Anzeige

Das Internet als Wohltäter in Corona-Zeiten:
Warum Social Media gerade jetzt Wärme und Hoffnung schenkt.
DH AdobeStock 337301860 c DisobeyArt art
Wenn das Lagern auf Grünflachen verboten ist, Veranstaltungen abgesagt sind und Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ins Home-Office schicken, dann herrscht in Deutschland und auf der ganzen Welt Ausnahmezustand. Die Covid-19-Pandemie krempelt unser aller Leben einmal komplett auf links: Wir entfernen uns körperlich voneinander und bleiben daheim, um einander zu schützen. Wir beschränken uns in vielen Lebenslagen, um dem Virus die Stirn zu bieten. Dennoch bemerken wir gerade jetzt, was das Leben so lebenswert macht: Familie, Freundschaft, Kultur und Freiheit. Neben den Helden des Alltags, die das System am Laufen halten, gibt es noch einen weiteren strahlenden Ritter in goldener Rüstung – das Internet. Dieser Tage verlagern wir die Arbeit, das Fitnessstudio, das Unterhaltungsprogramm und die Familien- und Freundschaftspflege in unser Wohnzimmer – friendly powered by the World Wide Web.
Beim weltweit größten Internetknoten, dem De-Cix in Frankfurt, wurde bereits im März eine Verdopplung des Datenverkehrs in Bezug auf Videokonferenzen festgestellt. Auch Streaming-Anbieter wie Netflix und YouTube drosselten ihre Bildqualität, um das Netz vor einer Überlastung zu schützen. Doch bietet das Internet nicht nur Raum für passiven Konsum, vielmehr ist es ein Ort voller kreativer Möglichkeiten, die sowohl die häusliche Isolation erleichtern als auch Geschäften, Künstlern und Gastronomien eine Plattform bietet, um ihre Existenz zu sichern.
Triff mich im Cyberspace
Soziale Medien wie Instagram, Facebook und Co. sind in den letzten Jahren immer mehr in Verruf geraten. Während sich auf Instagram alles um die perfekte Selbstinszenierung dreht, verteilen Trolle fröhlich Hasskommentare auf Facebook. Doch in Corona-Zeiten scheint sich das Bild zu wandeln: Zwar werden in den Sozialen Medien immer noch Falschmeldungen verbreitet und gehetzt, doch rufen auch immer mehr Nutzer mit starken Hashtags zu Solidarität, Rücksicht und Zusammenhalt auf. Mal ernsthaft, mal ironisch tauschen sich Menschen aus der ganzen Welt mit den Hashtags #flattenthecurve, #stayhomechallenge oder #nachbarschaftshilfe über ihre Erfahrungen und den verdrehten Alltag in dieser ungewöhnlichen Situation aus. Das macht das „social distancing“ einfacher und vermittelt uns das Gefühl: Wir sind nicht allein!
Während Apps wie Instagram, TikTok und Snapchat ein netter Time-Killer sind, sind Kommunikationsmedien wie WhatsApp, Facetime, Skype, Zoom und Houseparty das ideale Mittel gegen Trübsal und Lagerkoller. Wenn aus Freundschaften Fernbeziehungen werden, wird via Videokonferenz gemeinsam im Cyberspace abgehangen. Oft wird dabei der Kreativität freien Lauf gelassen: „Da es zurzeit nicht möglich ist, seine Freunde zu sehen, veranstalten wir einfach Spieleabende über Videochats. Natürlich gibt es auch Online-Spiele, die man gemeinsam zocken könnte. Wir bevorzugen aber die Klassiker wie Monopoly und Kniffel. Wenn man sich vorher ein wenig Gedanken macht, wie man das Brettspiel trotz räumlicher Distanz spielen kann, funktioniert es hervorragend und ist mal was anderes“, erklärt die 27-jährige Studentin Carolin, die sich zusätzlich regelmäßig bei Skype mit einer Freundin zum gemeinschaftlichen Sporteln verabredet: „Da das Fitnessstudio geschlossen hat, versuchen wir, uns mit Home-Workouts fit zu halten. Das funktioniert am besten, wenn man sich gegenseitig motiviert. Wir sind zwar räumlich voneinander getrennt, aber verbringen trotzdem Zeit miteinander. Das erleichtert die Kontaktsperre ungemein.“ Neben Spieleabenden und dem Fitnessprogramm eignen sich Videokonferenzen auch perfekt für gemeinsame Kochabende, den klassischen Klavierunterricht, die wöchentliche Nachhilfestunde oder sogar für ein romantisches Dinner-Date.

