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OneTwo mit Debüt-Album und alten Songs in Braunschweig

Keine Angst vor gestern

Claudia Brücken und Paul Humphreys: Sie war ein Viertel von Propaganda, er eine Hälfte von OMD. Sie sorgte schon vor 24 Jahren mit Electro-Dance-Hits wie »Dr. Mabuse« für volle Tanzflächen, er an den Tasten mit »Maid Of Orleans« für romantische Stimmung. Als Synthie-Pop-Duo bündeln sie ihre Stärken. Am 10. Mai sind OneTwo live im Meier zu erleben. SUBWAY sprach mit den beiden vorab.

Wie wichtig waren OMD und Propaganda für die elektronische Popmusik?
PH: Obwohl es wohl nicht an uns ist zu sagen, wie groß unser Einfluss auf die Popmusik war, denke ich, dass beide Bands die Begrenzungen dieser Zeit ein bisschen erweitert haben. Viele damals erfolgreiche Künstler nennen OMD als Grund ihrer Existenz, und Claudia war hocherfreut zu hören, dass ein großer Produzent wie Quincy Jones das Album »A Secret Wish« von Propaganda als maßgeblichen Einfluss nannte.
Sehnt Ihr Euch manchmal nach „damals" zurück?
CB: Obwohl ich eigentlich nicht nostalgisch bin, muss ich sagen, dass die Musikindustrie in den 80ern einfach in einem gesünderen Zustand war. Die digitale Welt hat viele Türen geöffnet, aber gleichzeitig auch viel zerstört. Qualität zusammen mit Promotion und Marketing eines Albums kostet und viele Künstler können sich nicht selbst finanzieren. Was bedeutet, dass viele gute und interessante Künstler untergehen, weil niemand jemals von ihnen hören wird.


Mit »Kein Anschluss« ist auch ein deutscher Song auf Eurem Album.
CB: Für mich ist es nichts Außergewöhnliches, deutsche Texte zu schreiben. Als Teenager war ich sehr von Nina Hagen, Spliff, Kraftwerk, der Plan, Ideal, DAF, Fehlfarben und vielen anderen beeinflusst. Die deutsche Sprache hat etwas sehr Poetisches und gleichzeitig auch etwas exotisch Kühles. Als wir damals mit Propaganda anfingen, haben wir nur deutsche Texte geschrieben.
Euer Bildmaterial ist gezeichnet von harten Kontrasten und farbig leuchtenden geometrischen Figuren. Was wollt Ihr damit transportieren?
CB: Onetwo ist voller Kontraste. Die farbig leuchtenden geometrischen Figuren sind Symbole für unsere Songs. Diese Symbole treffen sich in der modern expressionistischen Welt von OneTwo. Einer Welt aus Gegensätzen: Kühl, distanziert und gleichzeitig leidenschaftlich, spielerisch, aber auch dunkel und provozierend.
Ihr tretet am 10. Mai in Braunschweig auf. Was kann man erwarten?
PH: OneTwo treten als vierköpfige Band auf und spielt Versionen der Album-Songs und der EP. Manche Versionen haben wir für die Live-Auftritte verändert, aber wir gehen ganz offen mit unserer Vergangenheit um. Wir spielen auch Songs von Propaganda, Act und OMD. Wenn auch „onetwo’isiert"…

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