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Vom „Bewegten Mann“ zum verführerischen Teufel: Til Schweiger, einsamer Leinwandstar hierzulande, schloss einen Pakt mit Bernd Eichinger und übernahm die Titelrolle im Kinodebüt des Schwabinger Starproduzenten. Der bescherte uns bislang Werke vom „Name der Rose“ bis „Ballermann 6“, vom „Geisterhaus“ bis „Superweib“. Vor zwei Jahren gab er mit dem TV-Remake von „Das Mädchen Rosemarie“ sein Regiedebüt. Nun wagte sich Eichinger, 25 Jahre nach seinem Abschluss an der Filmhochschule, mit einem selbst gedrehten Werk erstmals auf die große Leinwand. Und das Ergebnis ist verblüffend: so viel feinsinnige Ironie hätte man dem poltrigen Produzenten kaum zugetraut.
Schweiger spielt den Satan namens Stanislaus, der bei der leicht frustrierten Psychologin Cora (Corinna Harfouch) zur Behandlung erscheint. Der seltsame Patient hält sich nicht nur für den Teufel, zudem will er die Maria Callas entdeckt und zur Diva aufgebaut haben. Ein klarer Fall krankhafter Einbildung – eigentlich. Wären da nur nicht immer diese kleinen Wunder der übersinnlich diabolischen Art. Während Frau Doktor (und mit ihr wir Zuschauer) zunehmend von Zweifeln geplagt werden – ist’s gar doch der Leibhaftige oder nur ein Spinner – leidet die gute Cora daheim immer mehr an der kaum mehr erträglichen Einfältigkeit ihres höchst spießigen Gatten (gespielt von Thomas Heinze, dem besten Langweiler des deutschen Kinos).
Der Film hält geschickt die amüsante Balance zwischen satirisch augenzwinkernder Teufel-Darstellung und philosophischer Sinnsuche, ohne dabei jedoch in schwülstiger Tiefgründelei zu versinken. Als Sahnehäubchen-Einlagen gibt’s zwischendurch die Lebensgeschichte von Opernstar Maria Callas. Die Harfouch spielt souverän wie immer, Schweiger besser denn je. Einmal mehr zaubert Deutschlands bester Kameramann Gernot Roll („Rossini“) seine bewährt eindrucksvollen Bilder auf die Leinwand. Eine smart schräge Komödie der etwas anderen Art, die mit einem üppigen Callas-Soundtrack gekrönt wird.
Text: Dieter Oßwald Foto: Constantin Film
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