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Außen unscheinbar, aber innen ganz großes Kino: Die Roxy-Lichtspiele in Helmstedt sind seit den 50er Jahren eine waschechte, regionale Kinoinstitution.
KW Roxy Saal c Harald Pape art
Zwischen Elm und Lappwald und vielleicht auch darüber hinaus gilt Lieselotte von Velten als eine waschechte Kino-Koryphäe. Bis ins hohe Alter führte die Cineastin in Helmstedt die legendären Roxy-Lichtspiele sowie die Camera am Holzberg, bis sie sich 2003 in den Ruhestand verabschiedete. Seitdem knüpfen ihre Nachfolger Harald Pape und Matthias Torkler da an, wo die damals 80-Jährige aufgehört hat: Mit Von-Velten-Esprit, 50er-Jahre-Charme, Familienfreundlichkeit und Leidenschaft wird das traditionsreiche Kinounternehmen weitergeführt.
Passiert man den Eingangsbereich der Roxy-Lichtspiele samt dekorativer Anzeigentafel und bunten Plakataushängen, eröffnet sich das beeindruckende Tanzsaal-ähnliche Foyer, in das mich Kinobetreiber Harald Pape mit den Worten „Willkommen auf der Baustelle“ begleitet. Dort, wo einst gelbe Wände die Empfangshalle schmückten, sorgt nun ein farbfrisches Grau für einen modernen Touch. Es ist die Balance zwischen Tradition und Moderne, die die Kompagnons Torkler und Pape in Perfektion beherrschen. „Wir versuchen den Flair der 50er zu erhalten, aber auch immer State of the Art zu sein“, erklärt mir Harald beim Betreten des größten Saals des Lichtspielhauses, „hier wird gerade eine Dolby Atmos Anlage eingebaut.“ Mit dem objektbasierten 3D-Surround-Sound-Format wirkt jedes Gewitter, jeder Herzschlag oder jede vorbeifahrende Eisenbahn noch detailreicher und authentischer. Eine akustische Revolution, dessen kraftvolles Klangbild zurzeit nur in 200 weiteren deutschen Kinos beheimatet ist. Trotz Atmo-Sound und 3D-Technik bleibt das Roxy für jeden erschwinglich. „Helmstedt ist eine Kleinstadt. Ich nenne es auch gern Großdorf, deshalb wollen wir familienfreundlich bleiben. Kino darf kein Luxusgut werden“, meint Harald.
Während der große 50er-Jahre-Saal mit 270 Sitzplätzen hauptsächlich mit Blockbustern bespielt wird, flimmern neben auslaufenden Filmen auch vereinzelt Arthouse-Perlen und Dokumentationen über die Leinwand des kleinen Saals. Jedoch fühlt sich diese Sparte eher im zweiten Kino des Betreiber-Duos, die Camera, heimisch. Nichtsdestotrotz darf dem kleinen Vorführraum des Roxys nicht weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden: Der muckelige Saal mit 36 gemütlichen Ledersesseln und einer Wandverkleidung aus rotem Samt feierte erst am 20. Juli 2017 seine Premiere. „Der Saal ist quasi ein Gebäude im Gebäude. Da dies auch ein Wohnhaus ist, mussten extra Schallschutzeinheiten eingebaut werden“, erzählt mir der herzliche Kinobetreiber und fügt hinzu: „Laut Aussagen der Deutschen Theaterbau GmbH ist das der teuerste Kinosaal Deutschlands, bezogen auf die Platzanzahl.“
KW Roxy art
Genau wie Lieselotte von Velten pflegen Matthias Torkler und Harald Pape die Bindung zu ihren Kinobesuchern. „Ich glaube, die Nahbarkeit und das Flair macht das Roxy aus. Der Vorteil ist, dass wir vor Ort sind. Man kann mich auch im Supermarkt ansprechen und fragen, wann wir welchen Film spielen“, teilt Harald mit. Deshalb steht das Roxy auch jedem als Saal offen. „Wir haben hier im Prinzip die inoffizielle Eröffnung der Helmstedter Universitätstage und zeigen einen Tag vor offiziellem Beginn einen themenbezogenen Film. Mittlerweile machen wir auch die Uni-Kino-Reihe, die leider in diesem Jahr aufgrund der Pandemie ausgefallen ist. Wir haben aber auch schon Hochzeitsfeiern und Heiratsanträge gehabt und im kleinen Saal Urlaubsfilme gezeigt“, freut sich der sympathische Filmfreund.
Bombastischer Sound, gestochen scharfe Bilder und in Gesellschaft gemeinsam Emotionen durchleben – das ist Kino; das sind die Roxy Lichtspiele in Helmstedt.

Text Denise Rosenthal
Fotos Denise Rosenthal, Harald Pape Fotos Stream Marvin Ruppert,
Aidan Monaghan/NETFLIX, Ulrika Malm

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