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Zwischen Klicks und Posts – wir haben den Job Influencer unter die Lupe genommen und abgewogen: Kann man als „Beeinflusser“ wirklich überleben?
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To influence, auf Deutsch das Verb beeinflussen. Eine Person nimmt auf jemand anderes Einfluss und möchte dabei eine vorab kalkulierte Wirkung ausüben. Diese Erklärung klingt zunächst nicht so richtig positiv. Warum also gibt es immer mehr Leute, die sich als sogenannte „Influencer“, also Beeinflusser, bezeichnen? Wollen sie etwa alle ihre Anhänger einer Gehirnwäsche unterziehen? Das wohl kaum. Anstelle kopfverdrehender Werkzeuge sind ihre bevorzugten Mittel Filter, Hashtags oder Verlinkungen. Gleichzeitig werden sie selbst instrumentalisiert und dienen oft als die neuen menschlichen Litfaßsäulen. Wieso also verschreiben sich so viele Menschen dem Influencertum oder wollen unbedingt die vermeintlich coole Bezeichnung tragen? Hinein in die Tiefen der Social Media-Welt, in der Klicks und Likes über Einkommen und Zukunft entscheiden.
Tutorial zur Daseins-Berechtigung
Man nehme ein freundliches, bekanntes Gesicht, fancy Werbeprodukte und viele Leute, die dieser Person vielleicht versuchen nachzueifern. Das ist der Anfang eines vielversprechenden Rezepts zum Erfolg. Jedoch nicht nur irgendeins, sondern genau das, um sich auf Facebook und Co. zu etablieren und durch die eigene Selbstdarstellung Geld zu scheffeln. Mit der zunehmenden Social Media-Nutzung und dem Aufploppen von Instagram im Jahr 2010 hat sich so einiges im Verhalten der Generationen Y und Z geändert. Beide sind parallel zur Digitalisierung groß geworden oder haben diese bereits in ihrem Leben als festen Bestandteil verortet. Mittlerweile ist Chatten bei Knuddels oder ICQ dem kreativen Videodrehen bei TikTok und der perfekten Fotobearbeitung auf Instagram gewichen.
Während zu Beginn des Jahrzehnts noch nicht alle Unternehmen das Potenzial dieser neuen Marketing-Strategie entdeckt hatten, ist man heute einem Überangebot an versteckter Werbung und unterschwelliger Reklame ausgeliefert. Durch große Reichweiten sind Influencer die Multiplikatoren für die Verbreitung von Informationen in ihren Netzwerken und nehmen Einfluss auf die Meinungen und Konsumgewohnheiten der Menschen in eben diesem Netz. Bei der in den letzten Jahren entscheidend zugenommenen Marketing-Strategie binden Unternehmen gezielt Meinungsmacher oder Personen mit einer großen Reichweite in ihre Markenkommunikation ein. Diese Entwicklung stellt die ganze Werbewelt auf den Kopf und wandelt Instagrammer, YouTuber und Co. in personifizierte Reklametafeln.
Bis zu 38 000 Euro pro Post
Stellt man sich die Frage, wofür Influencer überhaupt Geld bekommen, scheint es so offensichtlich wie absurd zugleich. Banal und simpel: Lediglich ein Produkt vor der Handy-Kamera präsentieren oder von einer Marke schwärmen, um sich Geld in die Kasse zu spülen. Ist da noch ein Haken? Habe ich das Kleingedruckte gelesen? Ein wenig Bearbeitungs-Skills sollten auch noch vorhanden sein, dann ist das Ergebnis quasi perfekt und ein weiterer Beeinflusser ist geschaffen.
Laut einer Studie von Rakuten Marketing erhalten Bildschirm-Bewerber mit über 500 000 Followern bis zu 38 000 Euro pro Post von deutschen Unternehmen. Für ein gut bearbeitetes Foto oder eine Story-Erwähnung mit Verlinkung, bei der ein Produkt attraktiv in Szene gesetzt wird, kann sich also auch mal fix ein Neuwagen zugelegt werden. Teilt ein Influencer mehrmals am Tag, ist auch schnell finanziell für eine größere Anschaffung vorgesorgt. Verrückte Beispiele zur Reichweite solcher Werbung können immer wieder beim Einkauf eines Artikels nach dem Post eines Influencers beobachtet werden. Oft kommt es zu Engpässen oder die Produkte sind komplett ausverkauft, nachdem der Werbe-Post online gegangen ist. Es wird deutlich: Diese Anzeigen polarisieren und bestimmen das Kaufverhalten der Follower. Das Ziel der Unternehmen ist erreicht.

Fluch oder Segen?
Bei so einem Hype ist es kein Wunder, dass viele auf den Beeinflusser-Zug Richtung schnelles Geld aufspringen wollen. Instagram-Profile, fast komplett aus Anzeigen bestehend, sind wie Sand am Meer zu finden. Kaum gibt es noch öffentliche Accounts, die keine Werbung kennzeichnen. Das Geschäft mit Social Media wirkt einfach und spaßig. Genau das, was man sich vorstellt unter: „Ich mache mein Hobby zum Beruf.“ Alles hat seine Vor- und Nachteile und so ist es auch hier Fluch und Segen zugleich: Erreichbarkeit 24/7, absolute Transparenz und ein Talent zur Selbstdarstellung werden mittlerweile vorausgesetzt, um sich wirklich gegen seine Konkurrenz durchzusetzen und ein Bein in die Tür zu bekommen. Und bis der Lebensunterhalt durch die Online-Einnahmen bestritten werden kann, ist es ein weiter Weg.
Influencer sind nicht zu verwechseln mit der langwierigen Influenza-Grippe. Schweißausbrüche oder Kopfschmerzen sind bei den Betroffenen keine Folgen des Virus, sondern höchstwahrscheinlich nur der zu hohen Nutzung des Endgeräts geschuldet. Mit dem Blick in die Zukunft gerichtet, bleibt es allerdings fragwürdig, ob der Job eines Content Creators beziehungsweise Influencers wirklich zukunftssicher oder für ein ganzes Berufsleben ausgelegt ist. Die Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und der Job damit auch. Bereits jetzt ist Online-Marketing eine bewährte und sehr erfolgreiche Strategie, um das Social-Media-Publikum zu erreichen. Wie sehr fühlst du dich beeinflusst?

Text Merle Scholz
Foto Graphicroyalty-stock.adobe.com

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