Dein Termin

Carolo-Cup
13. & 14. Februar / Stadthalle (BS)

Ein Wettstreit von Robotern und künstlichen Intelligenzen, könnte man sagen, ist der Carolo-Cup. Klingt zunächst nach „Terminator“, ist aber eigentlich ein ganz harmloses – und auch brandaktuelles – Kräftemessen verschiedener Entwicklerteams im Bereich „Autonomes Fahren“ – und jede Menge Grundlagenforschung. Denn „Techniktücken sind Entwicklungslücken“, so Erhard Horst Bellermann.

TU Carolo Cup Art

CDLC-Fahrzeugtechiker Niels Kowala

Vielleicht ist das die Zukunft, vielleicht fährt irgendwann ein Großteil aller Autos autonom. Am Mobilitäts- und Verkehrsforschungsstandort Braunschweig ist das jedenfalls schon heute ein großes Thema. So kommen zu dem TU-Wettbewerb Teams aus aller Welt, hunderte Zuschauer beobachten Jahr für Jahr, wie die selbstfahrenden Modellautos im Maßstab 1:10 Hindernissen ausweichen, rückwärts einparken und Vorfahrtsregeln beachten. Vorjahressieger und auch 2018 heißer Favorit ist das Team CDLC. Spiegel, NDR und BR haben schon über die Braunschweiger Studentengruppe berichtet. Zeit für eine Unterhaltung. Rede und Antwort stand uns der CDLC-Fahrzeugtechiker Niels Kowala.

Selbstfahrende Autos: Was ist die besondere Herausforderung bei deren Entwicklung und Forschung?
Im Vordergrund steht die Herausforderung, zu erfassen, was ein menschlicher Fahrer alles sieht und wie er reagiert. Dieses Verhalten muss dann einer Software beigebracht werden. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Software verlässlich funktioniert und auch die Hardware in allen möglichen Situationen und unter wechselnden Bedingungen – Lichtverhältnisse, Streckenverläufe und so weiter – zuverlässig arbeitet. Bevor eine Neuentwicklung in unserem Auto zum Einsatz kommen kann, muss alles deshalb sehr ausführlich getestet werden. Das gilt sowohl für die Modellfahrzeuge beim Carolo-Cup als auch für die Fahrzeuge der großen Hersteller.

Was macht euer Wettkampf-Fahrzeug „Carolinchen X“ aus? Wird ist es zum diesjährigen Carolo-Cup wettkampffertig?
Carolinchen X ist unser aktuellstes Fahrzeug. Es hat die modernste Hardware, die wir je entwickelt haben. Carolinchen X basiert auf einem Mini-Stahlrohrrahmen, hat vier Radnabenmotoren und zwei lenkbare Achsen. Aufgrund der geänderten Fahrwerksparameter war viel Feintuning nötig, ebenso viele abschließende Tests. Zum Wettkampf in der Stadthalle sollte alles einsatzbereit sein.
Seit inzwischen fast zehn Jahren entwickelt Ihr Carolinchen nun weiter. Was sind die entscheidendsten Veränderungen und Verbesserungen all der Jahre?
Es gibt nicht vieles aus der ersten Version, das heute noch an Carolinchen übrig geblieben ist. Es gab immer wieder größere Veränderungen in der Soft- und Hardware. Im letzten Jahr sind mit der automatischen Erkennung von Verkehrsschildern, Zebrastreifen, Abbiegevorschriften, Überholverboten und anderem viele Programmerweiterungen geschaffen worden. Ebenso ist die Technik vielfach erneuert worden.

Ihr habt mehrfach den ersten und zweiten Platz beim Carolo-Cup belegt. Wie schafft ihr es, insgesamt so gut abzuschneiden?
Im Vergleich zu den anderen Teams im Wettbewerb sind wir von den Mitgliederzahlen her eine der größten Truppen. Auch haben wir eine sehr gute Basissoftware, auf der wir immer wieder aufbauen können.

Was macht euch als Team aus? Was ist eure Stärke?
Das Team CDLC war schon von Anfang an beim Carolo-Cup dabei und kann auf eine lange Entwicklungshistorie zurückschauen. Durch die Nähe zum Institut für Regelungstechnik gibt es Erfahrungsaustausch zur universitären Forschung der TU.

Im Vordergrund steht die Herausforderung, zu erfassen, was ein menschlicher Fahrer alles sieht und wie er reagiert.

Mobilität und Verkehrsforschung spielen hier in der Region eine große Rolle. Welchen Vorteil habt ihr als Braunschweiger Team gegenüber der Konkurrenz?
Braunschweig als Technologiestandort kann eher nach dem Studium ein Vorteil sein, da die bei uns erworbenen Kompetenzen in der Umgebung beruflich sehr gut angewandt werden können. Wir versuchen daher auch besser, den Kontakt zu ehemaligen Teammitgliedern möglichst aufrecht zu erhalten, um professionelle Ratschläge einzuholen. Wir als Braunschweiger können am Wettkampfwochenende natürlich auch problemlos eine zusätzliche Nachtschicht einschieben, ein vergessenes Ersatzteil besorgen, in die Uni gehen oder Ähnliches.
TU Carolo Cup 1 Art
Wer ist euer größter Konkurrent und warum?
Es gibt einige andere Teams, die sehr gut vorbereitet und aufgestellt sind. Einen bestimmten davon als größten Konkurrenten auszumachen ist eher schwierig. Der direkte Leistungsvergleich findet erst beim Cup selbst statt. Hinzu kommt, dass wir auf ganze neue Kontrahenten stoßen werden. 2017 sind in einigen bestimmten Disziplinen, an denen wir teilgenommen haben, nur wenige Teams angetreten. Dieses Jahr werden wir da mehr Konkurrenz bekommen.

Wie ist während des Wettkampfs der Kontakt zur Konkurrenz? Kollegial oder eher distanziert?
Teils, teils. Beim Cup redet man miteinander und erkundigt sich nach den Umsetzungen der anderen Teams. Spezielle Details lässt man dann im Gespräch aber auch mal gerne weg. Spätestens nach dem Cup ist dann alles wieder kollegial – besonders wenn anschließend das gemeinsame Feiern ansteht.
Wie ist die Atmosphäre beim Wettkampf in der Stadthalle? Wie ist es, seine Entwicklung vor hunderten von Leuten zu zeigen?
Der Carolo-Cup ist immer wieder ein spannendes Ereignis, all die Studenten aus ganz Deutschland kommen zusammen, um zwei Tage lang hochengagiert an ihren Fahrzeugen zu basteln. Da ist viel los in der Stadthalle, man kann die Anspannung richtig spüren. Am Abend des Carolo-Cups wird es dann richtig aufregend. Schließlich kommen dann die Ergebnisse. Vor Bekanntgabe der Wertung kann man nur ungefähr einschätzen, wo man liegt.

Was wäre für euch am 13. und 14. Februar der größte anzunehmende Unfall?
Beim Vorbereitungsevent im November sind wir in voller Fahrt gegen ein Tischbein gefahren und haben uns das Vorderrad abgebrochen. Wenn so etwas vor dem Cup passiert, wäre dies schon ziemlich schlimm. Die meisten Teile können allerdings schnell ausgetauscht werden. Im Gegensatz zu anderen Teams haben wir auch konkurrenzfähige Zweitfahrzeuge aus den letzten Jahren zur Verfügung.
Highlights der letzten Jahre?

Text: Benyamin Bahri
Fotos: TU Braunschweig / Lennart Frank, Team CDLC

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