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Regisseur Trey Edward Shults im Interview zu „Waves“
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Trey Edward Shults begann als Praktikant bei Regie-Legende Terrence Malick und wurde bereits mit seinem Debüt „Krisha“ nach Cannes eingeladen. Anschließend folgte sein Horror-Thriller „It Comes At Night“. In seinem dritten Streich „Waves“ entwirft der 31-jährige Regisseur mit dem feinen Blick eines Richard Linklater ein wuchtiges Generationen-Porträt – eine visuelle Wundertüte mit dramaturgischer Cleverness. Beim Filmfestival in Toronto gab es euphorische Kritiken. Wir haben uns mit dem Filmemacher unterhalten.

Mister Shults, was hat es mit dem seltsamen Auftritt einer Katze im Film auf sich?
Die Katze ist wie ein Sohn für mich, sie heißt BK und ist der eigentliche Star des Films! (lacht) Wegen einer neurologische Störungen zieht sie das Hinterbein nach und kommt bisweilen aus dem Gleichgewicht. Aber das weiß sie nicht, BK ist eine glücklich Katze.

Sie waren als Praktikant bei drei Filmen von Malick dabei. Wie weit hat das Ihren eigenen Stil beeinflusst?
Cool, wenn man da Parallelen sieht! Aber das war keine bewusste Entscheidung von mir. Ich bin ein absoluter Fan von Malick. Die Arbeit mit ihm hat meinem Leben eine ganz andere Richtung gegeben. Mit 19 Jahren
flog ich aus der Schule und bekam bei Terrence einen Job. Wenn man in diesem Alter ein Genie bei der Arbeit erlebt, hinterlässt das starke Spuren. Malick macht einzigartige Filme, die nur er so schaffen kann. Und er dreht auf ganz ungewöhnliche Weise. Das brachte mich auf die Frage, ob ich das auch könnte? Habe ich so eine einzigartige Stimme? Kann ich auf ähnlich kreative Art und Weise Filme machen?


Was halten Sie vom Prädikat „Terrence Malick trifft ‚Dazed and Confused’“?
Das gefällt mir ausgezeichnet! Ich mag Terrence Malick und ich liebe den Film „Dazed and Confused“.
Neben der Katze ist auch der Staat Florida ein Star des Films. Was macht die Faszination für Sie aus?
Ich lebe in Florida und liebe diesen Staat. Inspirierend finde ich die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und verschiedenen Klassen. Zudem gibt es sehr schöne Landschaften. Weil „Waves“ ein sehr persönlicher Film ist, passt dieser vertraute Schauplatz als Kulisse sehr gut. In der Stadt zu drehen, in der meine Freundin wohnt, fühlt sich einfach gut an. Mein erster Film „Krisha“ entstand im Haus meiner Eltern, das war eine ähnlich angenehme Erfahrung.

„Waves“ verblüfft durch sein außergewöhnliches visuelles Konzept. Wie haben Sie die Farbauswahl getroffen?
Nach meinem düsteren Horrorfilm zuvor, brauchte ich dringend eine stilistische Veränderung. Die Farben sollten die Gefühle von Tyler und Emily ausdrücken und sie auf ihrer Reise begleiten. Farben spielen während des gesamten Films eine wichtige Rolle, nicht umsonst heißt der letzte Song „Sound & Color“.

Besteht die Gefahr, dass der Stil zum Selbstzweck wird und bei Werbeästhetik landet?
Diese Gefahr besteht absolut! Die Lösung für meinen Kameramann und mich lautet, dass der Stil ausschließlich durch die Figuren vorgegeben wird. Es geht stets um die Frage, wie sich Tyler und Emily in diesem bestimmten Moment fühlen und wie sich lassen deren Emotionen visuell umsetzen, um die Zuschauer dabei teilhaben zu lassen.
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Was hat es mit dem Titel auf sich?
Jeder Zuschauer soll sich darauf am besten seinen eigenen Reim machen. Für mich steht der Titel für das Auf und Ab im Leben. Für das Gute und Schlechte, das uns passiert. Schließlich machen uns diese Gegensätze erst zu Menschen und das ist schön. Man muss die schlimmen Dinge durchleben, um die glücklichen Zeiten richtig wertzuschätzen. „Waves“ stand für mich von Anfang an als Titel fest, erst daraus hat sich das Drehbuch entwickelt.

Eine große Rolle im Film spielen soziale Medien. Wie ist Ihr Verhältnis zu Instagram, Facebook und Co.?
Soziale Medien gehören bei einer Geschichte über Jugendliche zwangsläufig dazu, damit sie realistisch und glaubwürdig ausfällt. Wir wollten das nicht übertreiben, aber diese Kommunikation über das Internet ist ein guter Begleiter für die Story und ihre Figuren. Ich persönlich habe mich mittlerweile von sozialen Medien verabschiedet, weil es auf Dauer ziemlich ungesund werden kann. Aber auch ohne einen eigenen Account nutzt man das natürlich ständig.

„Waves“ hat ein optimistischeres Ende als Ihre beiden vorherigen Filme. Zufall oder Programm?
Ein Film spiegelt ja immer die eigene Stimmung wider. Beim Schreiben meines vorigen Drehbuchs war ich traurig und ziemlich depressiv, das merkt man dem Film vermutlich an. Mit „Waves“ wollte ich der Welt ein etwas optimistischeres Ende geben. Das fühlte sich für mich einfach besser an.

Hat sich Malick zu Ihrem Film geäußert?
Nein, Terrence gehört nicht unbedingt zu den Menschen, die gerne reden. (lacht)
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Interview Dieter Oßwald
Fotos Universal Pictures

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