Mission Sex

Scharfe Babes & böse Buben: „Austin Powers 2“

Der Schwachsinn geht in die zweite Runde. Und sein Name ist noch immer Powers, Austin Powers! Doch diesmal legt „Wayne’s World“-Kasper Mike Myers als sexsüchtiger Sixties-Superspion den Humor noch ein bisschen tiefer als beim ersten Agentenstreich. Und tatsächlich: Schlechter Geschmack und vulgäre Sprüche lassen sich ebenso steigern wie die Anzahl der „Babes“ und bösen Buben. Austins bekannter Erzfeind Dr. Evil (wiederum gespielt von Myers) hat zur Verstärkung eine geklonte Miniaturversion bekommen, einen fiesen Zwerg namens „Mini-Me“. Als weiterer Gegenspieler taucht ein superdicker Schotte namens „Fat Bastard“ auf (ebenfalls Myers).

Wie gewohnt erpresst Dr. Evil eine absurd astronomische Summe (100 Milliarden Dollar!) von der US-Regierung, ansonsten würde er die ganze Welt in die Luft sprengen. Um diesen diabolischen Plan zu verwirklichen, muss der böse Goldfinger jedoch zuerst Austin ausser Kraft setzen. Dazu macht er eine Reise zurück in die Zeit und stiehlt dem Superagenten anno 1969 das „Mojo“. Ohne diesen besonderen Lebenssaft läuft in Austins legendärem Liebesleben absolut nichts mehr. Also macht sich unser Spion auf die Suche nach dem verloren gegangenen „Mojo“, dem Urquell seiner Libido: Eine Mission, die reichlich Mut und vor allem noch mehr Sex erfordert.

Die grandios bescheuerte Bond-Blödelei hat in Amerika in nur zwei Wochen superlative 150 Millionen Dollar eingespielt. Hierzulande geriet der erste Teil zwar zum Flop. Doch weil Trash nun Trend ist, dürfte der lüsterne Chaoten-Agent sich bei uns gleichfalls zur Kultfigur entwickeln, sein mit den Fingern in die Luft geschriebenes Anführungszeichen könnte zur coolen Geste avancieren. „Rauchen Sie nach dem Sex?“ – „Darauf habe ich noch gar nie geachtet“ – wer solche Schwachsinnsdialoge mag, kommt bei Austin voll auf seine Komik-Kosten. Wer ordinäre Scherze im „Verrückt nach Mary“-Stil originell findet, kann sich auch hier reichlich auf die Schenkel klopfen. Alle anderen können sich derweil am Soundtrack mit Madonna, dem Gastauftritt von Elvis Costello sowie dem grotesk komischen „Mini-Me“ erfreuen. Möge Austins Mojo mit dir sein!

Text: Dieter Oßwald
Foto: Kinowelt
Austin Powers 2

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