Nieder mit dem Telepromter!

Ex-SUBWAY-Redakteur Holger Speckhahn auf dem besten Weg auf den Fernseh-Show-Olymp

Drei Jahre ist es her, das Holger Speckhahn von Armanis Laufsteg zum Musikriesen MTV gerufen wurde. Mit „in touch“ startete er das deutschsprachige Nachmittagsprogramm des Clipgiganten. Mit dem Bus reiste er quer durch deutsche Lande und zeichnete seine Sendung auf. Am 15. November machte er auch Station in Braunschweig, um die „10-Jahre-SUBWAY-Party“ zu moderieren, die später an zwei Nachmittagen auf MTV übertragen wurde. Das Format von „in touch“ wurde jedoch schon bald in eine Flirtshow geändert, der sympathische Braunschweiger wechselte zu RTL. Dort versuchte er vergeblich Halbpromis zum Karaoke-Singen zu animieren. Ein Flop, der scheinbar spurlos an ihm vorüberzog. Momentan moderiert er die zusammengeschnittenen „Top of the Pops“-Playbacks, um zum Ende des Jahres dem Ruf der Berliner Privatfernseh-Kollegen zu folgen: SAT.1 verpflichtete den lächelnden Everybodys-Darling kürzlich. Bei einer selten gewordenen Stippvisite in seiner Heimatstadt traf sich SUBWAY mit dem stets gut gegelten Hüter der Teenie-Musikhelden.

Das letzte Mal haben wir uns gesehen, als Du in Hamburg bei „MTV in touch“ angefangen hast. Mittlerweile hat sich für Dich einiges verändert.

„Ja, ich bin irgendwann durch RTL von Hamburg nach Köln gezogen. Zum Glück muss ich jetzt nicht nach Berlin, da ich wieder den Sender wechsele. Das scheint mein größtes Hobby zu sein (lacht). Nein, zurzeit produziere ich die letzten „Top of the Pops“-Sendungen, gehe zum Ende des Jahres zu SAT.1.“

Was wirst Du dort konkret machen?

„Ich werde Silvester vor dem Brandenburger Tor zusammen mit Jörg Pilawa moderieren, dann eine große jährliche Musikshow. Dazu eine tägliche Sendung – kein daily talk – und sechs Abendshows. Also ein ganzes Paket, dass ich einfach nicht ablehnen konnte. Ich will mich ja auch irgendwie weiterentwickeln. Drei Jahre lang habe ich nun diese Musikshow gemacht, weil mir das schon sehr am Herzen liegt. Aber die ganze Zeit kann man das nicht durchziehen. Deshalb war mir auch die tägliche Sendung ganz recht. Was übrigens kein Daily Talk ist. Interessant war das allein, weil ich dadurch sehr viel lerne und mich fit mache für die Abendshows.“

Wann wirst Du Thomas Gottschalk ablösen?

„Thomas Gottschalk ist eine Klasse für sich, den möchte ich niemals ablösen. Ich will einfach nur einen guten Job machen, immerhin handelt es sich hier um vier verschiedene Sendungen, die ich bewältigen muss. Die Erwartung von SAT.1 ist sehr groß, sonst kriegst du so ein Angebot nicht. Ich denke aber einfach nur von Sendung zu Sendung. Das ist jetzt so ein schlauer Spruch wie beim Fußball (lacht).“

Deine Karaoke-Show war ein Misserfolg. Kränkt es Dich persönlich, wenn etwas floppt?

„Wenn man sagt, das kränkt nicht, dann lügt man. Das ist im Nachhinein sicher eine gute Erfahrung gewesen. Man geht immer so nach oben und auf einmal fällt man richtig runter. Es wird einem einfach alles unterm Hintern weggezogen. Das war schon sehr wichtig, zu wissen wie das ist. Es gibt bestimmt Moderatoren, die sind noch nicht abgesetzt worden. Die kommen irgendwann sicher auch mal in diesen Genuss. Vorteil für mich war, dass nicht ich abgesetzt worden bin von RTL, sondern nur das Format. Danach habe ich zum Glück gleich mit „Top of the Pops“ weitergemacht.“

Inwieweit gehst Du Kompromisse ein?

„Kompromisse eingehen muss ich gar nicht. Bei dem Senderwechsel, den ich jetzt gemacht habe, setzt man sich ja zusammen und unterhält sich, was man machen möchte. Und da gibt es zum Beispiel Gesetze, die ich für mich habe. Es gibt bei mir beispielsweise keinen Teleprompter, denn der nimmt mir die Persönlichkeit. Was Showformate angeht, muss man in einem Konzept der Sendung nicht die einzelnen Teile sehen, sondern das Format im Ganzen. Aber wenn man irgendetwas einfach nicht machen will, dann lässt man es halt bleiben. Ich gehe z.B. auch nicht zu „Peep“, weil ich dort nicht hin will. Wenn mir die Leute das übel nehmen, dann tut mir das Leid, aber ich habe einfach keine Lust über mein Sexualleben zu quatschen – obwohl sie bereits zum vierten Mal angefragt haben ob ich vorbeikomme.“

„Top of the Pops“ lief auch mit Sting als Co-Moderator. Wie war’s?

„War klasse. Ich bin jetzt 25 und mit 15, gehörte ich zu den letzten Leuten, die etwas mit Police zu tun hatten. Gehe doch heute mal zu einem Jugendlichen und sag ihm, dass Puff Daddy eine Cover-Version von ihnen gemacht hat. Da sagen die: Police? Wer ist das denn? Für mich war das als alter Sting-Fan ganz groß, dass er da war und echt locker blieb.“

Heimat: Braunschweig. Was verbindet Dich heute noch mit dieser Stadt?

„Ich versuche so oft wie möglich herzukommen, da meine Eltern hier wohnen und auch um meine alten Freunde wiederzutreffen.“

Du hast 1997 die 10-Jahre-SUBWAY-Party spontan moderiert. Bist du bei unserer 15-Jahre-Party auch wieder dabei?

„Weiß ich noch nicht genau, aber wahrscheinlich. Für SUBWAY habe ich früher ja ein paar Sachen gemacht und werde es immer unterstützen.“

Interview: Volker Peschel
Foto: RTL
Holger Speckhahn

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