägliche Situationen.
Wie wichtig ist euch Social Media? Könnt ihr das Handy auch mal länger weglegen?
Auch wenn wir alle noch weit von der individuellen Influencer-Karriere entfernt sind, lässt sich eine gewisse Social-Media-Abhängigkeit nicht leugnen. Als Band kommt man um das Thema ja leider eh nicht rum. Das Pflegen der einzelnen Accounts schwankt immer zwischen großem Spaß, beispielsweise auf Tour, und notwendigem Übel, wenn gerade eigentlich nichts los ist.

Habt ihr gute Vorsätze fürs neue Jahr?
Wir müssen jetzt mal wieder mehr Gas geben mit dem Songwriting für das zweite Album. Das blieb in letzter Zeit wegen Albumrelease, Tour und Urlaub ein bisschen auf der Strecke. Ansonsten würden wir nächstes Jahr gerne noch die 1 Milliarden-Streams-Marke knacken.

Wart ihr schon mal in Braunschweig?
In Braunschweig waren wir tatsächlich noch nie, ich musste auch erstmal googeln, wo das genau liegt. (lacht)

Text Louisa Ferch
Foto Susanne Steinmassl

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