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Die Dschungel-Thrash-Legende Sepultura

Kampfparolen

Eine derbere Watschen hat sich selten eine Metal-Band abholen müssen: 1987 kassierten die brasilianischen Thrash-Metaller Sepultura im Genre-Fachblatt Metal Hammer für ihr Debüt „Morbid Visions“ den legendären Notenschnitt 1,1. Das bedeutet, neun von zehn Redakteuren hatten dem Album nur einen von sieben möglichen Punkten zugebilligt! Kaum jemand hätte geglaubt, dass die gleiche Band wenige Jahre später zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Metal-Bands des Planeten gehört, MTV-Awards kassiert und 1994 beim Roskilde-Festival als Headliner 80 000 Leute zum Durchdrehen bringen würde. Der rohe, aber charmante Thrash-/Death-Metal-Mix der Anfangstage war da schon lange einer rhythmisch ausgefeilteren, um Einflüsse aus Hardcore und Weltmusik bereicherten Variante gewichen. Gleichermaßen wurde die pseudo-satanistische Lyrik, die sie aus Textfragmenten der deutschen Genre-Ikonen Kreator, Destruction und Sodom zusammengestückelt hatten durch politisch-motivierte Kampfparolen ersetzt. Zuletzt vertonte man gar Dantes „Göttliche Komödie“ und den utopischen Klassiker „A Clockwork Orange“. Nicht zufällig rekrutieren Sepultura einen Großteil ihrer Fangemeinde auch aus der Punk- und Hardcore-Szene – einen besseren Soundtrack zum Straßenkampf gegen die Staatsgewalt, Unrecht und Unterdrückung gibt es kaum. Sänger Derrick Green, ein freundlicher Vegetarier von der Statur eines Uruk-Hai, erklärt dann auch: „Unsere Vorstellung ist, dass unterschiedliche Nationen, Kulturen und Hautfarben alle Respekt voreinander haben. Das Feuer der Menschlichkeit ist eine Flamme, nur muss sie zum Brennen gebracht werden.“ Auf der Bühne entfacht das Quartett dennoch ein Inferno: „Es wird einfach nur die Hölle sein.“

Termin  5.8.
Ort Meier Music Hall (BS)
Web  www.sepultura.uol.com.br

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