Kennt ihr eigentlich schon...

… Game-Influencerin Jazz?
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Mit ihren knapp 40.000 Instagram-Followern gehört die Braunschweigerin Jazz zu den reichweitenstärksten Influencer:innen der Region. Gaming, Tattoos und Cocktailbars sind Themen, die sich bei ihr immer wiederfinden. Aus ihrem gewöhnlichen Freizeitaccount, den sie erst seit 2016 wirklich aktiv nutzt ist seit 2020 eine Dauerbeschäftigung geworden, in den Sie ohne Unterstützung von außen viel Leidenschaft und Handarbeit investiert. Auch ihre Follower sind handverlesen – Fake-Accounts und Unsympathen werden knallhart abgelehnt. Die gebürtige Danzigerin zockt am liebsten Rollenspiele und Action-Adventures, allen voran die „Dark Souls“-Serie, wobei sie ihre Favoriten stets bis zum Platinstatus spielt. Jazz ist fast am ganzen Körper tattöwiert, vielfach mit „Star Wars“-Motiven oder traditionellen japanischen Irezumi. Sie trinkt gern Gin Tonic, mag aber keine Wodka-Shots, auch wenn Sie Polin ist. Dafür steht sie auf traditionelle polnische Küche, kann sich sonntags aber nie zwischen Pizza und Sushi entscheiden. Wenn Sie mal nicht am Handy oder der PS5 hängt, geht sie tagsüber mit ihrer Pitbull-Beagle-Mischlingsdame Dina spazieren oder checkt nachts gern die schicksten Tresen der Stadt ab. Ansonsten interessiert Sie sich für Make-up, ist absoluter Sportmuffel und liebt Metal, 80’s Pop, Italo Disco und Classic Rock. Möge die Macht mit ihr sein!
Wann ist es mit deinem Account durch die Decke gegangen? Gab es einen Auslöser?
2020, sehr spontan, als ich mal eben nebenbei ein in meinen Augen ziemlich langweiliges Sushi-Foto hochgeladen habe…dem Algorithmus hat‘s geschmeckt!

Die Frage aller Fragen: Kann man davon leben?
Kommt immer auf die Reichweite, die Zielgruppe und den Auftrag an. Ansonsten gibt es neben dem möglichen Geld viele Goodies und Vorteile, was echt saftig sein kann.

Schon mal Likes gekauft?
Niemals! Das ist pure Selbstverarsche und bringt der eigenen Statistik rein gar nichts.

Wie viele Stunden am Tag verbringst du mit Social Media?
Alle! (lacht)

Warum ist das so ein Zeitfresser, bloß mal ein paar Bilder zu posten?
Viel Planung, man hat ja konkrete Vorstellungen und Ansprüche an sich selbst. Danach möchte ich auch immer die Statistik beobachten, reagiere viel auf meine Community und so weiter.
Was halten Freunde und Familie davon, dass du so viel am Handy sitzt und sie immer Fotos machen müssen?
Meine Family’n‘Friends kennen das nicht anders von mir und unterstützen mich gerne. Tatsächlich sitze ich in guter Gesellschaft kaum am Handy, außer dass ich ab und zu, hier und da mal eine Story poste.

Social Media und dann noch Gaming: Gibt es auch eine Jazz in der realen Welt?
Ja leider – nein Spaß!

Gehst du auch mal unter echte Menschen?
Yes, sehr gerne sogar. Das bedeutet natürlich auch immer neuen Content kreieren zu können, aber es gibt auch krasse Gamingtage, an denen ich einfach durchzocke. (lacht)

Was fasziniert dich so an all diesen virtuellen Parallelwelten?
Ich war digital schon immer sehr kreativ unterwegs und virtuell kann man sich halt Inspirationen holen, viele Dinge erschaffen und neue Möglichkeiten entdecken.
Waren die Corona-Lockdowns nicht eigentlich super für dich – alle zuhaus, alle im Internet?
Auf jeden Fall. Das war eine gute Zeit! (lacht) Für mich persönlich hat sich während der Lockdowns aber auch nicht viel verändert.

Mal dran gedacht, vom kleinstädtischen Braunschweig in die große Welt zu ziehen – Berlin, Los Angeles, Tokio?
Reisen sehr gerne, aber wegziehen käme für mich nur in Frage, wenn was super cool krasses passieren würde. Ansonsten liebe ich die Nostalgie und die finde ich hier öfter mal wieder.

Was würdest du mit einer Million Euro machen?
Innerhalb von drei Tagen ausgeben für sinnvoll-sinnlosen Kram.

Wieviele Tattoos hast du?
666.


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Was war dein erstes Tattoo?
Katzenpfotenabdrücke auf den Hüftknochen, als ich 17 Jahre alt war.

