Ring frei für Robert Downey Jr. als neuer Sherlock Holmes
Er ist die bekannteste Spür- und Koksnase der Literaturgeschichte: Sherlock Holmes, zu Hause in der Baker Street 221b in London, gilt als Archetyp des analytisch-rationalen Privatermittlers. Von 1897 bis 1927 verfasste Sir Arthur Conan Doyle 60 Geschichten über den universell gebildeten und streng wissenschaftsgläubigen Meisterdetektiv, erzählt zumeist von Holmes' treuem Begleiter Dr. Watson, dem etwas drögen Mediziner. Mehr als 20 Schauspieler – darunter Größen wie Peter Cushing, Michael Caine, Charlton Heston oder der unvergessene Basil Rathbone – verkörperten den spleenigen Detektiv bislang allein in den englischsprachigen Film- und Serienprojekten. Der vorerst letzte prominente Holmes-Darsteller ist die Ex-Hollywood-Skandalnudel Robert Downey Jr. („Chaplin“, „Tropic Thunder“), dem man vor allem die Drogenaffinität seiner Figur nur allzu gerne abkauft. In Guy Ritchies progressiver, mit Spezialeffekten und Actionsequenzen spielender Neubearbeitung des klassischen Themas jagt das Ermittlerteam (mit Jude Law als Watson) den mordlüsternen Wissenschaftler und Schwarzmagier Lord Blackwood. Das viktorianische London dient als stimmungsvolle Kulisse für eine an Situationskomik und Wortwitz reiche Actionkomödie, mit der Holmes-Puristen alter Schule jedoch Probleme haben könnten.
4 Sterne
Start 28.1. 128 Min., ab 12 J.,
R: Guy Ritchie
D: Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong, Eddie Marsan, Robert Maillet