„Fatboy Slim is fuckin’ in heaven. Fuckin’, fuckin’, fuckin’ in heaven.“ An dieser Phrase ist wohl kein Popmusikinteressierter in den letzten Monaten vorbeigekommen. Wer mit diesem, fast schon philosophischen Ausspruch dennoch nichts anfangen kann, dem sei nochmals ins Bewußtsein gegeben: Der Song stammt von eben diesem Fatboy Slim aus seinem Hit „Fucking in heaven“. Wissenslücke im Popkosmos geschlossen? Gut, war ja auch nicht sonderlich schwer. Jetzt machen wir es ein bißchen schwerer. Von wem jedoch stammt dieser Ausspruch mit dem bösen F-Wort? Na? Irgend jemand in der Klasse? Na gut, Dr. SUBWAY gibt Aufschluß. Dieses lyrische Meisterwerk stammt von Freddy Fresh. Eben jenem Künstler, dem dieser Artikel gewidmet ist. Wer jetzt jedoch denkt, daß Mr. Fresh Meister des Bandwagonjumpings ist und mal schnell aufgrund seines Samples bei Fatboy Slim eine eigene Platte hinterherschiebt, der irrt. Freddy Fresh (eigentlich Freddy Schmid) ist ein Pizzafahrer aus Minneapolis, 35 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und Unmengen von Vinylscheiben. „Ich sammle seit 1981 Schallplatten, besitze jetzt ca. 11000 Stück. Im Augenblick interessieren mich Kindermärchen und Selbsthypnose- bzw. Sprechplatten von Psychoanalytikern am meisten, da ich gerade viel mit dem Sampler arbeite.“ Da hat sich also ein Pizzafahrer in Amerika hingesetzt und aus seiner Discothek ein Bigbeat-Album zusammengesampelt. Das klingt unscheinbar. Merkwürdig nur, daß es auf den Linernotes zu Freddy Freshs neuem Album „The last true family man“ nur so von namhaften Mitarbeitern wimmelt. So haben die Freestylers und Grandmaster Flash Vocals beigesteuert, und Fatboy Slim hat zusammen mit Fresh an der Singleauskopplung „Badder Badder Schwing“ Hand angelegt. „Ich habe die ersten drei Songs auf Grandmaster Flashs letztem Album geschrieben. Da ich jedoch nicht in den Credits erwähnt wurde, war der Song auf meinem Album sowas wie Flashs Payback“, erwähnt Freddy beiläufig. Also nichts mit Newcomer. Aber es kommt noch dicker. Auf die Frage, wieviel Platten er denn veröffentlicht hat, erzählt er: „Mittlerweile sind es etwa hundert Veröffentlichungen, vieles davon ist jedoch Techno. Gerade in Deutschland habe ich in den letzten Jahren eine Menge davon unter Pseudonymen wie Analogical Mind oder Nightraid veröffentlicht. Und im Rahmen meiner Tätigkeit als DJ bin ich hier jetzt bereits zum siebzigsten Male zu Besuch.“