|
„Geh, Philostrat, berufe die junge Welt Athens zu Lustbarkeiten!“ Vor 400 Jahren inszenierte William Shakespeare sein leichtes Spiel um Liebeleien in der antiken griechischen Stadt. Regisseur Michael Hoffman versetzt die Handlung nun in das 19. Jahrhundert, damit seine verliebten Akteure mit dem Fahrrad durch die Wälder irren können. Und mächtig verknallt sind sie natürlich: Lysander und Hermia und Helena in Demetrius. Der das noch nicht so ganz erwidert, aber dafür gibt es ja Elfen und den manchmal etwas unsicheren Puck.
In sicheren Abständen wird dem Kino eine neue mehr oder weniger gelungene Verfilmung des Altmeisters vom Lord Chamberlaine Theater beschert. Rechtzeitig zu den grauen Herbsttagen will uns „Ein Sommernachtstraum“ in das schwüle Treiben rund um Athen entführen. Hoffmans Fassung hält sich nah am Text und ist nicht halb so albern, wie es der schreckliche Kinotrailer erahnen lässt. Sophie Marceau hat eher den schweigenden Auftritt, Michelle Pfeiffer bezaubert im wahrsten Sinne des Wortes und Kevin Kline gefällt sich als unterbemittelter Laienspieler Zettel. Ein leichter, amüsanter Film, der sich jedoch teils im wirren Wald verzettelt und dort ein wenig Esprit und Schwung vermissen lässt.
Text: Volker Peschel Foto: 20th Century Fox
|