Kennt ihr eigentlich schon ...

… Polizeisprecher Stefan Weinmeister?
In diesem Monat konnten wir den Sprecher der Braunschweiger Ordnungshüter Stefan Weinmeister für unsere kleine Fragerunde verhaften. Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit heißt sein Job offiziell. Was er tut? Der Kriminalhauptkommissar gibt Auskunft, wenn in der Weststadt ein Sack Reis umgekippt ist, klärt Bürger und Presse aber auch bei wirklich großen Kriminal-Skandalen, -Schandtaten und -Sensationen auf. Herr Weinmeister hat einst schon sein Schulpraktikum im Revier Münzstraße absolviert, ist seit 1989 fest Polizist – hätte sich aber auch vorstellen können, Strandhotelmanager im weißen Anzug unter Palmen zu werden. Der gebürtige und wohnhafte Braunschweiger ist 48 Jahre alt, Vater zweier Kinder und interessiert sich für Fußball. Polizisten sind halt auch nur Menschen.
Sind Sie als Kind Räuber oder Gendarm gewesen?
Ich fand beides recht spannend, sodass hier die Rolle noch häufig gewechselt hat.

Und heute guter Bulle oder böser Bulle?
Das kommt ganz auf die Situation an. Im Laufe meines polizeilichen Lebens habe ich beides schon ganz überzeugend hinbekommen.

Stört es Sie, wenn jemand sie „Bulle“ nennt?
Eins vorweg, provozieren kann man mich damit nicht. Gleichwohl fühle ich mich, je nach Situation, durchaus beleidigt. Und dann kann es eine Strafanzeige nach sich ziehen.

Wurden Sie schon mal angezeigt?
Das ist schon eine Weile her ...
Würden Sie jemanden aus Mitleid gehen lassen?
Nein, dann hätte ich meinen Job verfehlt.

Finden Sie, die Buchstaben-Kombination ACAB ist zurecht verboten?
Ich weiß nicht, was an „All Cops Are Beautiful“ so schlimm sein soll. Im Ernst, wenn es gegen einen einzelnen geäußert wird, dann ist der Tatbestand der Beleidigung erfüllt. Allgemein irgendwo hingeschmiert finde ich es nicht berauschend, fühle mich aber nicht beleidigt.

Was halten Sie von Graffiti? Kennen Sie „RA“?
Legales Graffiti ist für mich auch „Kunst“, obwohl man darüber geteilter Meinung sein kann. Aber das ist es ja leider nicht, was diejenigen antreibt, die Sachbeschädigungen durch Graffiti begehen.

Wann und wie schlagen Sie über die Stränge?
Früher auf Partys war ich häufig einer derjenigen, der die Tür abschloss. Wobei ich immer in der Lage war, die Tür tatsächlich abzuschließen. Heutzutage kommt das in dem Maße nicht mehr vor, auch weil ich Familienvater bin.

Haben Sie schon mal gekifft?
Nein.
NW SPO16 1 Art
Finden Sie, dass Kiffen legalisiert werden sollte, um Kriminalisierung und bürokratischen Millionenaufwand zu vermeiden?
Als Sprecher der Polizei Braunschweig sage ich, dass wir nicht für die Gesetzgebung, sondern für das Einhalten der Gesetze da sind. Aus meiner persönlichen Sicht bin ich gegen eine Legalisierung. Das hat etwas mit meiner Erfahrung aus knapp 17 Jahren Drogenfahndung zu tun.

Gibt es in Braunschweig ein „rechtes“ oder „linkes“ Problem?
Aus Polizeisicht ist jede Art von Extremismus ein Problem, egal wo in Deutschland, weil der in letzter Konsequenz unsere Demokratie infrage stellt. Für diese freiheitlich demokratische Grundordnung, in der wir leben, treten wir als Polizei ein und beobachten alle diejenigen, die sich dagegen zur Wehr setzen wollen.

Wie erklären Sie einem Wutbürger, dass Flüchtlinge nicht pauschal kriminell sind?
Das lässt sich zum Beispiel mit Zahlen und Fakten belegen und ich hoffe darauf, dass dieser wütende Bürger spätestens dann das auch versteht. Ich wage aber zu bezweifeln, dass ich damit seine Einstellung geändert habe.
Gibt es Polizeigewalt?
Auch ich kenne Videos, die Bilder von Polizeigewalt zeigen. In meiner Dienstzeit bei der Polizei Braunschweig ist mir aber kein Fall in Erinnerung, in dem es hier zu einer willkürlichen oder überzogenen Polizeigewalt kam.

Mussten Sie mal auf einen Menschen schießen?
Nein, da bin ich auch ganz froh drüber.

Wann machen Sie eigentlich ihr Handy aus?
Ganz bewusst habe ich mich für das Tragen von zwei Mobiltelefonen entschieden, um Dienst und Privat trennen zu können. Im Urlaub bleibt der Dienstapparat aus. Ansonsten bringt es mein Job mit sich, dass ich auch zu eher ungewöhnlichen Zeiten schnell und spontan arbeiten muss.

Wären Sie gern in einem verdorbenen Moloch wie Berlin Polizist?
Ich bin Ur-Braunschweiger. Ich möchte in keiner anderen Stadt meinen Dienst versehen.

Interview Benyamin Bahri
Fotos Privat

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