Gute Vorsätze liegen am Anfang des Jahres wie immer voll im Trend. Doch spätestens nach drei Wochen hat man die meisten bereits wieder weggewischt. Und Wegwischen liegt ja derzeit ebenfalls im Trend.

Heutzutage ist es ja bereits üblich geworden, dass man in kurzer Folge viele Möglichkeiten präsentiert bekommt, so dass man sich innerhalb von Sekunden entscheiden kann, was gut oder richtig für einen ist. In einer durchindividualisierten Gesellschaft wählt man dennoch allzu oft den schönen Schein und landet damit auf altbekannten Wegen.

Mein Thema ist die Kultur. Mein Plädoyer ist: Erst wenn man ausgetretene Pfade verlässt, erlebt man neue Abenteuer. Deswegen denke ich, man sollte öfter mal Angebote nach rechts wischen, die einem erst merkwürdig und unscheinbar vorkommen. Vielleicht ist es ein Match!

Ein guter Vorsatz von mir für dieses Jahr ist: Mehr Raum für die Nische! Ich bin da ja schon zu Gast, aber auch für euch ist hier ein reiches Tischlein gedeckt.

Eine Nische, in die sich so gut wie niemand verirrt, obwohl schon jeder mal am Rathaus auf die Bahn gewartet hat, ist zum Beispiel das Schlosscarree. Dort ist unter anderem die Galerie auf Zeit eingezogen, nachdem andere schon lange ausgezogen sind und nur Leerstand hinterlassen haben. Hier findet man ein überraschend gutes Programm aus Kunstausstellungen und kleinen Konzerten.

SU Kolumne Steffi Krause Kult Tour Der Stadtblog Mit Mutze Art

An anderem Ort, zugegebenermaßen etwas hinter Bauhaus versteckt, findet man die Kunstmühle. Die dort beheimatete, aber weltweit agierende Künstlergruppe blackhole-factory kombiniert meist elektronische Musik mit audiovisueller und performativer Kunst. Sie teilen sich ein Dach mit dem Theater im Glashaus, einem Projekt der Lebenshilfe Braunschweig. Auch diese Kulturnische beweist: Anders sein heißt eben auch besonders sein.

Und dann gibt es die Nischen, die fast schon Massenphänomen sind. Beispielsweise Fahrradfahren in der Critical Mass. Diese trifft sich jeden letzten Freitag im Monat am Hauptbahnhof und möchte lediglich ein Statement fürs Fahrradfahren setzen. Was vielleicht wenige wissen, ist, dass die Critical Mass nicht nur durch die Stadt, sondern auch zu Orten fährt. Beim Lichtparcours 2016 zum Beispiel auf Initiative von Kult-Tour Der Stadtblog zum Braunschweiger Hafen, wo dann unter dem Kunstwerk ein großer Open-Air-Rave stattgefunden hat. Oder zur Fahrradselbsthilfewerkstatt in der Eulenstraße, wo DIY und Nachhaltigkeit groß geschrieben und die gemeinschaftlichen Basteleien oft von denselben DJ-Künstlern bespielt werden.

Die Nische verdient Beachtung. Und zwar deswegen, weil sie oftmals mehr zurückgibt als die aufmerksamkeitsverwöhnten Großen und Glänzenden. Das Angebot wird nämlich in vielen Fällen von engagierten Ehrenamtlichen organisiert und zum freien Eintritt zugänglich gemacht. Und Nische heißt hier nicht gleich klein, merkwürdig und abseitig. So ist mit dem Konzept des Silver Club einst eine Veranstaltung in unsere Stadt gekommen, die ein Programm aus Kunst, Kultur, Livemusik und Tanzparty an immer wieder wechselnden ungewöhnlichen Orten kostenlos angeboten hat. Und ich persönlich hoffe, dass das Team des Silver Club für dieses Jahr den guten Vorsatz getroffen hat, diese Idee fortzusetzen. Für mich war das ein Match!

Also: Öfter mal das Unscheinbare nach rechts wischen. Wer weiß, ob es nicht eure große Liebe wird. Denn ob es ein Match werden kann, sieht man oft erst hinterher. In diesem Sinne wünsche ich euch für das neue Jahr 2018 alles Gute auf eurer Suche!

Eure Stef

Text: Stefanie Krause, Kult-Tour Der Stadtblog
Fotos: Siegfried Krause, Privat

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