Rien ne va plus
Vom Sein und Schein des „Croupier“
Jack Manfreds Leben verläuft arg mittelmäßig. Die Kasse ist leer, seine schriftstellerischen Künste sind nicht gefragt. Der Verleger will Soccer-Stories lesen, und seine Moralin gesäuerte Freundin verkörpert auch nicht das Glück auf Erden. Der Anruf seines schmierigen Vaters aus Südafrika verspricht den großen Schritt nach vorn: einen Job als Croupier in einer Londoner Spielbank. Sein Leben verändert sich radikal. Es lockt der Glanz des Geldes und das weibliche Geschlecht. Mike Hodges zeichnet mit „Croupier“ die windige Scheinwelt der Casinos nach. Der schmale Grat von großem Geld und schnellem Glück strahlt verführerisch über den Roulette- und Black Jack-Tischen. Gedreht in nordrhein-westfälischen Kulissen, gelingt es dem Briten, Scorceses opulentes „Casino“ oftmals auf die Größe eines gediegenen Kammerspiels zu schrumpfen. Die Faszination bleibt und wird zu einem intensiven Blick in die Psyche der Berauschten zwischen Höhenflug und tiefem Absturz.
Text: Volker Peschel Foto: Concorde
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