Warum eigentlich E-Reader?

Freude am Lesen lesende Frau E-Reader

Zugegeben, ich war skeptisch bevor ich meinen ersten E-Reader bekam. Denn schließlich bin ich ein Vielleser und jemand, der ständig Platz schaffen muss, um nicht inmitten von Bücherbergen zu versinken. Lesen macht mir Spaß, seit ich Buchstaben entziffern und zusammensetzen kann. Der Geruch eines frischen Buches ist für mich der Geruch nach Abenteuer (oder Spannung oder Romantik oder Superhelden). Ich mag gut gestaltete Umschläge und angenehm gesetzte Texte. Ich mag den Fakt, dass ich Bücher tauschen und verleihen kann, das sind für mich nach wie vor die wichtigsten Argumente für das gedruckte Buch.

Aber ich bin auch bequem. Und Bequemlichkeit ist der größte Antrieb für die sogenannte „digitale Revolution“: Wenn der Kühlschrank automatisch neue Marmelade bestellt, der kleine Roboter von selbst die Wohnung saugt und ich am Sonntagnachmittag nicht die Wohnung verlassen muss, um mir ein neues Buch zu kaufen (abgesehen davon, dass sonntags keine Läden geöffnet haben). Ich tippe ein paar Mal auf das E-Ink-Display und in wenigen Sekunden ist es da, das nächste Lesevergnügen. Für den Urlaub spare ich an wertvollen Kofferkilos. Nicht zu vergessen, dass für die kompakten E-Reader Platz in einer kleinen Handtasche ist. Und überhaupt, ein Buch mit mehr als 500 Seiten wird mit steigender Lesedauer anstrengend für Hand und Arm. Alles kleine, aber feine Gründe, die Anschaffung es digitalen Buches zu überdenken.

Im Folgenden stelle ich zwei der günstigen Modelle* der beiden in Deutschland „herrschenden“ E-Book-Reader vor. Die beiden E-Reader haben ein E-Ink-Display, das ist deutlich angenehmer für die Augen, als das Display des Smartphones oder Tablets. Mittlerweile hat die Software des Tolino aufgeholt und bietet, ebenso wie der Kindle, integrierte Wörterbücher und Notizfunktionen. Ich kann mehrere Bücher gleichzeitig lesen und der Reader merkt sich für jedes Buch meine zuletzt gelesene Seite. Schriftgrößen und Zeilenabstände lassen sich bei beiden Geräten jederzeit einstellen. Wer allerdings vorrangig Comics, Magazine oder Bilderbücher lesen oder vorlesen möchte, sollte sich überlegen, ob ein Tablet vielleicht das bessere Gerät ist. Wer vor allem schmökern will, kann getrost weiterlesen.

Inselbegabung – der Kindle (2016)

Display 6 Zoll | Auflösung 600 x 800 Pixel (167 dpi) | Gewicht 161 Gramm

Im Niedrigpreissegment war Amazon lange Zeit Alleinherrscher. Der Basic-Kindle ist für 70 Euro (mit Werbung) oder für 80 Euro (ohne Werbung) zu erstehen. Eine Entscheidung für den Kindle ist zudem die Entscheidung, sich ganz eng an Amazon zu binden. Es gibt zwar den Vorzug eines sehr gut funktionierenden Ökosystems (Bücherkauf war selten einfacher), aber auf praktische Dinge, wie die OnLeihe der Bibliotheken oder das E-Book-Angebot des heimischen Buchladens, muss man verzichten. Dafür ist das Sortiment an englischen Inhalten größer. Auch im Eigenverlag erschienene Bücher sind zur Zeit noch in vielfältigerer Form beim Mega-Unternehmen zu finden. Die Ausleihfunktion „Kindle Unlimited“ ist für 9,99 Euro im Monat zwar nett, aber die Buchauswahl ist für deutsche Bestseller sehr eingeschränkt.

Auf ein beleuchtetes Display muss man bei der Preiskategorie verzichten, aber ansonsten bietet der kleine Kindle alles was man braucht (Notizen, Wörterbücher, Vokabeltrainer, Familienbibliothek, Smart Lookup usw.). Die angenehme und intuitiv bedienbare Software ist ein großes Plus. 

Hat sich das Auge an das E-Ink-Display gewöhnt, sind lange Lesestunden kein Problem (man braucht im Dunkeln eine externe Lichtquelle). Der Touchscreen zum Blättern ist schnell und komfortabel. Lässt man das WLAN abgeschaltet, hält der Kindle ohne Probleme circa 40 Stunden ohne Stromhunger aus. Das Material ist angenehm an den Händen und wer mag, kann sich sein Model in schwarz oder weiß bestellen. Ein solides Einsteigergerät.

 

E-Reader Kindle
Tolino Page

Der offene Andere – Tolino Page

Display 6 Zoll | Auflösung 600 x 800 Pixel (167 dpi) | Gewicht 164 Gramm

Der deutsche Buchhandel (Bertelsmann, Hugendubel, Thalia, Weltbild und andere) hat sich mit der Telekom zusammengetan, um mit den Tolino-E-Readern den digitalen deutschen Buchmarkt zurückzuerobern. Und der Tolino macht seine Sache sehr gut. Auch der jüngste Spross für 69 Euro hat gegenüber dem Konkurrenten einen entscheidenden Vorteil: er ist nicht an Amazon gebunden. Dank der Unterstützung des E-Pub-Formates (und dem Adobe Kopierschutz) lassen sich Bücher der größeren und kleineren Buchhändler kaufen. Die OnLeihe, das E-Book-Angebot der Bibliotheken, ist ebenso verfügbar (auch in Wolfsburg und Braunschweig) wie das immer größer werdene Angebot unabhängiger Verlage.

