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„Vergessen sie alles, was sie in den Filmen gesehen haben“, rät Vampirjäger Jack Crow dem jungen Priester Adam Guiteau in „John Carpenters Vampire“, dem Hoffnungsträger aller Fans des Genre-Altmeisters, der nach Klassikern wie „The Fog“ oder „Halloween“ in den letzten Jahren nur enttäuschende B-Ware (zuletzt „Escape from L.A.“) ablieferte. Vergessen also auch wir, was wir aus „Nosferatu“, „Dracula“ oder „Tanz der Vampire“ zu wissen glauben, das ganze Knoblauch-Zeug, die Silberkugeln, das Weihwasser, die Kreuze. Pfählen, das ist die einzige Möglichkeit, die Untoten mit den Riesenhauern zurück in die Hölle zu schicken. Und natürlich brennen die fahlen Dentalmutanten auch bei Sonnenlicht binnen Sekunden lichterloh. Spontane Selbstentzündung würden Mulder und Scully dazu sagen. Jack Crow (genial: James Woods) jedoch ist es egal, wie das heißt. Er wandelt auf den Spuren eines Charles Bronson in „Spiel mir das Lied vom Tod“, will Rache für den Tod seiner Eltern, will einzig den Master, den Vampirfürsten Valek finden, ihn stellen und einen Holzpflock mitten durch sein Herz rammen.
Endlich hat John Carpenter wieder einen überzeugenden Film abgeliefert. Er wandelt das bekannte Vampirmuster ab, schafft seine eigene düster-zynische Mischung aus Western und Horrortrip, die gleichermaßen brutal-blutige Splatterszenen wie melancholische Sonnenuntergänge zeigt und aus dem Carpenter-typischen Licht-und-Schatten-Spiel einen Großteil ihrer Suspense bezieht.
Text: Lars Räke Foto: Arthaus
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