Zurzeit erlebt nämlich auch das Online-Dating eine Hochkonjunktur. Viele Singles nutzen die häusliche Isolation, um ihr perfektes Gegenstück zu finden. Hypothetisch gesehen ein sehr romantischer Gedanke: Die Gespräche werden tiefsinniger, die emotionale Bindung stärker, die virtuellen Dates machen das Kennenlernen einzigartig und die Vorfreude steigt, sich nach der Kontaktsperre in der Offline-Welt zu sehen – für viele einsame Herzen ein vielversprechendes Szenario.
DH AdobeStock 331032101 c Marina Zlochin art
We‘re all in this together
In Zeiten der Corona-Pandemie verstärken vermehrt auch Künstler, Bands und Kreativschaffende ihren Social-Media-Auftritt. Besonders Instagram wandelte sich in den letzten Wochen zu einer virtuellen Bühne für Sport, Konzerte und Diskussionen via Live-Videos – die seit Kurzem sogar in der Desktop-Version verfügbar sind.
Vorreiter für die gemütlichen Wohnzimmerkonzerte ist Coldplay-Frontmann Chris Martin, der gemeinsam mit Hilfsorganisation Global Citizen den Hashtag #together-athome ins Leben rief, um Spenden für den Kampf gegen Covid-19 zu sammeln. Schon bald reihten sich Künstler wie Jack Johnson, James Bay und Camila Cabello ein. Bislang erreichte die wohltätige Aktion am 18. April mit dem virtuellen Mega-Konzert „One World: Together at Home” ihren Höhepunkt. Bei dem zweistündigen Livestream-Event performten unter anderem Paul McCartney, Elton John, Beyoncé sowie Mitorganisatorin Lady Gaga aus ihrem Wohnzimmer. Des Weiteren führten die US-Starmoderatoren Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon und Stephen Colbert durch die Show, Ex-First Ladies Michelle Obama und Laura Bush dankten den Helfern in Krankenhäusern und Geschäften und auch einige Ärzte, Wissenschaftler und Politiker schalteten sich dazu. Seit dem Start der #togetherathome-Aktion haben die Organisatoren bereits 127,9 Millionen US-Dollar sammeln können, mit denen unter anderem die Arbeit der WHO, UNICEF und Pflegekräfte unterstützt sowie die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus vorangetrieben werden soll. Für Lady Gaga sei das Benefizkonzert ein Liebesbrief an die Welt und richte sich besonders an die Menschen an vorderster Front, die beim Kampf gegen das Virus ein beispielloses Maß an Freundlichkeit zeigen.

„Die Vernetzung macht es möglich, viele Menschen in kürzester Zeit zu erreichen und Statements zu setzen“

DH AdobeStock 335725392 c H Ko art


Dieser Tage merken wir, dass die Digitalisierung in Corona-Zeiten ein Geschenk für die Menschheit ist. Die Vernetzung macht es möglich viele Menschen in kürzester Zeit zu erreichen, Solidarität zu zeigen und Statements zu setzen. Statements, die die Kultur nicht stillstehen lassen. Auch regionale Live-Stream-Events symbolisierten bereits: Wir sind noch da und stehen das gemeinsam mit euch durch.
So wurde beispielsweise aus dem geplanten Benefizkonzert des Braunschweiger Kultcafés Riptide ein Instagram-Festival, das Musiker und Bands wie Timo Scharf, Kroner, Poly Ghost oder Cosmo Thunder auf den Plan rief.
Gegen die Tristesse und den Partyentzug hilft hingegen das DJ-Livestreaming-Format „The Roof Is On“, das jeden Samstag von 19 bis 21 Uhr direkt vom Soldekker Rooftop sendet. Ausgestrahlt wird das Online-Format auf den Facebook-Kanälen der Initiatoren der eventives GmbH in Zusammenarbeit mit der Braunschweigischen Landessparkasse, dem Soldekk und dem Kultviertel-Verein.
Zwar werden wir glücklich sein, wenn die Zwangsdigitalisierung irgendwann vorüber ist und wir wieder frei in Geschäften herumschlendern, zur Arbeit gehen oder unsere Lieblingsband hautnah auf der Bühne erleben können. Dennoch wird unser Blick auf die Digitalisierung nach der Corona-Krise ein anderer sein. Nun wissen wir, welch ein bunter Raum voller vielseitiger Möglichkeiten uns geboten wird. Ein virtueller Raum, der uns miteinander verbindet, den wir mit Solidarität, sozialen Aktionen und Zusammenhalt füllten und der diese verrückte Zeit ein wenig erträglicher machte.

Text Denise Rosenthal
Foto & Grafiken Marina Zlochin, DisobeyArt, H_Ko – stock.adobe.com

User Rating: 0 / 5

SUBWAY Newsletter

 

Mit SUBWAY verpasst Du kein Event mehr in Braunschweig und der Region. Hol Dir unseren Newsletter!

Kontakt

SUBWAY – Eine Region, ein Magazin

#Redaktion

oeding magazin GmbH
Erzberg 45
38126 Braunschweig

Telefon: 0531-48015-134
Telefax: 0531-48015-79
E-Mail: info@subway.de

Durch Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Weitere Informationen über Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.