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„The Sapphires“: Eine Erfolgsgeschichte mit Soul

09.08.2012: Die späten Sechziger. Die Welt ist in Aufbruchstimmung. Es geht um harte Drogen, weiche Drogen, freien Sex und Musik. Alles scheint möglich zu jener Zeit, in der vier junge Mädchen beschließen aufzubrechen, um mit ihrem Gesang die Welt zu erobern. Was sie im Gepäck haben, sind nur ihre Stimmen, sonst nichts. Und schnell merken sie, dass wirklich alles möglich ist, zu jener Zeit, in den später Sechzigern.

Der bald anlaufende Kinofilm „The Sapphires“ erzählt die Geschichte dieser Mädchenband, die ein bisschen wie ein Märchen klingt. Doch die vier Schwestern, die von Australien aus in das Kriegsgebiet Vietnam reisten, um dort den stationierten Truppen den Soul zu bringen und damit so großen Erfolg hatten, dass sie von dort aus im Eiltempo die ganze Welt mit ihrem Gesang eroberten, gab es tatsächlich.

Gäbe es allerdings Regisseur Wayne Blair nicht, den Sohnemann einer der mittlerweile älteren Damen, der sich eines Tages entschloss, die Geschichte seiner Mutter auf die australischen Musical-Bühnen zu bringen, wüssten wir von dem ganzen Geschehen hinter der Musik gar nichts. Zum Beispiel von den Schwierigkeiten, mit denen die vier sympathischen, schrecklich bodenständigen Mädels vom Lande auf ihrem steinigen Weg zum großen Erfolg zu kämpfen hatten, von der nervenaufreibenden Zeit, die sie bei den amerikanischen Truppen im bekriegten Vietnam durchlebten oder von der oft so schwierigen Beziehung zu ihrem herzlichen, aber sehr egozentrischen Manager Dave, der die Vier so manches Mal an den Rande des Wahnsinns trieb.

Aber weil der liebe Sohnemann Mutti's Story so gut umsetzte, dass schon bald die großen Filmbosse auf sie aufmerksam wurden, ist der phänomenale Aufstieg der vier quirligen Geschwister jetzt auch im Kino zu bewundern. Besetzt sind die Rollen mit relativ unbekannten, aber sehr authentischen Schauspielern, die sicherlich noch Großes vor sich haben. Und sowieso scheint der Film unter einem sehr guten Stern zu stehen, denn schon bei der Premiere auf dem diesjährigen Festival in Cannes wurde er als echter Geheimtipp gehandelt. Seine zweite Premiere wird der Film auf den Internationalen Filmfestspielen in Toronto feiern, die Anfang September stattfinden – und das ist ja auch kein schlechter Start, um sich knapp ein halbes Jahrhundert später noch einmal von Neuem rund um den Globus zu singen.

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