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Zum ersten Mal erlebte ich Brixx vor einigen Jahren auf Cappuccinos Geburtstagsparty in der Braunschweiger Diskothek Off Shore: Eine schlanke junge Frau in schlabbriger Sportswear lieferte sich auf der Bühne einen rüden Reimbattle mit ein paar Typen, machte sowohl optisch, wie auch akustisch eine verdammt gute Figur. Nun ist ’99 und Illdiko Basa alias Ill-Dee alias Brixx ist auf dem besten Weg zum großen Durchbruch. Nach Gastauftritten beim Jazzkantine „Geheimrezept“-Album (u.a. auf „Chaos“ mit Wu-Tangs Ol’ Dirty Bastard) und kürzlich Walking Large’s „Boy meets World“ (das in die Top 50 der Single-Charts smashte), kommt nun mit „Everything Happens For A Reason“ ihr erstes eigenes Album: HipHop mal rough, mal smouth, aber immer mit viel Herzblut vorgetragen. Und wichtige Kollaborationen gibt es auch hier wieder. „Es war eigentlich gar nicht geplant, daß ich eine LP mit so vielen Features mache. Da ist einfach ein Vibe entstanden, die Leute die da waren wollten alle gern was machen. Ich hatte auch ziemliches Glück, denn das Studio, wo wir aufgenommen haben, war genau unter „Rawcus Records“. Und die ganzen „Lyricist Lounger“ wie Mos Def, die Cella Dwellas bis hin zu Camp Lo sind einfach vorbeigekommen und haben mitgemacht“, erzählt Brixx euphorisch von der Produktion in New York.
Für die 23jährige ist damit ein Traum wahrgeworden, an dem sie jedoch bereits seit vielen Jahren hart arbeitet: „Mit 15 Jahren wußte ich schon, daß ich Rapperin werden wollte. Während die anderen draußen in der Sonne herumhingen, saß ich zu Hause und habe meine Texte geschrieben. In Kassel gab’s damals diesen amerikanischen Club mit den ganzen GIs, wo ich immer hingegangen bin. Die Sachen, die da liefen, haben mich ziemlich beeinflußt“ – und sicher auch auf einen verdammt guten Pfad gebracht, denn zu einer Zeit, in der die Fantastischen Vier gerade ihre anale „Die da“-Phase durchliefen, supportete Brixx bereits US-HipHop-Queen MC Lyte.
Angesprochen auf die fehlende Präsenz von Frauen in der Szene, gibt sie sich etwas frustriert: „Es ärgert mich, daß ich die Frauen im HipHop an zwei Händen abzählen kann. Es ist eben leider eine männerdominierte Welt. Ich möchte unbedingt einen Female-DJ für meine Sachen haben, leider gibt es aber keinen. In New York ist das etwas anderes, aber hier in Deutschland ein echtes Problem.“ Kein Problem für Brixx ist jedoch ihr Verhältnis zur heimischen HipHop-Szene, die sie trotz Ami-Appeal in Style & Sound, immer in Auge & Ohr hat. „Ich möchte demnächst gern mal was mit Afrob und Ferris MC machen, vielleicht rappe ich dann auch mal auf deutsch. Ich habe hier nämlich noch eine wichtige Mission zu erfüllen...“
Text: Christian Göttner Foto: Anzewsek
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