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Das Phänomen Tenacious D

Zufällig erfolgreich

Eines Tages erschien ein leuchtender Dämon bei SUBWAY und sagte: „Write the best article in the world, or I‘ll eat your soul!“, und der Autor dieses Artikels antwortete frei nach „Tribute“, dem in Deutschland wohl bekanntesten Song von Tenacious D: „This is not the greatest article in the world, no. This is just a tribute“, da es fast unmöglich ist, den ganzen Wahnsinn hinter Tenacious D in einen Artikel zu quetschen. Ein Versuch soll trotzdem unternommen werden: Bereits seit 1994 unterhält das US-amerikanische Musikerduo sein Publikum mit schrägen Texten und Titeln wie „Fuck her gently“ oder „The government totally sucks“. Der Musicalfilm „Kings Of Rock – Tenacious D“ (2006), in dem Rocklegende Ronnie James Dio persönlich aus einem Poster zu Jack spricht und ihn ermutigt, in Hollywood die beste Band der Welt zu gründen, machte die Bandgeschichte dann einem breiteren Publikum bekannt.

Doch wie viel Wahrheit steckt in der Story, in der Jack und Kyle das „Plektrum des Schicksals“ finden müssen, um als Rockband erfolgreich zu werden und dabei auf den Teufel höchstpersönlich treffen? Wie es für die Scherzkekse von Tenacious D typisch ist, natürlich ziemlich wenig. Doch die wahre Bandgeschichte macht deutlich, dass es wohl tatsächlich das Schicksal war, dass die beiden Musikbegeisterten zusammenführte: Der 24-jährige, aber trotzdem bereits mit einer Halbglatze gesegnete, Kyle und der 16-jährige Jack lernten sich als Mitglieder einer Theatergruppe in Schottland beim Edinburgh Fringe-Festival kennen. Da Kyle von Jacks Gesangskünsten begeistert war, brachte er ihm das Gitarrenspielen bei und sie gründeten eine Band. Nach einem zufälligen Treffen mit Dave Grohl von den Foo Fighters und einem anschließenden Auftritt in deren Musikvideo „Learn To Fly“ ging es dann steil bergauf: Auftritte im Vorprogramm der Foo Fighters, Pearl Jam und Beck folgten. Und was machen die Jungs sonst so, wenn sie nicht gerade schauspielern, live rocken oder Obamas Politik und die Legalisierung von Cannabis unterstützen? Richtig: Songs aufnehmen. Im Mai erschien nach sechs Jahren Pause ihr drittes Album „Rize Of The Fenix“, das sich in Deutschland und den USA auf Platz 5 und in Österreich und England sogar auf Platz 2 der Albumcharts platzieren konnte – obwohl es für nur 600 US-Dollar zusammen mit Dave Grohl in der Garage eines Freundes aufgenommen wurde. Und wie kommt man immer wieder auf solch kuriose Texte, für die die Band bekannt ist? Jack Black dazu: „Kyle spielt geile Jams, ich spinne einige magische Texte. Zusammen machen wir die besten Songs der Musikgeschichte. Eine simple Antwort. Im Radio spielen sie unsere Songs aber nicht. Ihr seid da viel weiter. Danke Europa!“

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