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Ein neunköpfiges Künstlerkollektiv aus Island, das gemeinsam Musik macht? In der heutigen Zeit überrascht einen nichts mehr. Die ersten Auftritte entsprachen in ihrer Abgedrehtheit dann auch genau der Vorstellung, die man sich von ihnen gemacht hatte. Was an Gus Gus vielleicht noch überraschen kon-nte, war die Qualität ihrer Musik. Nicht ohne den Weirdness-Faktor, den Begriffe wie „Künstlerkollektiv“ oder „Island“ nun einmal mit sich bringen, zu vernachlässigen, gelang es ihnen dennoch, sehr modern wirkende Popmusik hervorzubringen, die keinesfalls zu verkopft wirkte. Ursprünglich zusammengekommen, um einen Film zu drehen (!), haben Gus Gus das zweite Album jetzt als richtige Band eingespielt. Was immer das heißen mag, haben wir versucht, im Gespräch mit Songwriter Siggi Kjartansson zu ergründen.
SUBWAY: Ist das neue Album „This is normal“ wirklich normal?
„Wir finden es interessant, was das Wort bedeutet, was für ein Konzept die Menschen von Normalität haben. Ich denke, es ist ziemlich unmöglich, insbesondere wenn es um menschliches Verhalten geht, etwas als „normal“ zu bezeichnen.“
Wie machen neun Menschen zusammen Musik?
„Es gibt fast nie ein Projekt, an dem wir alle gleichzeitig beteiligt sind. Wir arbeiten immer in kleineren Gruppen von zwei oder drei Leuten an einem Song.“
Ist das Ganze dann eine Compilation der einzelnen Gus-Gus-Persönlichkeiten?
„Nein, wir haben einfach eine Deadline gesetzt; jeder, der einen Song auf dem neuen Album unterbringen wollte, mußte ein Demo abgeben und zwar exakt bis zu einem bestimmten Tag um Mitternacht. Das haben alle gemacht und daraus sind 22 Songs hervorgegangen. Dann haben wir unseren eigenen Eurovisions-Song-Contest gemacht, und unsere Favoriten gewählt. An den ersten zwölf Songs haben wir dann weitergearbeitet.“
Auf der Depeche-Mode-Compilation „For the masses“ habt ihr mit „Monument“ auch einen Song produziert...
„Depeche Mode sind auf jeden Fall ein großer Einfluß für uns. Wir waren sehr stolz, daß man uns gefragt hat. DM mochten den Song so sehr, daß sie uns gebeten haben, „Only when I lose myself“ zu remixen. Diese Version haben sie dann in Frankreich als Single veröffentlicht.“
Letzte Frage... seht Ihr Euch eigentlich als post-modern?
„Ähm... wir sind modern... Herb wollte unseren Stil „Pop nouveau“ nennen... die Art, wie wir Musik kreieren, ist in vielerlei Hinsicht dem Remixen ähnlich. Unsere Songs sind auf akustischen Instrumenten geschrieben. Und dann kreieren wir eine Umgebung mit Hilfe der Technologie. Die Möglichkeiten sind endlos...
Interview: Matthias Wieland Foto: Rough Trade
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