Anzeige

Der Braunschweiger Instagram-Account alliesagainstracism
leistet Aufklärungsarbeit zum Thema Rassismus.
DH alliesagainstracism c Allies against Racism art
Deutschland wird häufig für seine kritische Aufarbeitung des Nationalsozialismus gelobt. Doch heute, fünf Jahre nach München, 20 Monate nach Halle und 16 Monate nach Hanau, spüren wir noch immer, dass rechtsextremer Terror und Rassismus allgegenwärtig sind. Der Mord am schwarzen US-Amerikaner George Floyd durch einen Polizisten im Mai vergangenen Jahres löste endlich auch hierzulande eine spürbare Rassismus-Debatte und ein Umdenken in vielerlei Hinsicht aus. Die bundesweiten Black-Lives-Matter-Proteste zeigten, dass der solidarische Kampf gegen Rassismus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Im Zuge der alljährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus, die dieses Jahr vom 15. März bis zum 28. März stattfanden, formierten sich in der Löwenstadt die Allies against Racism – ein Zusammenschluss von If A Bird e. V., VSE, AWO, Haus der Kulturen, VHS Braunschweig, „Demokratie leben!“ Braunschweig, Freiwilligenagentur Braunschweig sowie weiteren Ehrenamtlichen und Freiwilligen. Neben einem zweiwöchigen Veranstaltungsprogramm kreierten die AkteurInnen auch einen gleichnamigen Instagram-Kanal, der durch leicht verständliche Begriffserklärungen über strukturellen und alltäglichen Rassismus aufklärt.
Rassismus – was hat das mit mir zu tun?
Ausgrenzung beginnt tatsächlich schon im Alltäglichen, sagen die Allies against Racism: „Auch kleine ungewollte Ausdrücke, Floskeln und Verhaltensweisen können diskriminierend und/oder rassistisch sein. Achtsam mit Sprache umzugehen, lautet die Devise.“ Aussagen wie „Du sprichst aber gut deutsch“ oder „Wo kommst du wirklich her?“ sind gute Beispiele für sogenannte Mikroaggressionen. Der sozialpsychologische Begriff wurde in den 70ern durch den Harvard-Professor Dr. Chester M. Pierce geprägt und beschreibt eine subtile, unauffällige, aber latent-aggressive Ausdrucksform von Rassismus. In den verbalen Angriffen stecken häufig Vorurteile, die bei Betroffenen traumatische Folgen hervorrufen können – dazu zählt auch die Hinterfragung der eigenen Identität. „Die Intention ändert nichts an der Wirkung, dass Menschen sich dadurch verletzt fühlen. Auch wenn manche Äußerungen nicht böse gemeint sind“, erklären die Anti-Rassismus-AktivistInnen.

Darum ist es wichtig, dass sich insbesondere weiße Menschen mit Rassismus auseinandersetzen und verstehen, inwieweit sie auf individueller, gesellschaftlicher und struktureller Ebene dazu beitragen und davon profitieren. Denn Weißsein ist ein politisches und soziales Konstrukt, dem Privilegien und Macht inneliegen. „Es braucht mehr Aufklärung und Bildungsangebote in diesem Bereich“, fordert der Verbund, „wenn ich selbst nicht betroffen bin und gleichzeitig schlichtweg nicht weiß, wie viel Leid hinter dem Thema steckt, ist es einfacher, augenscheinliche Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Umbenennung in Schokoküsse zu relativieren und die Problematik dahinter nicht zu erkennen, weil ‚es doch immer schon so hieß‘. Es braucht Offenheit für andere Perspektiven, Akzeptanz sowie den Mut, Dinge direkt anzusprechen.“ Entgegen der Vorwürfe, Political Correctness beschneide die Meinungsfreiheit, steht die politisch korrekte Sprache eigentlich für gelebte Akzeptanz und Empathie. Klar, die sprachliche Umgewöhnung kostet Kraft, doch steht in keinem Vergleich zu dem Rassismus, dem sich People of Color täglich stellen müssen. Mit einem anti-diskriminierenden Wortschatz rücken wir schließlich der Gleichheit und Gleichbehandlung aller Menschen ein Stück näher.

Eine Sensibilisierung für das Thema kann auch mittels Anti-Bias-Training erfolgen, das Menschen lehrt, Diversität zu respektieren und zu verstehen, wie Diskriminierung funktioniert. „Lieber klein anfangen, als gar nichts machen“, rät die Braunschweiger Initiative und fügt hinzu: „Gern möchten wir weitere Allies vernetzen, in den Austausch kommen, Aktionen zu dem Thema planen und wiederum andere unterschiedliche Aktionen sichtbar machen und unterstützen.“
Rassismus hört nicht bei rechten, anti-demokratischen Parteien auf. Sei ein Anti-Rassist. Kläre dich auf und verbünde dich mit dem regionalen Insta-Account alliesagainstracism.

Text Denise Rosenthal
Foto Allies against Racism

User Rating: 0 / 5

SUBWAY Newsletter

 

Mit SUBWAY verpasst Du kein Event mehr in Braunschweig und der Region. Hol Dir unseren Newsletter!

Kontakt

SUBWAY – Eine Region, ein Magazin

#Redaktion

oeding magazin GmbH
Erzberg 45
38126 Braunschweig

Telefon: 0531-48015-134
Telefax: 0531-48015-79
E-Mail: redaktion@subway.de