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Frankreich und immer wieder Frankreich. Was Daft Punk vor über zwei Jahren für den französischen Dance-Underground, und im selben Zug für globalen Mainstream losgetreten haben, lässt sich heute vor allem daran ablesen, wie viel Nachkommen im eigenen Land heranwachsen, bevor sie im Ausland gehypt oder zu recht erfolgreich in den Markt geschleust werden. Denn obwohl die aktuelle Posse um Kojak, Cassius, und auch Alex Gopher mit dem simplen Verweis French-House feilgeboten wird, reicht dieses Label stilistisch bei weitem nicht aus. Während Kojak mit ihrem Hybrid aus House, Soul und HipHop wie von allen Konventionen befreit ins derzeitige Geschehen eingreifen und Cassius mit „99“ eine der fettesten Clubhymnen des Jahres ablieferten, verortet sich Alex Gopher irgendwo auf der Straße zwischen Easy Listening und P-Funk. „Eigentlich kommt die überschwängliche Bewertung unserer Produktionen gerade zur richtigen Zeit“, bewertet der freundliche Monsieur Gopher im SUBWAY-Interview den Wirbel um den Dance-Output der Grande Nation. „Wir haben alle unsere musikalischen Roots, die wir momentan lediglich reproduzieren; in einen neuen Kontext verschmelzen, der eben den Nerv der Zeit trifft. Hätte Thomas Bangalter wohl ohne seine Roots so viel Erfolg? „Ohne Roots bist du aufgeschmissen!“
Was Wunder, schließlich stammt Alex aus der Air/Bang Bang-Familie, mit deren Mitgliedern er vor über zehn Jahren die Pariser Indie-Combo Orange gründete, bevor er für seine musikalische Zukunft den Computer entdeckte. Gerade bei jenem Stichwort wird ihm warm ums Herz: „Der Gebrauch von Computer und Sampler ist genial. Ich war lange Bassist in verschiedenen Bands, aber eben nur Bassist. Mit Hilfe des Computers kann ich alles sein: Gitarrist, Drummer, Keyboarder, ganzes Orchester; whatever – und zwar perfect.“
Folglich besticht Gophers Debut „You, My Baby & I“ durch üppigen Retro-Futurismus. Seine Beats und Samples korrespondieren einfallsreich mit orchestralen Melodien und melancholischer Soundtrack-Atmosphäre, und seine aktuelle Single „Party People“ erfährt durch die Remix-Künste von Dimitri from Paris und vor allem Romanthony die Veredelung zum todsicheren Hit. „Ich bin schon sehr stolz, dass alte Freunde wie Dimitri, Etienne de Crecy oder Jean-Benoit Dunckel die Produktion zum Album so tatkräftig unterstützten. Romanthony als Amerikaner wird Paris auch so bald nicht wieder verlassen“, freut sich Gopher über das französische Familienleben. So betrachtet, und mit dem Bedarf nach gut durchdachter Tanzmusik, werden wir die Franzosen wohl nicht so schnell wieder los.
Text: Andreas Astalos Foto: V2
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