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Der Braunschweiger Songwriter Till Seifert im Portrait

»Heimat und Fernweh«

Deutscher Singer/Songwriter-Pop steckt mitten in seiner Blütezeit. Selbst große Plattenfirmen setzen wieder auf nationale Produkte und bedienen sich der bewährten Junge-mit-Gitarre-Masche. Deutschsprachige Musik ist gefragter als je zuvor. Regelmäßig sprießen neue Deutschpoeten wie Pilze aus dem Boden, bestechen durch eine etwas zart-zerbrechlich wirkende Attitüde und wollen unseren musikalischen Alltag mit Lebensweisheiten bereichern. Beschränkt man sich hingegen auf die Anzahl derjenigen, die in ihren eigenkomponierten Liedern tatsächlich etwas zu erzählen haben, schrumpft die Zahl geradezu erschreckend schnell wieder.

Till Seifert hat einiges zu erzählen. Der junge Braunschweiger, der vor einem Jahr an der Wilhelm Bracke Gesamtschule das Abitur absolvierte, hat im vergangenen Oktober sein erstes Album veröffentlicht. „Zwischen Fortgehen und Bleiben“ hat er es genannt, denn es sei in einer Zeit entstanden, in der Heimat und Fernweh eine wichtige Rolle in seinem Leben spielten. Vor knapp drei Jahren begann der heute 19-Jährige mit der Komposition eigener Songs. Das sei seine Art, Erlebtes zu verarbeiten und in sein Leben einzuordnen. „Musik ist für mich wie eine Sprache, mit der ich das aussprechen kann, was ich mich sonst vielleicht nicht trauen würde, zu sagen. Ich muss mich da nicht verstellen und kann einfach meine Gedanken in Worte fassen.“ Und das kann er wirklich. Mit großer Sensibilität erzählt er von gescheiterten Beziehungen, Sehnsucht und den Hürden des Neuanfangs – allerdings ganz ohne dabei in Herzschmerz und kitschige Wehmut zu verfallen. Seine Texte sind autobiografisch, nur selten greift er auf Erfahrungen zurück, die ihm selbst nicht vertraut sind. „Klar macht man sich verletzbar, wenn man diese Lieder dann vor der Öffentlichkeit spielt, denn man gibt sehr viel von sich Preis. Aber ich glaube, dass das notwendig ist, wenn man den Zuhörer wirklich erreichen und berühren möchte.“ Und genau das ist es, was der junge Musiker will, wenn er sich auf die Bühne stellt. „Das Schönste für mich ist, wenn ich während eines Songs in den Gesichtern sehe, dass jemand gerade an ein eigenes Erlebnis denkt und dass mein Song das bewirkt hat. Wenn ich das schaffe, ist das für mich schon echt eine Bestätigung.“ Als er nach seinen Wünschen für die musikalische Zukunft gefragt wird, muss Till nicht lange überlegen: „Ein Plattenlabel wäre natürlich super. Das ist ein Ziel, das ich momentan verfolge. Aber wichtig ist mir, dass ich dabei ich selbst bleiben kann.“

Termin 12.4.2012
Ort Radio Ferner (BS)
Web www.tillseifert.de

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