Je nachdem, wo man den Tolino kauft, ist der Shop des jeweiligen Anbieters (etwa Thalia) auf dem Gerät integriert. Möchte man Bücher woanders kaufen, muss man diese vom PC auf den Tolino übertragen. Das ist mitunter etwas fummelig, je nach Affinität zu USB-Kabeln und dem benutzten Programm (beim Kindle ist es deutlich leichter).

Genau wie der Kindle ist der „Page“ leicht und griffig, lediglich das Gehäuse fühlt sich nicht so hochwertig an. Die seltsame graue Farbe stört nicht, ist aber gewöhnungsbedürftig. Die Darstellung auf dem Display ist sogar schärfer und kontrastreicher, als die des Kindle. Die Bedienung erfolgt über das Touchdisplay und den Home-Menü-Knopf, der am unteren Ende ins Gehäuse eingelassen wurde. Die Akkuladung reicht ebenfalls über 40 Stunden. Die Software wurde in den letzten Jahren weiterentwickelt, so dass der Tolino dem Kindle ebenbürtig ist.

3 Fragen: Wie ist das mit E-Readern und ...

… Autoren?

Andrea Vasel ist angehende Kultur- und Reisejournalistin. Durch ihre Leidenschaft für den klassischen, britischen Whodunnit-Krimi (Wer-Wars-Krimi) wurde sie zum Schreiben eines eigenen Krimis angeregt. „Der Auftrag“ ist ihr Debüt und gleichzeitig Auftakt einer Wer war‘s-Krimireihe rund um die Ermittler Anne Vauxhall und Mark Kent. www.andreavasel.com.

Deine Krimis werden in einem digitalen E-Book-Format veröffentlicht. Was ist für dich als Autorin der Vorteil?

Auf Lovelybooks.de, einem sozialen Netzwerk im Internet speziell für Bücher, habe ich zum Beispiel einmal online eine Leserunde abgehalten, in der ich mein E-Book für die Teilnehmer in zwei Dateien aufteilte. Die erste Datei endete kurz vor der Auflösung. Danach schickten meine Leser mir zunächst ihren Tipp über den Täter per E-Mail zu. Anschließend erhielten sie die zweite Datei mit der Entlarvung des Mörders. Das Ganze hat allen sehr viel Spaß gemacht. Den Teilnehmern, weil sie auf Spurensuche gehen konnten und mir, weil nur eine von zehn Personen den Mörder erkannte. Im Print wäre so eine interaktive Aktion nicht so einfach denkbar gewesen.

Ist das Digitale unmittelbarer? Sozialer?

Das Digitale ist auf jeden Fall in der Anschaffung sehr viel unmittelbarer. E-Books können unabhängig von Öffnungs- oder Versandzeiten online gekauft und sofort gelesen werden. Außerdem ist es möglich, sie mit interaktiven Elementen zu versehen. Wie bei meiner Aktion auf Lovelybooks.de, kann der Leser so bewusst mit der Geschichte eines Romans verbunden werden. Ansonsten sehe ich E-Books allerdings vorrangig als eine Erweiterung des Buchsortiments, das neben Taschenbüchern, Hardcovern und Hörbüchern seine eigenen Vorzüge hat.

Benutzt du selbst auch einen E-Reader? 

Ja, ich habe einen Tolino Shine. Ich benutze ihn einerseits für Lesungen oder zur Ansichtsprüfung vor einer Veröffentlichung. Andererseits verwende ich den E-Reader auch zum privaten Lesen.

Andrea Vasel Autorin
Zager-Spinn Buchhandlung Graff

… dem Buchhandel?

Erich Zager-Spinn arbeitet bei der Buchhandlung Graff, die mit dem Deutschen Buchhandlungspreis 2016 ausgezeichnet wurde. Er ist in der Abteilung Informationstechnik und E-Commerce der Experte für Technik. Wir haben ihn zum Thema „E-Reader“ befragt. www.graff.de.


Wie geht man als Buchhändler mit dem Thema „digitales Lesen“ um?

Indem wir digitale Bücher anbieten: auf www.graff.de befinden sich über eine Million digitale Bücher und Hörbuch-Downloads. Und in der Buchhandlung bieten wir diverse E-Reader an, die man in Ruhe ausprobieren kann. Es ist ja nur eine andere Form des Lesens – wir wissen, wie es funktioniert und stehen mit Rat zur Seite.

Was macht einen lokalen Buchladen heutzutage erfolgreich?

Ausgeprägte Beratungsqualität, hoher Service, attraktives Geschäft mit Erlebnischarakter, Wissen um Literatur aller Art und ein überzeugender Onlineauftritt.

Auf welche drei Dinge sollte man beim Kauf eines E-Readers besonders achten?

Hohe Bildschirmauflösung für augenfreundliches und längeres Lesen, lange Akku-Laufzeit, einwandfreie und selbsterklärende Touch-Funktion. Alles das hat der Tolino.

Text: Kathleen Kalle
Fotos: vladans - Fotolia.com, Amazon, Tolino, Andrea Vasel, Rudolf Flentje

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