Auf den Wogen des Erfolgs?

Braunschweigs Wasserballer starten in die neue Bundesliga-Saison

Wäre man vor ein paar Jahren noch in Braunschweigs Fußgängerzone gegangen und hätte nach den Braunschweig Lions gefragt, die wenigsten von denen, die heute mit einem Löwen-Aufkleber am Heck ihres Autos durch die Stadt fahren, hätten wohl etwas mit der Mannschaft anfangen können. Dem ist natürlich heute nicht mehr so. Mit anhaltendem Erfolg strömen Tausenden ins Stadion, Sponsoren plakatieren Trikots und Spielfeld zu – obwohl American Football in Deutschland noch immer eine Nischensportart ist.

Etabliert und zudem olympisch ist hingegen der Wasserball. Auch hier wird um jeden Ball gefightet, gibt es erbitterte Kämpfe unter- und oberhalb des Wasserspiegels. Die Zuschauerresonanz freilich, gleichwohl das Medieninteresse sind gering. Dabei geht es hier um nichts geringeres als den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, denn während die Kicker der Eintracht nur drittklassig sind, starten ihre Wasserballer am 23. Oktober in die neue Saison der ersten Bundesliga. „Wasserball ist für den Außenstehenden zunächst einmal etwas undurchsichtig, zudem wird auch keine richtige Werbung dafür gemacht“, versucht Mannschaftskapitän Enrico Boenke das nur spärliche Publikumsaufkommen zu erklären. Zumeist sind es Freunde oder Aktive, die zu den Heimspielen ins Heidbergbad kommen. Doch das schmerzt weniger, als das fortwährende Problem, die nötigen Gelder für die kommende Spielzeit zu beschaffen: „Wir haben große Schwierigkeiten Sponsoren zu finden. Deshalb fällt es schwer, den Spielbetrieb am Anfang jeder Saison zu gewährleisten.“ Daneben plagen die Wasserballer Personalsorgen. Jede Spielzeit müssen sie zusehen, wie sie ihren Kader stark genug halten, um ihrem Image als „Fahrstuhl-Mannschaft“ entgegenzuwirken. Denn lange Zeit war es so, dass jedem Aufstieg in die erste Liga der sofortige Abstieg folgte. Dieser Fluch wurde letzte Saison gebrochen. Endlich gelang es, die Klasse zu halten, und das trotz eines viel zu kleinen Kaders von nur neun Aktiven (bei sechs plus Torwart im Wasser) – andere Mannschaften konnten da auf dreizehn Mann zurückgreifen. Das ging natürlich an die Substanz. „Oft fehlte uns im letzten Viertel die Kraft, da wir einfach keine Spieler zum Wechseln hatten“, analysiert Boenke und gibt sich trotz zweier Neuzugänge keinen Illusionen hin: „Fakt ist, wir werden dieses Mal erneut gegen den Abstieg spielen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Liga auf zehn Mannschaften reduziert wird. Da werden wir mit vier, fünf Vereinen in harter Konkurrenz stehen.“

Was bedeutet, dass jedes Spiel gegen einen dieser Rivalen zugleich ein Endspiel ist. „Wir sind keine schwache Mannschaft, ein Großteil der Spieler hat bereits Bundesliga-Erfahrung. Und wenn wir mannschaftliche Geschlossenheit zeigen, werden wir auch im nächsten Jahr erstklassig sein“, zeigt sich Boenke dennoch zuversichtlich. Einen ersten Eindruck von der Qualität von Eintracht Braunschweigs Wasserballern kann man sich bereits am 2. und 3. Oktober beim Wolters-Cup machen, bevor dann am 23.10. mit dem Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Spandau in Berlin die neue Saison gestartet wird.

Text: Lars Räke
Wasserball

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