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The Twang reiten wieder durch die Chartgeschichte

»A Guide To Modern Country Living«

Deutschlands Pioneers of Countryfication holen zum vierten Schlag aus: „A Guide To Modern Country Living”, das vierte Studioalbum der Western-Afficionados, wird diesen Monat veröffentlicht. Und wieder finden sich 15 bekannte Hits in neuem, gut – und manchmal sogar besser – sitzendem Gewand. Der Schritt hin zum vorigen Album „Let there be Twang” war ein großer: Zwei Besetzungswechsel, musikalisch komplexere Arrangements und viele renommierte Gastmusiker setzten einen hohen Qualitätsstandard: „Den haben wir mit ‚A.G.T.M.C.L.‘“ gehalten“, so Sänger Hank Twang: „Von der Qualität würde ich die Platte als konsequente Fortsetzung von ‚Let there be Twang‘ sehen.“

Dennoch finden sich Unterschiede und Neuerungen: „Was wir gesucht haben, sind Stile, die wir vorher nicht hatten: Western-Swing wie in „I kissed a Girl“, Mariachi-Klänge wie in „Ride Like The Wind“ oder eine Tex-Mex-Melange à la Robert Rodriguez wie in ‚A Whiter Shade Of Pale‘. Es ist also einerseits ein Ausloten und Verfeinern dessen, was wir bisher gemacht haben, und ein Ausweiten unseres Spektrums auf die Musikstile, die Country und Western überhaupt hergeben und die wir bislang noch nicht abgedeckt haben.“
Das alles mit der „kreativsten Bandbesetzung, die wir je hatten: Sonst haben wir ein Album gemacht, wenn wir 15 Titel zusammen hatten, aber diesmal hatten wir alleine 30 Demos, haben 20 aufgenommen und 15 davon haben es auf die Platte geschafft.“ Statt Überlänge lieber Qualität – so auch bei den Gastmusikern: „Peter Maiss, Ducki Duckstein und Malaika Lehner gehören ja quasi zur Band“, so Hank, „und nachdem wir für das vorige Album in Texas Leute gefragt haben, die wir gerade mal vom Sehen kannten, haben wir uns nun auch an uns bislang unbekannte Musiker gewagt.“ Wie Pedal Steel-Gitarrist Marty Muse und Calexico- & Nada Surf-Multiinstrumentalist Martin Wenk – neben der Trompete hat letzterer noch Vibraphon, Akkordeon, Mundharmonika und Banjo aufgenommen. Mit großartigem Ergebnis! Besonderes Highlight ist das texanische Urgestein Herb Remington, der schon in den 40ern Profimusiker war und 1979 in die Steel Guitar Hall of Fame aufgenommen wurde: „Ein richtiger Country-Gentleman, der bei der „I Kissed A Girl“-Zeile „I hope my boyfriend won`t mind it“ auch die Augenbraue hochzog und irritiert fragte: „Who of you guys wrote that song?“, so Hank. Mit Johnny Falstaff ist ein dritter Texaner dabei, der auch das Release-Konzert in der Brunsviga eröffnen wird.
Gemastert wurde das Album in den legendären Abbey Road-Studios von Christian Wright, der davor mit Hot Chip, Graham Coxon und dem LCD Soundsystem arbeitete, und das Cover stammt vom Grammy-dekorierten Beatles-Freund Klaus Voormann (siehe Seite 42). Auch dies ist das Resultat einer einfachen Anfrage, so Drummer AK Twang: „Wenn man freundlich fragt, bekommt man eine freundliche Antwort – und überraschend oft eine Zusage. Die Zusammenarbeit mit Klaus war sehr unkompliziert, sehr angenehm und auch sehr schnell.“

So ist das Album nun mit den Entstehungsorten Houston, Austin, London und Bülten das internationalste der Bandgeschichte und reitet quer durch vier Jahrzehnte Musikgeschichte: „Du brauchst Stücke, die die Leute auch in fünf Jahren noch hören – bei tagesaktuellen Chartnummern ist das Risiko somit sehr hoch. Die neuesten Originale sind mit ‚I kissed a girl‘ und ‚Rehab‘ nun auch schon zwei Jahre alt, aber diese Stücke werden auch in zehn Jahren noch Bestand haben. Außerdem sind wir alle in den 80ern aufgewachsen und dementsprechend musikalisch geprägt“, so Hank, „Neben der absehbaren Halbwertszeit muss ein Song auch musikalisch oder textlich Aufhänger bieten.“ So diesmal z.B. bei „Ride like the wind“, oder „Genghis Khan“, das mit dem deutschen Original aber angenehm wenig zu tun hat. Frei nach dem bewährten Motto „Nimm ein Lied und mach Musik draus“ entstand „A.G.T.M.C.L.“, maßgeblich arrangiert und produziert von Gitarrist Marshall Twang. Als Erfolgskriterium mag dabei gelten: „Wir versuchen nicht, wie irgendwer anders zu klingen, haben einen ziemlich eigenständigen Sound und eine eigenständige Herangehensweise.“

Termin 27.3.
Ort Brunsviga (BS)
Web www.thetwang.de

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