Big Camera Is Watching You

Matthew McConaughey ist „EdTV“

Kurz vor San Francisco. Zwei fürchterlich durchschnittliche Vorstadtgesichter: Ed (Matthew Mc Conaughey) jobt in einer Videothek vor sich hin. Ray (Woody Harrelson) will auf größeres hinaus, doch groß ist höchstens seine Klappe. In die Billardkneipen-Idylle platzt ein Fernsehteam auf der Suche nach einem Nobody. Jemand der so belanglos ist, daß er rund um die Uhr gefilmt und live ausgestrahlt wird: Ed. Mit dem genüßlichsten Eier-Kraulen der Filmgeschichte geht er auf Sendung und fortan begleiten ihn Kameras wohin er sich bewegt. Schneller als Ed und Konsorten denken können, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. „EdTV“ wird zum nationalen Erfolg und der tranig-sympathische Niemand zum umjubelten Popstar. Es schreit nach dem direkten Vergleich: Peter Weirs „Truman Show“ hatte es vorgemacht, aber „EdTV“ des erfolgverwöhnten Ron Howard („Kopfgeld“) hinkt bestenfalls durch die Fußstapfen des genialen Vorläufers. Zu berechnend und aufgesetzt wirkt die Geschichte des lieben Vorstadtjungen, der erkennen muß, daß Ruhm nicht alles ist auf dieser Welt und daß wahre Freundschaft, blah, blah, blah. Wo Weirs Oscar-verschmähtes Werk mit Ideen besticht, hakt „Ed“ nur Konventionelles ab. Auffällig jedoch bleibt der Spielspaß der beiden ungleichen Brüder McConaughey und Harrelson, die aus einem storyarmen, immerhin einen recht unterhaltsamen Popcorn-Film machen.

Text: Volker Peschel
Foto: UIP
EdTV

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