Was haben deine Eltern damals dazu gesagt?
„Episch!“, nee, also ich wurde immer unterstützt. Meine Familie fand meinen Style immer cool und mit 17 brauchte man noch einen „Muddizettel“, um sich ein Tattoo stechen zu lassen. Da hat sie natürlich sofort unterschrieben.

Würdest du dir das Gesicht tätowieren lassen?
Nein! An mir selbst würde ich das nicht ästhetisch finden.

In welcher Zeit würdest du gern leben?
In den 80ern. Ich liebe die 80er und könnte einfach 24/7 die Musik aus den 80ern hören.

Dein Traumberuf als Kind?
Tierärztin.

Welche Gabe würdest du gern besitzen?
Fliegen, „Si fliegen!“ Oder besser: Mich überall hinbeamen zu können innerhalb von ein paar Sekunden.
Was kannst du überhaupt nicht?
Rechnen.

Welchen Job würdest du gern mal für einen Tag machen?
Glückskeks-Autorin.

Als Frau im Gaming – zwar mehr geworden, aber immer noch eine Rarität. Gibt es manchmal dumme Sprüche von Männern?
Nee, die finden das eher gut. Zumindest habe ich persönlich nur positives Feedback bekommen.

Wie gehst du mit Creeps und Geiern um?
Kurzer Prozess: Blockieren.

Wen findest du attraktiver: Einen chubby Nerd oder einen strohdummen Pumpertypen?
Definitiv den chubby Nerd – chubby einfach beste! Harte Bäuche kann ich nicht anfassen.
Finden dich Leute manchmal arrogant?
Bestimmt. Ich habe öfter mal gehört, dass ich auf den ersten Blick so wirke, bin aber eigentlich total tollpatschig und bescheuert, das bestätigen dann auch alle, die mich dann kennenlernen. Allgemein interessiert es mich auch nicht, was andere über mich denken.

Warum gibt’s bei dir keine gesellschaftspolitischen Statements?
Das gehört einfach nicht zu meinen Themen und würde mir zu viele Kopfschmerzen bereiten.

Woher kommt dein Selbstbewusstsein, als so ein spezieller Typ auf die Straße zu gehen?
Ich fühle mein Aussehen und meinen Lifestyle einfach zu 100 Prozent. Und man strahlt das, was man fühlt, dann auch aus, denke ich.

Ist es manchmal anstrengend, ein solcher Individualist zu sein?
Anstrengend nicht, aber ich finde, es könnte etwas mehr Individualität geben. Viele bezeichnen sich zwar als individuell, sehen aber leider trotzdem aus wie jeder andere, was den Style angeht. Viele haben auch Angst vor Dingen, die sie nicht kennen und lehnen dann grundsätzlich alles ab, was nicht dem „Mainstream“ entspricht. Andere wiederum sind aber auch einfach bequem und ihnen „reicht“ das, was die Masse vorgibt, was auch völlig ok ist, denn jeder sollte sich wohl fühlen, so wie er ist. Das ist ja eigentlich das wichtigste.
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Was wünschst du dir für Braunschweiger:innen und die Leute, die hier leben?
Ruhe, Frieden und ein neues Starbucks.

Was für Menschen kannst du nicht ausstehen?
Geizige Menschen und Gatekeeper, also Leute, die sowas sagen wie: „Du bist kein richtiger Gamer, wenn du nicht schon einhundert mal Dark Souls durchgespielt hast“ oder „Du bist kein echter Schlagerfan, wenn du nicht jedes Lied von Helene Fischer rückwärts singen kannst“. Sowas regt mich richtig auf.

Welche Videospielfigur wärst du gern?
Solaire of Astora , Praise the Sun! Dann würde ich die Sonne praisen, all day long!

Machst du auch Cosplay?
Ab und zu, also wenn ich ein fertiges Outfit am Start habe, dann easy. Leider kann ich nicht nähen und nicht so gut craften, aber ich bin sehr wandelbar und kann gut und schnell Make-up-Looks kreieren und habe auch allgemein ein gutes Auge für Ästhetik, Farben und Formen.
Was für ein Game fehlt noch auf der Welt?
„Dark Souls 4“.

Welchen Box-Kampf würdest du dir gern mal ansehen?
Meinen Bruder Basti vs. meinen Kumpel Clemens.

Würdest du bei einem real life „Squid Game“ als Kandidatin mitmachen?
Nee, da wäre ich zu unsportlich für und eine der ersten die draufgeht. Obwohl: Bei „Grünes Licht, rotes Licht“ wäre ich dabei, allein schon wegen der coolen, creepy Roboterpuppe.

Dein Rezept für den Weltfrieden?
Der Weltfrieden ist meiner Meinung nach leider nur ohne Menschen möglich. Die Antwort dazu kannst du dir ja demnach denken. (lacht)

Interview Benyamin Bahri
Fotos Jazz / Instagram: @jazzmilczeniebaranow

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