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Schweißtropfen fliegen im gleißenden Scheinwerferlicht durch die Luft, während irische FolkMusik dröhnt und 25 Menschen in nahezu perfekter Harmonie auf der Bühne tanzen. Das Publikum im Saal ist verzückt. Am Ende der Show Standing Ovations und erschöpfte Tänzer. Das Wunder des Erfolgs läßt sich leicht benennen, denn nur schwerlich kann man sich der Faszination irischer Tanzshows entziehen. Was mit „Riverdance“ begann, in „Lord of the Dance“ seine Fortsetzung fand, findet jetzt mit „Gaelforce Dance“ seinen vorläufigen Höhepunkt. Eine neue Tanzwelle rauscht über das Land. Die Verkaufszahlen der Tickets übertreffen alle Erwartungen, allein in Braunschweig sind in kürzester Zeit über 10000 Tickets verkauft worden, „noch nie gab es hier eine dermaßen erfolgreiche Show“, erzählt der örtliche Veranstalter Michael Schacke, der für den 1. November gleich noch einen weiteren Auftritt organisiert hat. Star der Show „Gaelforce Dance“, die am 1. bis 3. Juni in der Braunschweiger Stadthalle gastiert, ist ohne Zweifel Tap-Dance-Weltmeister James Devine, der zuvor im Tanzzirkus „Lord of the Dance“ Ensemblemitglied war. Der smarte Ire schafft die sagenhafte Anzahl von 38 Taps (Schläge mit der Fußsohle auf den Boden, welche das „Klack“-Geräusch verursachen) pro Sekunde, so viele, daß ohne Kollege Computer das Zählen nicht mehr möglich ist.
Solch eine kaum zu glaubende Leistung ist ein wahrer Kraftakt für die Bein- und Fußmuskeln, da es beim Step immer darauf ankommt, mehr in der Luft zu sein, als auf dem Boden. Schwerstarbeit, die Anfängern einen unvergeßlichen Muskelkater in den Waden verursacht. Die Tänzer der Gaelforce Show beugen dieser unangenehmen Erscheinung mit „zwei Stunden Training jeden Tag“ vor, wie Hauptdarstellerin Fiona McILkenny im SUBWAY-Gespräch einräumt, „das ist harte Arbeit, die aber auch sehr viel Spaß macht.“ Dies sieht man den Tänzern auf der Bühne an. Zusammen mit der Mischung aus eigens für die Show komponierter Musik, halbnackter Männerkörper, den kurzen Röcken der sehr jungen Frauen und präziser Steptanznummern, wurde so ein Trend geschaffen, der selbst die Macher der Tanzshows vor ein Rätsel stellt: „vielleicht ist es eine mystische Faszination, die von allem irischen ausgeht”, mutmaßt Gaelforce-Produzent Mark Brady, und auch die heimischen Tanzschulen finden keine Erklärung für das erfolgreiche Phänomen. Das Tanz Theater, welches als einzige Braunschweiger Tanzschule zur Zeit Steptanz anbietet, hält die Shows aber nur für „eine Modewelle wie Lambada, sowas kommt und geht“. Wer trotz der zahlreichen Gaelforce-Gastspiele keine Karten mehr bekommt, dennoch aber auf atemberaubende Bühnentänze nicht verzichten will, dem sei ein Besuch der „City Stories“ oder von „Take a Tango“ im Staatstheater empfohlen. Hier tanzt eine Ballettruppe, die sexy und modern, fernab jedes modischen Schnickschnacks zu begeistern weiß.
Text: Andreas Jäger Foto: Paul Noonan
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