Unsere Konsolen der Herzen

Unsere Konsolen der Herzen | Philipp Poisel besingt wehmütige Jugenderinnerungen und blickt auf die vielen „ersten Male“, die man in diesen wilden, jungen Jahren hatte. Wir haben ebenfalls gekramt und besinnen uns unserer ersten Nintendo-Erlebnisse. Press Play!

DH Nintendo 01

Evelyn:
Mich ergriff Nintendo zuerst so richtig mit den entzückenden Super Mario Bros. Nicht nur ganze Tage und Nächte bestanden allein aus SMB, mir kommt es vor wie Jahre. Immer und immer wieder sind meine Schwester und ich durch die Levels gehüpft, geschossen und später geflogen, nur um alle, wirklich alle versteckten Abkürzungen, Items und Schatzkammern zu entdecken. In Sisyphos-Manier versteht sich – damals gab es ja noch nicht die heutige Fülle an Foren, Walkthroughs und Let‘s Plays.
Meine zweite unsterbliche Nintendo-Liebe war später „Die Legende von Zelda“. Diese hielt immerhin noch bis zum Wii-Teil „Skyward Sword“. Die zuckersüßen Figuren und Geschichtchen in der liebevoll gestalteten Szenerie, hinterlegt mit bezaubernder Musik – ein Träumchen.Als ich mich vor einigen Jahren mit einem NES-Emulator erneut ins nostalgische Vergnügen gestürzt habe, war ich sofort wieder drin, meine Finger und die Musik haben ihre unsichtbare Verknüpfung niemals gänzlich verloren. Von meinem Langzeitgedächtnis bin ich dennoch enttäuscht: Von vielen Schätzen sind nur noch diffuse Ahnungen zurückgeblieben.

 

 

Katharina:

Von Bomben, Schildkröten und gelben Münzen | Ich war mit meiner damals besten Freundin im Jugendzentrum, in dem eines der Highlights war, dass man auf einer Super-NES „Super Mario World“ spielen konnte. Und das nicht nur auf einem Fernsehbildschirm, sondern auf einer riesigen Leinwand (oder war ich damals bloß so klein?). Natürlich musste sich jeder durchboxen, um die umkämpfte Konsole benutzen zu dürfen.
An eine Szene erinnere ich mich noch genau: Mario kommt in einen Raum, in dem mehrere feuerspuckende Triceratops auf einer Art Karussell fahren. Mario muss von unten gegen die Plattform springen, damit sie herunterfallen, gleichzeitig verschwindet aber Stück für Stück der Boden unter den Füßen – damals eine für mich unlösbare Aufgabe.
Erst später, als ich meine eigene NES hatte, habe ich jedes Level durchgespielt. Zur „Tradition“ gehörten dabei Cheese&Onion-Chips. Meine wichtige Theorie zum Spielerfolg: Je weiter man sich beim Springen nach rechts beugte, desto weiter kam Mario. Muss ziemlich bescheuert ausgesehen haben …

 

 

Ich erinnere mich noch gut, wie ich endlich den goldenen Sonic freischaltete und das mit der Polaroid ziemlich unscharf festhielt.

Kathleen:

Meine ersten Nintendo-Erlebnisse waren strenggenommen Gameboy-Spiele wie „Alfred Chicken“ oder „Pokémon Rot“. Allerdings waren es nicht meine eigenen Spiele. Und nicht mein eigener Gameboy. Aber ich war seit diesen ersten kurzlebigen Versuchen Fan des Mediums. Als ich dann doch mal einen Heimcomputer mit Internetanschluss bekam, war eines meiner ersten Spiele eine Emulator-Version des nur in Japan (für den Super Famicom/SNES) erschienenen „Bishoujo Senshi Sailor Moon: Another Story“.
Das Franchise war mein Teenager-Herzblut und das Spiel meine nächtliche Nemesis. In dem klassischen japanischen Rollenspiel in einer seltsamen englischen Fanübersetzung kämpfte ich als Sailor Moon oder eine ihrer Kriegerinnen durch Dungeons, sammelte Schmuckstücke und freute mich über die vielen, vielen Eastereggs. Es war das erste Spiel, welches mich in seinen Bann gezogen hat. Meine Vorliebe für (schier) endlose Rollenspiele, die man durch nerviges Grinden bezwingen kann, ist mit diesem Spiel entstanden. Es lebt weiter auf meiner 3DS-Konsole, die ich an verregneten Sonntagen nicht missen möchte. Nintendo, mein Sofa und mein 357. Dungeon. <3

DH Nintendo 02

 

 

Christina:

Meine Nintendo-Erfahrung ist kurz, denn ich habe keine. Meine Treue galt der Konkurrenz Sega. Der Gameboy-Hype kam nie wirklich an mich ran. Da ich den farbenfrohen Game Gear zuerst in den Händen hielt, hatte der grünstichige Spieljunge bei mir einfach keine Chance. Ausschlaggebend war für mich immer die grafische Atmosphäre.
Als ich dann stolzer Besitzer eines Sega Mega Drive und Mega-CD war, die derzeit fortschrittlicher waren als die Konkurenz, war das Band besiegelt. Spiele wie „Rage of Streets“, „Golden Axe“, „Altered Beast“, „Shinobi“, „Mortal Kombat“ und natürlich „Sonic“ nagelten mich stundenlang fest. Die Games waren erwachsener und weniger auf niedliche, knallbunte Cartoongrafik ausgelegt. Es gab Tage, da machte man nur Pause, wenn man zur Schule musste. Die 16-Bit-Zombie-Generation der 90er war geboren. Aber hallo! Mit Mega-CD brauchte man keine Module mehr, CDs waren so was von angesagt.
Nintendo hielt da nicht mit, also verwarf ich schnell den Gedanken, dass ein Handwerker mein Held sein sollte und ließ Kämpfer, Ninjas, Wikinger (Charaktere, denen man sonst nur auf der Leinwand begegnete) in mein Wohnzimmer. Ich erinnere mich noch gut, wie ich endlich den goldenen Sonic freischaltete und das mit der Polaroid ziemlich unscharf festhielt. Glaubt einem ja sonst keiner.
Wie schön, dass die Klassik-Konsolen jetzt ein Remake erfahren, so auch bei Sega, die direkt nach Nintendos NES-Veröffentlichung einen neuen Mega Drive hinterherwerfen, und somit den Konkurrenzkampf zwischen den Erzrivalen wieder entfachen. „Gut sein kann jeder – doch nur SEGA ist MEGA!“ :P

Text: Evelyn Waldt, Katharina Holzberger, Kathleen Kalle, Christina Carl
Grafiken: karpenko_ilia, Gstudio Group, dmitriylo, paramouse - Fotolia.com

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